Herren – Regionalliga

AUF IN DEN LÖWENKÄFIG

Bereits am Samstag um 18.00 Uhr wird es für die VfL-Handballer arg wild, wenn sie in der Sepp-Maier-Stadt Anzing zum Regionalliga-Gefecht antreten dürfen. Der einst weltbeste Fußballtorwart Josef Dieter „Sepp“ Maier wurde in seiner oberbayerischen Heimat gerne die „Katze aus Anzing“ genannt. Das war den ortsansässigen Handballern wohl Inspiration, aber auch irgendwie zu wenig und so machten sich aus einer Katze einen Elefanten und treten als die Löwen in der Regionalliga an. Schon bei der urig-oberbayerischen Einlaufzeremonie wird die Gefährlichkeit der Gastgeber durch Löwengebrüll laut unterstrichen. Da bleibt der Günzel, das freundliche VfL-Maskottchen lieber zu Haue. Schließlich weiß man bei den Königen der Raubkatzen nie, ob sie nur nach Punkten jagen.

Die Schützlinge des ehemaligen Günzburger Spielers Julian Rückdäschel, der den Sprung vom Handballer zum Löwendompteur geschafft hat, stehen mit 11:11-Punkten auf einem sicheren siebten Platz. Mit diesem Punktezwischenstand dürften die aktuell 4.388 Einwohner von ganz Anzing angesichts vieler namhafter Abgänge und Verletzter nicht unzufrieden sein. Bis Ende November verlief die Saison nach einer guten Vorbereitung arg zäh und wenig majestätisch,. Der Tiefpunkt war bei genau fünf Punkten und einer derben 22:39-Heimklatsche gegen den Meisterschaftsfavoriten aus Landshut erreicht. Danach gelangen drei wichtige Siege in Folge. Zunächst der Befreiungsschlag beim HBC Nürnberg mit 31:32 und dann zwei Heimsiege. Zuerst wurde der TSV Rothenburg mit 34:29 in seine Schranken verwiesen und dann – quasi als schöne Bescherung – am 20.12. Aufsteiger TSV Haunstetten mit 27:24.

Unbeschwert konnte danach Weihnachten und Silvester gefeiert werden. Das Abstiegsgespenst geistert nun woanders, die SV-Verantwortlichen dürfen optimistisch ins neue Jahr blicken.

Leicht waren die Anzinger Siege nie, Löwen, die in der Tierwelt eher als bewegungsökonomisch bis faul gelten sind im bayerischen Handball ganz anders: Sie verstehen es zu kämpfen, rennen auch wenn es unangenehm wird und teilen ordentlich aus. So war es auch bei der letzten Begegnung gegen den Aufsteiger aus Haunstetten. Bis zur 53. Minute war die Begegnung bei einem Zwischenstand von 24:23 komplett offen, dann bissen sich die Löwen fest, ließen in der Defensive nur noch wenig zu und am Ende stand dann der dritte Sieg in Folge. Das gibt Selbstvertrauen.

Bekanntester Spieler bei den Oberbayern ist Rechtsaußen Florim Hoxha. Er steht mit durchschnittlich sieben Treffern auf dem zweiten Platz der Torschützenliste und fällt unter den Handballarbeitern, die die 4. Liga insgesamt prägen mit seiner feinen Technik auf. Zweitbester Torschütze ist Allrounder Sebastian Erber, ein Vorbild an Einsatzfreude. Er gehört nach eigenen Angaben zu den wenigen Löwen, die zusätzlich ins Boxtraining gehen. Das merkt man.

Beim VfL Günzburg freut man sich auf die harte Nuss. Die Spiele der bisherigen Vorrunde wurden eigentlich immer besser und so möchten die Schützlinge von Sandro Jooß schnellstmöglich auf die eingeschlagene Erfolgsspur zurück, wohlwissend dass in einem richtigen Löwenkäfig die Trauben arg hoch hängen.

Die Weihnachtspause tat den VfL-Spielern gut, kleinere Blessuren konnten ausgeheilt werden und die Grippeviren blieben weiterhin gnädig. Der VfL kann so mit voller Handballkapelle anreisen. Besonders gut vorbereitet dürfte Daniel Jäger sein, er weilte zwischen den Jahren in Kenia um sich Löwen in freier Wildbahn anzuschauen. Im Abschlusstraining hat er darüber berichtet. „Wir gehen also gut vorbereitet in die Begegnung“, so Cheftrainer Hofmeister.

Wie immer bietet der VfL Günzburg Mitfahrgelegenheit im Mannschaftbus an: Anmeldungen bei Dieter Pohl.

Nähere Infos zum Anzinger SV findet man im Netz unter:
www.handball-anzing.de