Herren – Regionalliga
Samstag um 19.30 Uhr: Handball in der Rebayhalle.
Die Münchner Samstagsgäste stehen mit 13:15 auf dem siebten Platz, befinden sich aber in top Form, besiegten sie doch am vergangenen Wochenende im Münchner Derby den Anzinger SV überdeutlich mit 31:20, was überhaupt nicht einfach ist wie die Günzburger nur allzu gut wissen. Nach einer knappen 4:3-Anfangsführung zogen die Schützlinge von Spielertrainer Philipp Batzer auf 6:3 davon, bauten den Vorsprung gegen abgekämpfte Gäste schnell auf 13:6 aus, um am Ende ungefährdet das Lied vom „Derbysieger“ in eigener Halle zu skandieren. Auffällig war die zupackende 6:0-Deckung, konsequenter Gegenstoß und der „siebte Feldspieler“. Gefährlichste Spieler waren der schnelle Linksaußen Jan Paduch mit acht, sowie Spielmacher Vitus Baumgartner und Rückraumlinks Timo Blumenwitz mit jeweils sechs Treffern.
Zu warnen braucht man die VfL-Spieler vor Allach nicht. Zwar behielten die Schwaben in den vielen letzten Begegnungen meist die Nase knapp vorne, dazu war jedoch stets sehr viel harte Handballarbeit notwendig. So war es auch im Hinspiel, beim knappen 28:29 (13:11)-Auswärtssieg der Günzburger. Mit unglaublicher Geschwindigkeit rasten beide Mannschaften durch die Sporthalle in der Eversbuschstraße. Erst beim 18:19 durch Alex Prechtl in der 45 Minute gelang den Weinroten die erste Führung. Starke Nerven und Tempospiel bis zum fröhlichen Ende waren danach notwendig um ganz am Ende die zwei Punkte mit auf die Rückreise zu nehmen. Besonders die Kreisläufer machten der VfL-Defensive Probleme. Außerdem ist Linkshänder Philipp Batzer, der mit bislang 73 Treffern die interne Torschützenliste anführt, sehr zu beachten.
Der VfL befand sich in den letzten Wochen in arger Grippenot. Reihenweise waren Spieler ausgefallen, Viren diktierten die Trainingsbeteiligung und Mannschaftsaufstellung. Es musste arg improvisiert und gekämpft werden. Dank großem Einsatz gelangen in den drei Spielen des Jahres 2026 dennoch optimale sechs Punkte. Die waren wichtig, mittlerweile ist der vierte Platz erklommen und die Schützlinge von Trainer Sandro Jooß haben sich ganz oben fest gesetzt. Nur die SG Regensburg, mittlerweile mit weiterhin nur drei Minuspunkten abgesetzter Tabellenführer, überstanden die schwierige Weihnachtspause ebenfalls unbeschadet. HT München verlor zweimal hintereinander: Deutlich mit 38:29 im Adlerhorst und völlig überraschend mit 35:30 beim TSV Lohr. Selbst HaSpo Bayreuth schwächelte am vergangenen Wochenende in Rothenburg, als sie mit 30:29 punktlos unglücklich die Heimreise antreten mussten. Schließlich mussten die Landshuter bei der SG Regensburg mit 32:29 klein beigeben und verloren mit einer langwierigen Verletzung Paul Soborowski, einen der besten Spieler der Liga. Das unerwartete Ergebnisdurcheinander und schwäbische Beharrlichkeit haben aus dem VfL ein nie für möglich gehaltenes Spitzenteam gemacht. Das nimmt man gerne mit.
Der VfL Günzburg hat am Samstag also nicht nur ein beliebtes Südderby gegen echte Handballfreunde, sondern die Chance in der Meisterschaftsfrage ein Wörtchen mitzureden, zumindest die Spitzenteams weiter ordentlich zu ärgern, schließlich kommen die SG Regensburg und die TG Landshut noch an die Donau. Zusätzlicher Druck entsteht dadurch nicht, Spitzenspiele erhöhen den Spaßfaktor. Schließlich hat der VfL Günzburg den größten Zuschauerzuspruch der Liga. Handball in Günzburg ist eine traditionsreiche Samstagsabendveranstaltung. Die Begeisterung in der alten Handballhochburg Genuss und Antrieb für die Spieler.
Letzte gute Nachricht: Die Viren sind besiegt. Personell kann aus dem Vollen geschöpft werden.
Hier geht es zur Homepage des TSV Allach:
www.tsvallach.de



