Herren – Regionalliga

ZUM GEBURTSTAG VIEL GLÜCK; FÜNF BUDEN UND ZWEI PUNKTE

Respektvoll fuhren die Günzburger Handballer zum Restart in den Löwenkäfig nach Anzing. Zuletzt wurde dreimal gegen die Oberbayern verloren, außerdem musste einer der beiden Hintenmitte Alex Prechtl erkrankt absagen und die Spielvorbereitung war ebenfalls alles andere als optimal. Heute wissen wir: Es hat gereicht. Mit einem 36:38 (17:18)-Auswärtssieg im Gepäck kehrten die Schwaben von ihrer Winterreise unversehrt und punktereich zurück.

Traumhaft sicher verwandelte Geburtstagskind Gabriel Scholz den ersten seiner fünf Siebenmeter zum 0:1. Der Wurf war vermutlich unhaltbar, man spürte wie heiß der Augsburger Student darauf war, seiner Mannschaft und sich am eigenen Gabriel-Scholz-Feiertag einen Sieg zu schenken. Während im Angriff vom Schild des Favoriten herab vieles gewohnt leicht fiel, insbesondere Kreisläufer Daniel Jäger (insgesamt acht Treffer) wurde immer mustergültig eingesetzt, tat sich die VfL-Defensive über die gesamten 60 Minuten schwer Zugriff zu erlangen, obwohl mit Florim Hoxha, er weilte bei der kosovarischen Nationalmannschaft, der beste Löwe fehlte.

Die Gastgeber erspielten sich zunächst Zwischenstandvorteile. Kreisläufer Florian Ehrenstörfer traf zum 4:3, Philipp Schnabel in der 17. Minute zum 10:9: Zwischendurch bekam Torwart Patrick Bieber mal eine Hand an den Ball, außerdem lief es vorne oftmals wie am weinroten Handballschnürchen. So kippte die Begegnung leise zugunsten der Schwaben. Dokumentiert wird dies im Spielbericht u.a. durch ein aus VfL-Sicht fröhliches 13:15, mal wieder per Siebenmeter durch den Ältergewordenen.

Besonders Trainer Sandro Jooß hoffte nun auf eine Initialzündung oder wenigstens Günzburger Abwehrbeton. Doch alles blieb durchlässig, Immerhin ging es mit einem hauchdünnen 17:18 in die Halbzeitpause.

Nachdem die ausgezeichneten Schiedsrichterinnen Julia Kranich und Katharina Kunster wieder angepfiffen hatten, vergrößerten die Günzburger ihren Vorsprung ein wenig. Daniel Jäger warf mit traumwandlerischer Sicherheit zum 18:21 ein. Vor der Halbzeit war er überwiegend von Joseph Stotz mustergültig in Wurfposition gebracht worden, nach der Halbzeit wurde das vom Sportreferenten der Stadt Günzburg, Herrn Michael Jahn, der sich nicht nur theoretisch erfolgreich für den Sport in Günzburg einsetzt, noch getoppt. Unglaublich welche Anspiele möglich sind! In der 55. Minute leuchtete endlich ein irgendwie vorentscheidendes 31:35 von der Anzeigentafel. Doch es waren noch wenigstens zwei Treffer notwendig, um die vielen Defensivlöcher zu stopfen. David Pfetsch mit zwei Toren, wieder Daniel Jäger und Nicolai Jensen erlösten ihre Farben. Der Anzinger SV hatte alles gegeben. Der Günzburger Handballfreund und Löwendompteur Julian Ruckdäschel wirkte nach dem Spiel gar nicht so unzufrieden. Knapp, sehr knapp, war es ja.

Für beide Mannschaften waren die Re-Start-Bedingungen nicht optimal. Der VfL Günzburg gehört mit 18:6-Punkten weiter der Spitzengruppe an und ist nur eine von fünf Teams, die überhaupt ein positives Punktekonto haben. Cheftrainer Hofmeister wertete die zähe Begegnung als einen Beweis, warum man am Ende noch nicht zu den top Mannschaften gehört. „Die besten Teams der Liga ziehen ihr System präzise und unbarmherzig, gegnerunabhängig durch“. Dadurch würden von ihnen Mannschaften aus dem unteren Tabellenzweidrittel schlicht deklassiert. „Bei uns verhindert das eine Mischung aus Bequemlichkeit und Egoismus. Nur wenn wir das konsequent verändern, können wir am Ende ganz oben stehen. Das Spiel zeigte, wie weit wir davon entfernt sind.“

Nächste Woche wird endlich mal wieder normal trainiert. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Hier geht es zum Spielbericht:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=8042447&championship=BHV+2025%2F26&group=437864