Bayernliga 2017/2018 – Das Team

Hinten von links nach rechts: Dieter Pohl, Pascal Buck, Jakob Hermann, Jonas Guckler, Michael Jahn, Manuel Scholz, Daniel Jäger, Susanne Schwarz

Mitte von links nach rechts: Stephan Hofmeister, Dennis Mendle, Axel Leix, Patrick Rösch, Niko Hermann, Patrick Bieber, Hans-Peter Beer

Vorne von links nach rechts: Raphael Groß, Jonas Lehr, Nicolai Jensen, Stefan Knittl

Saison 2017/2018

Die Saison 2016/2017 war für das mit Abstand jüngste Team der Liga, der älteste Rückraumspieler war 21 Jahre alt, eine harte Lehre. Die Leichtigkeit der körperlosen JBLH und Landesliga war vorbei. Plötzlich ging es gegen humorlose gestandene bayrische Mannsbilder, die ihr Heil nicht in schöner Handballkunst, sondern in solidem Abwehrbeton und entschlossenem Angriffshandeln suchten. Zu oft wurden Zweikämpfe rein physikalisch nach der einfachen Formel: F (Kraft) = m (Masse) x a (Beschleunigung) verloren.

Das einfache physikalische Gesetz, das auch bei der  menschlichen Durchschlagskraft Anwendung findet,  bescherte trotz aller technischer Finesse nach der Hinrunde für uns gerade einmal 6:20-Punkte. Da glücklicherweise im Handball auch die Evolutionstheorie gilt, wonach der kluge Mensch anpassungsfähig ist, wurde es in der Rückrunde besser. Plötzlich konnten zumindest zu Hause auch Spitzenteams wie die DJK Waldbüttelbrunn und der TSV Friedberg geschlagen werden. Die gute Heimbilanz der Rückrunde ist natürlich kein Zufall. Es lag am Publikum, das trotz vieler Niederlagen immer den bedingungslosen Einsatz honorierte und in der alt-ehrwürdigen Rebayhalle Geborgenheit und Zutrauen nach kalten Auswärtsauftritten vermittelte. Wir hatten nicht nur die meisten Zuschauer, sondern auch die innigste Bindung. Das Kind im jungen Manne schätzt das.

Auswärts blieb es weiterhin bei Achtungserfolgen: Ein verlorener Punkt in Haunstetten, eine knappe Niederlage in Bayreuth. Insgesamt 17:35-Punkte reichten am Ende gerade noch zum Klassenerhalt, auch weil die HSG Coburg II mit einem fulminanten Schlussspurt die Dritte Liga Ost sicherte. Vermutlich hat die HSG Coburg deswegen so viele Günzburger Facebookfreunde. Ein Spieler, sie nannten ihn HUK, hat sich gar ein Trikot besorgt.

Personell tat sich dann für Günzburger Verhältnisse viel. Völlig überraschend kehrten Julian Nief und Lars Braun, für die ein Kaderplatz frei gehalten war, dem VfL den Rücken. Wie so oft lag im Ungemach aber auch eine Chance. Schon seit Jahren standen die Verantwortlichen mit Manuel Scholz in Kontakt, nur ein paar Tage vor dem Personal-Hick-hack schenkte er im Friedberg-Trikot dem VfL 11 Buden ein – eine deutliche Wurfhandschrift, aber auch ein Empfehlungsschreiben. Schnell ging es dann und Wunschspieler Manuel Scholz war endlich an der Donau und der Kader wieder voll.

Evolutionstheoretisch tat sich bis zum Rundenbeginn einiges. Die Spieler wurden ein Jahr älter, das lief übrigens eher am Rande ab, ganz ohne zu schwitzen… Viel Zeit für Vernunftbegabte. Ob es wie übertragen aus  der Ur-Menschlichkeit schon vom homo handballeris sapiens zum homo handballeris sapiens sapiens reicht, darf nicht nur bei Niko Hermann bezweifelt werden, obschon er den „Dreher“ als Weiterentwicklung seiner Wurfkultur für sich entdeckte.

Die Erfahrung aus dem ersten Bayernligajahr kann keinem „früheren Viertliga-Anfänger“ mehr genommen werden.

Es wurde viel trainiert und gespielt. 57 Trainingseinheiten standen auf dem Programm. Höhepunkt natürlich das Spiel gegen Füchse Berlin vor knapp 1300 Zuschauern. Die Mannschaft hatte sich ein solches Event verdient, so Abteilungsleiter Armin Spengler: Recht hat er!

Zusätzlich wurde Vormittagstraining für Studenten und Schüler in den Ferien eingeführt. Axel Leix bekam von seiner handballverrückten Freundin Linda eigens einen Hund geschenkt, damit er seine Defizite im Ausdauerbereich abarbeiten kann. Auch physikalisch lief es gut. Junge Männer wie Christian Geiger nehmen in diesem Alter von selbst zu, sie werden auch ausdauernder und kräftiger. Mehr Masse also, da mit dem Sprintschlitten an der Beschleunigung gearbeitet wurde, braucht man alles ja nur in „F=ma“ einzusetzen. Das läuft also, so Hobby-Mathematiker Michael Jahn, der alles noch einmal ganz genau nachrechnete. Der Mensch passt sich an die Umgebungsanforderungen an. „Bei dem Training bleibt ja nichts anderes übrig: Man will überleben“; meint Modellathlet Jonas Guckler zur Trainingsgestaltung lapidar.

Der ganze Aufwand hat ein Ziel. Die Klasse soll diese Saison aus eigener Kraft ohne bange Blicke nach oben, in den fernen Osten oder den wilden Süden gehalten werden. Kein leichtes Unterfangen. Die sportlichen Probleme des letzten Jahres waren kein Zufall und Anpassung dauert. Beim Neandertaler ist sie gescheitert. Dennis Mendle meint zwar: „Wir sind schlauer, schöner und kräftiger.“ Das muss aber erst bewiesen werden, so Cheftrainer Hofmeister, der dabei tief in die Gesichter seiner Spieler schaut. Manch ausgeprägte Kinnpartie irritiert den Belesenen.

Schwierig das Auftaktprogramm: Eine Strafe für die Mannschaft. Zunächst geht es zum letztjährigen Dritten nach Waldbüttelbrunn und dann zum – Zweiten nach Landshut. Auch daraus sollte man lernen. Wenigstens wird es danach leichter.

Betreut wird die Mannschaft von Liesl Pohl. Physiotherapeutisch bleibt alles beim Besten: Susi Schwarz und Hans-Peter Beer kümmern sich weiter um die Wehwehchen der Spieler. Erstmals wurde eine sportmedizinische Untersuchung an der Sportklinik in Ulm zur Pflicht gemacht. Die Zusammenarbeit soll ausgebaut werden. Mittlerweile haben sich alle Spieler ein funktionierendes ärztliches  Netzwerk aufgebaut, und wenn nicht, wissen HP und Susi weiter – ehrenamtlich und rund um die Uhr. Beide hatte schon Bundesligaangebote -kein Wunder. Bayernligaspieler sind Freizeitprofis und Leistungssportler, der medizinische Aspekt wird von Jahr zu Jahr wichtiger.

WIR freuen uns sehr auf die Runde.  

Trainingszeiten

Mo 20.30 – 22.00 Uhr – Do 20.00 – 21.30 Uhr – Fr 19.00 – 20.30 Uhr

Trainer: Stephan Hofmeister
Betreuung: Dieter Pohl
Medizinische Versorgung: Hans-Peter Beer, Susanne Schwarz