Herren – Regionalliga

EIN SIEG ZUM ABSCHLUSS

Gegen den starken Aufsteiger HBC Nürnberg gewannen die Günzburger Handballer vor 650 zufriedenen Zuschauern ungefährdet mit 38:32 (21:14). Gästetorjäger Tiago Couto zeigte dabei eindrucksvoll, warum er die Torschützenliste der Liga anführt und traf bei guter Quote 18-mal. Trotz wichtiger fehlender Spieler präsentierten sich die Mittelfranken als der erwartet starke Gegner.

Sehr zur Freude der VfL-Fans legten die Gastgeber los wie die Günzburger und Denzinger Feuerwehr und führten bereits nach dreieinhalb Minuten mit 4:0. Torwart Patrick Bieber erwies sich von Anfang an als Meister seines Faches. OB-Kandidat Michael Jahn, der bekanntermaßen nicht nur Wahlkampf kann, spielte seine Mitspieler immer wieder mustergültig an, wovon zunächst vor allem Kreisläufer Alexander Prechtl profitierte. Die VfL-Defensive agierte unruhig, wurde immer wieder grundlos offensiv, vernachlässigte die Zweikämpfe und war zu sehr auf billige Ballgewinne aus, die es in der Bayerischen Eliteliga so einfach nicht gibt. So kamen die engagierten Nürnberger besser ins Spiel. Beim 7:6 durch Benjamin Krüger zu Beginn der 15. Minute war der schöne Vorsprung erst einmal dahin. Ein paar Minuten später ein arges Foul beim Gegenstoß an Beni Telalovic, das die ausgezeichneten Schiedsrichter Stefan Schaub und Philipp Seidel mit einer roten Karte bestraften. Gabriel Scholz verwandelte den fälligen Siebenmeter mal wieder sicher.

In dieser Phase musste Joni Cremer mit einer Oberschenkelverletzung auf die Bank. Kurz waren den VfL-Trainern Sorgenfalten anzusehen. Immer wenn ein Innenverteidiger ausfällt, wird es deutlich schwieriger. Manuel Scholz und später Joseph Stotz übernahmen seine Gesamtaufgaben. Die Vorentscheidung fiel nach dem 16:14 durch Tiago Couto. HBC rannte in einen 5:0-Lauf – jäh und in nicht einmal drei Minuten. Die weinrote Gegenstoßmaschine hatte wie so oft in der Saison unerbittlich zugeschlagen. Bestnoten verdiente sich dabei Robin Lorenz, der aus dem Günzburger Spiel nicht mehr wegzudenken ist.

Gewechselt wurde bei einem Spielstand von 21:14, der dem hohen Einsatz der Schützlinge von Stefan Mittag nicht ganz gerecht wurde..

Beim Wiederanpfiff stand bereits fest, dass Joni Cremer nicht mehr zurück auf das Spielfeld kehren kann. Seinen Job erhielt Joseph Stotz, der diese Aufgabe mit altersuntypischer Cleverness erledigte und selbst vier Tore erzielte. Ein wichtiger Beitrag um den Gegner nicht wieder ins Spiel zu bringen. Beim 27:17 war der erste Zehn-Tore-Vorsprung erspielt. Das VfL-Spiel begann im Gefühl eines sicheren Sieges dahin zu tröpfeln, während die nordbayerische Spielgemeinschaft weiter Bock auf Handball hatte. Am Ende stand ein 38:32 auf dem Spielbericht, mit dem alle Spielbeteiligten gut leben können.

Bei der Abschlussbesprechung zeigte sich Sandro Jooß mit den bisher errungenen 16:6-Punkten hoch zufrieden. Im Gegensatz zur Saison davor kann den Spitzenmannschaften wieder Paroli geboten werden. Ganz nebenbei hat sich großartige Fankultur entwickelt. Es war wieder die „Hölle“ los.

Ganz vorne in der Tabelle sind HT München, die SG Regensburg und HaSpo Bayreuth mit je drei Minuspunkten, gefolgt von der TG Landshut mit vier. Da alle Mannschaften noch einmal gegeneinander spielen, ist das Meisterschaftsrennen weiter komplett offen. „Wir müssen nur alle Spitzenspiele gewinnen“, gab ein gut gelaunter Abteilungsleiter Martin Frey nach dem Spiel zum besten. Abgeschlagen in der Tabelle sind schon ein wenig der TSV Haunstetten mit zwei Pluspunkten und der TSV Ismaning mit einem. Vermutlich wird es einen dritten Absteiger geben, da sich TuS Fürstenfeldbruck in der 3. Liga aktuell arg schwer tut. Dieser unbeliebte drittletzte Platz ist noch komplett offen, Darum muss sich der VfL erfreulicherweise nicht sorgen.

Hier geht es zum Spielbericht:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=8042520&championship=BHV+2025%2F26&group=437864