Herren – Regionalliga
Zur ungewohnten Zeit am Sonntag um 13.00 Uhr treten die VfL Handballer in der fränkischen Handballhochburg gegen die Reserve des Zweitligisten HSC Coburg 2000 an. Die Coburger gehören zum allerbesten was der bayerische Handballverband zu bieten hat. Die 1. Männermannschaft belegt in der HBL 2 aktuell einen guten neunten Platz, die A-Jugend ist in der JBLH 2 Achter, die B- und C-Jugend ringen mit VfL-Teams immerhin in den höchsten bayerischen Ligen.
Das liest sich großartig, bedeutet aber auch jede Menge logistischen Aufwand, der u. a. darin besteht, alle Mannschaften im Gesamtspielplan möglichst so zu berücksichtigen, dass sich die Teams gegenseitig helfen können. Wie alle Bundesligisten streben sie dabei an, dass Talente zusätzlich gefördert werden, indem sie auch eine Altersklasse höher mitspielen. Das führt dann eben dazu, dass die 2. Coburger Männermannschaft auch mal Sonntags um 13.00 Uhr spielt, damit Spieler aus der 1. Mannschaft oder A-Jugend, die Samstags zum Einsatz kamen auch um Regionalliga-Männerpunkte kämpfen können. Wichtig ist diese 2. Mannschaft für das Gesamtkonstrukt von HSC Coburg schon, da der Sprung von der A-Jugend in die 2. Bundesliga nur für absolute Ausnahmetalente zu bewältigen ist, großes Zuschauerinteresse dürfen sich die Reservespieler zu solchen Spielzeiten allerdings nicht erhoffen.
Coburg 2 und der VfL Günzburg 2 duellieren sich seit vielen Jahren. Während bei den Schwaben die Personalfluktuation erfreulich niedrig ist, verändert sich der fränkische Kader Jahr für Jahr umfangreich. Der Stamm des Günzburger 3. Liga-Teams spielt noch immer, die Coburger hingegen haben in der gleichen gemeinsamen Zeit ihren Kader nahezu komplett umgekrempelt. Beides ist gewollt und beschreibt die unterschiedlichen Zielsetzungen.
HSC 2 steht mit einer sehr jungen Mannschaft mit 10:16-Punkten auf dem elften Platz. Vor Wochenfrist gelang ein wichtiger 33:36-Sieg bei den heimstarken Anzinger Löwen. Die Liga-Youngsters dominierten die Begegnung und führten bereits zur Halbzeit mit 13:19. Zwar wurde es gegen Spielende noch einmal arg eng, dank des achtfachen Torschützen Leonards Valkovskis und Tim Knoth, der sechs Treffer erzielte, brannte aber nichts mehr an. Besonders der permanente Einsatz eines siebten Feldspielers führte zum Erfolg. Das Ergebnis war wichtig um den Abstand zu den Abstiegsplätzen groß zu halten.
Im Hinspiel trennte sich die Sonntagskonkurrenten nach einer großartigen Begegnung mit 39:37. Die Franken waren damals mit Matteo Menges, der mittlerweile zu den Ludwigshafener Eulen in die 2. Liga Zweitligisten und dem elffachen Torschützen Marks Lilienfelds überragend besetzt, führten zur Halbzeit mit 18:20 und in 38. Minute mit 26:27. Ein langer Schlussspurt der Günzburg rettete beide Punkte.
Am Sonntag in Coburg ist es wie immer, man muss das Ausfüllen des Spielprotokolls abwarten um festzustellen, gegen wen man genau spielt und dann geht es los, nur halt Mittags. „Wegen der frühen Abfahrt wird es auf ausgeschlafene Typen ankommen“, orakelt Cheftrainer Hofmeister. Die Reise beginnt nämlich um 7.30 Uhr und das im Wahlkampfendspurt.
Beim VfL Günzburg sind alle Spieler kerngesund und voller Handballtatendrang, schließlich möchte die Mannschaft bei jeder Tages- und Nachtzeit die unnötige Heimniederlage gegen den TSV Allach wieder wett machen. Zu seinem ersten Punktspieleinsatz nach einer Kreuzbandverletzung wird Erik Lieder, Neuzugang vom TSV Friedberg, kommen. Für ihn geht es allerdings erst einmal in der A-Jugendoberliga los. Auch beim VfL Günzburg arbeiten die Mannschaften eng zusammen.


