A-Jugend männlich – Jugend-Bundesliga 2018/2019

Zum vierten Mal in sechs Jahren schaffte der VfL Günzburg den Einzug in die A-Jugend-Bundesliga. Die in kürzester Zeit komplett neu aufgebaute schwäbische Handballhochburg gehört damit zu den besten Ausbildungsvereinen in Bayern. Selbstverständlich mag so etwas bei den fränkischen Bundesligisten aus Erlangen, Coburg und Rimpar sein. Für uns, die wir quasi aus dem Nichts parallel einen Bayernligisten mit eigenen Talenten schufen, ist das ein ganz starkes Stück neuere VfL-Geschichte.

Die personellen Voraussetzungen für eine Qualifikation waren besonders günstig: Um den ersten Jugendnationalspieler seit Jahrzehnten Frieder Bandlow war ein starkes Team an Bord. Unsere Söflinger Adam Czako und Lukas Bär konnten gehalten werden. Aus Laupheim kam Tim Hafner, dessen Vater Thomas Günzburger Zweitliga-Held war. Und das ist fast am wichtigsten: Kein Spieler ging weg. Besonders die HC Erlangen betrachtet ganz Bayern als Unterbau und versucht Auswahlspieler en gros an sich zu binden. Richtig perfekt schien das Team geworden, da Devin Ugur, der verloren Handballsohn nach Stationen in Großwallstadt und Erlangen zurück kehrte.

Doch es gab auch Probleme. Viel zu spät bereitete man sich auf die neue Quali-Runde vor. Ein Fehler, der für die kommende Saison ausgeschlossen ist. Die letzten beiden Auswärtsspiele der kommenden Runde wird bereits das zukünftige Quali-Team bestreiten. Unverständlich, dass man so lange für diese Erkenntnis brauchte. Cheftrainer Hofmeister, der das Amt vom hoch verdienten Trainertrio Markus Guckler, Rudi Jahn und Volker Schmidt übernommen hatte, sah einen holprigen Quali-Start. Bei der Heim-Qualifikation wurden die Jungs um die “Kanten” Dück und Rosenberger gerade einmal Dritter. In Schutterwald schien erst die Direkt-Quali möglich. Doch nach einem Auftaktsieg wurden die Handballgötter arg launisch, plötzlich torkelten die weinroten Junghelden. Erst in den Schlusssekunden gegen den TSV Birkenau konnte der Absturz in die Bayernliga vermieden werden.

Daraus wurde gelernt. Die Gefahr des Handball-Abgrundes formte ein Team. In Kleinbottwar, nur eine Woche darauf, wurde die Direkt-Qualifikation geschafft. Erstmals kein Baunatal, kein Ahlen, kein Handball-Stahlbad. Pause, Feiern, BUNDESLIGA, Pfingstferien (…)!

Bereits im Bottwartal war mit Sandro Jooß der erhoffte zweite Trainer dabei. Selbst ein Hofmeister kann alleine keine Bayernliga-Männermannschaft und ein Bundesliga-Team coachen, trainieren und vorbereiten. Lange gingen die Verhandlungen, auf eigenen Wunsch war Trainer Jooß nach erfolgreichem und schwierigem Klassenerhalt bei seinem Heimatverein SG Herbrechtingen & Bolheim, den er aufbaute und prägte, ausgeschieden. Der Wunsch nach einer Handballpause konkurrierte mit einem interessanten Wiedereinstieg im Jugendleistungshandball. Am Ende siegte das Handball-Gen und seither trainieren Sandro Jooß und Stephan Hofmeister das Team gemeinsam. Beide kennen sich, das war Armin Spengler wichtig.

Die vorzeitige Qualifikation eröffnete auch neue Vorbereitungsmöglichkeiten. Es wurde gebeacht, ein Krafttrainingsprogramm abgearbeitet, wochenlang in Burgau trainiert und so scheint man besser gerüstet als in den Vorjahren, in denen oft die Zeit  durch einen nicht endenden Quali-Marathon fehlte. Auch ein Bewusstsein für Urlaubs- und Freizeitplanung musste erst ein wenig diktatorisch näher gebracht werden.

Schritte zum Leistungssport, die einer Struktur zementiert werden, sollen entwickelt werden.

Betreut wird die Mannschaft von Liesl Pohl und Manager Siggi Walburger. Als Physio und väterlicher Freund sitzt weiterhin Hans-Peter Beer auf der Bank, wofür wir bundesweit, besonders in ganz Berlin beneidet werden. Und falls HP einmal nicht kann oder unter der Woche Probleme auftauchen, können wir uns erneut auf Physia Susi Schwarz und “Körpermitte” verlassen.

Angreifen möchte die Mannschaft, laut an der Direktqualifikation rütteln. Mittlerweile, wissen die Jungs genau, was auf sie zukommt. Man kennt die Gegner, die Hallen. Platz 6 heißt das neue große Ziel.

Dafür wird das Team alles geben und hofft auf lautstarke und zahlreiche Unterstützung von der Nordtribüne.

Trainingszeiten

Di 19.00 – 20.30 Uhr – Mi 19.00 – 20.30 Uhr – Fr 17.30 – 19.00 Uhr

Trainer: Stephan Hofmeister, Sandro Joos
Medizinische Betreuung: Hans-Peter Beer
Betreuer: Dieter Pohl, Siegfried Walburger