Herren – Regionalliga
Mit einem 23.22 wendete der VfL Günzburg durch zwei Tore von David Pfetsch in der Schlussphase gerade noch eine Heimpleite gegen einen unermüdlich kämpfenden TSV 2000 Rothenburg ab. Die Schwaben bestätigen damit ihre schlechte Re-Start-Leistung vom Anzingsspiel und sind aktuell meilenweit von der Form des Jahres 2025 entfernt. Irgend eine Auswirkung muss es haben, wenn der Handball während der gesamten Weihnachtsferien wegen Hallenfußballs aus der Günzburger Sporthalle ausgesperrt ist – übrigens mal wieder trotz gegenteiliger Zusicherungen.
Die beiden ersten Treffer der Begegnung erzielten Nedim Jasarevic und Philipp Schemm. Die Günzburger Mannschaft wusste um die neuen Stärken der Gäste. Da ist zum einen entschlossenes Handeln beim eigenen und gegnerischen Tempospiel, aber auch ein sehr körperbetontes individuelles Angriffsspiel. Hinzu kommt mittelfränkischer Abwehrbeton. hinter dem starke Torwarte aufmerksam lauern.
David Pfetsch, beim Tempospiel mit Ball mal wieder kaum zu halten und Joseph Stotz, der VfL-Spieler, der in den letzten beiden Jahren den größten Sprung nach vorne gemacht hat, glichen zum 2:2 aus. Die VfL-Innenverteidigung stand danach sicher, Daniel Jäger verteidigte überragend gegen Kreisläufer Daniel Laugner und der Rest packte energieaufwendig entschlossen zu. Nach drei Treffern in Folge prangte in der 18. Minute ein 8:5 von der Anzeigentafel. Großen Anteil an der Torarmut hatte Torwart Julian Lohner, der verdientermaßen endlich mal wieder von Anfang an zwischen den Pfosten stand. Dass die Gastgeber im Angriff so wenig zum Zug kam, lag vor allem am erstarkten Rothenburger Defensivgeist und viel zu zögerlichem eigenen Tempospiel.
Nach dem 10:7 durch den erneut wurfsicheren Noah Heisch, kamen die Tauberstädter wieder heran. Nikola Stojanov gelang der 10.9-Anschlusstreffer. Die guten Schiedsrichter Philipp und Vincent Plötz pfiffen bei einem 12:9 gerecht zur Halbzeit.
Danach ging es voll nach dem Geschmack der zahlreichen Zuschauer weiter. Bis zur 32. Minute hatten die Weinroten ihren Vorsprung endlich auf fünf Tore ausgebaut als erneut Noah Heisch zum 14:9 traumwandlerisch traf. Zwei Minuten später erhielt Beni Telalovic nach einem zu harten Foul eine direkte Rote Karte. Grundsätzlich schwächt das die Innenverteidigung sehr. Jonathan Cremer vertrat ihn jedoch auf der vorgezogenen Abwehrposition gleichwertig. Allerdings hatten die Günzburger nun noch einen Spieler weniger – Alexander Prechtl fehlte erneut krankheitsbedingt – der „hinten“ und beim Gegenstoß für die Mannschaft erfolgreich Energie verbrennen kann. Das Fehlen des Defensivspezialisten wirkte sich eher im Angriff aus. Die Spieler, die vorne und hinten Kraft benötigten, gerieten in der Offensive an ihre energetischen Grenzen. Viele sind es auch nicht.
Außerdem steigerte sich der Rotheburger Torwart immens, selbst Daniel Jäger, der wirklich alles aus sich herausholte, scheitert zweimal frei. Nun kippte die Begegnung nach dem 20:17 in der 48. Minute. Der VfL wurde vorne kraftlos oder der TSV-Torwart – mittlerweile bester Mann auf dem Platz – hielt und hielt. Und so kam es wie es eigentlich nicht hätte kommen sollen: Nach völliger Angriffsflaute und einem Rothenburger 5:0-Lauf stand es jäh 20:22 in der 55. Minute. Leise schien man schon das hässliche Lied: „Aus-, Aus-. Auswärtssieg (…)“ zu vernehmen. Doch so weit kam es dann doch nicht.
Nach einer Auszeit und einem erneuten Tausch der Rückraumformation bündelten die Günzburger ihre Restkräfte und/oder die Gäste waren endlich am Ende ihres aufopferungsvollen Spielstils. Nur noch der VfL traf: Manuel Scholz mit einem Siebenmeter, nachdem er zuvor einmal gescheitert war und zweimal David Pfetsch.
Die Mannschaft ließ sich feiern, die Trainer waren enttäuscht.
Hier geht es zum Spielbericht:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=8042456&championship=BHV+2025%2F26&group=437864



