Herren – Regionalliga

DER SPITZENREITER KOMMT

Am Samstag um 19.30 Uhr fliegen die Regensburger Adler, ganz oben von der Tabellenspitze herab in die Rebayhalle. Mit erst drei Minuspunkten führen sie die Tabelle an. Irgendwie wirken die gierigen Punktegreifer dadurch noch majestätischer als in den Vorjahren. Da der Zweite und Dritte, die TG Landshut und HaSpo Bayreuth, bereits sechs Minuspunkte auf ihrem Konto haben, kann man die Oberpfälzer mittlerweile getrost als Aufstiegsfavoriten bezeichnen. Allerdings ist ihr Rückrundenprogramm alles andere als einfach. Die Schützlinge von Landestrainer Benjamin Herth müssen noch ins Hachinga Tal, in das ebenso enge wie gefürchtete Bayreuther Wohnzimmer und eben am Samstag zum VfL Günzburg. Keine einfachen Auswärtsaufgaben – die Erfolgstrauben hängen dort deutlich höher als in anderen Regionalligahorsten.

Für beide Mannschaften also eine wegweisende Begegnung. Weiter oben mitspielen können die Schwaben nur, wenn sie die Regensburger Adler zum Sturzflug veranlassen. Nicht nur bei Geiern ist das möglich. Die ganze Liga wird dem VfL dazu die Daumen drücken, das Meisterschaftsrennen wäre danach wieder komplett offen. Die Pläne der SG Regensburg gehen naturgemäß in die entgegengesetzte Richtung: Die Meisterschaft ist das erklärte Saisonziel, ein Sieg beim VfL hielte die Konkurrenz auf beruhigende Distanz. Es fliegt sich dann leichter.

Passend zur elektrisierenden Ausgangslage kommt die Freikartenaktion für Günzburger Schulen und Vereine. Zweimal im Jahr starten die VfL-Verantwortlichen diese Aktion um das Aushängeschild des Günzburger Handballs zusätzlich emotional zu unterstützen. Die Nordtribüne ist zum achten Mann geworden. Bei der sportlichen Ausgangssituation dürfte die Frage nicht sein, ob die Halle voll wird, sondern wie voll sie wird. „Das wird ein großartiger Handballabend“, freut sich Abteilungsleiter Martin Frey.

Mit 572 Toren, das sind im Schnitt fast 36 Buden pro Spiel, präsentiert sich mit den Gästen die Tormaschine der Liga. Zum Vergleich trafen die zweiterfolgreichsten Werfer der HSC Coburg 511. Danach folgen HT München mit 506 und der VfL mit immerhin 503 erfolgreichen Abschlüssen. Es ist also mit einem Offensivspektakel voller Tempo zu rechnen. Torhüter und Abwehrreihen müssen da kühlen Kopf behalten und im entscheidenden Moment hellwach sein.

Mit 44:28 (19:10) fegte die SG zuletzt in eigener Halle über die Anzinger Löwen her. Schon in der ersten Halbzeit war die Begegnung entschieden. Größten Anteil an der zügellosen Torejagd haben Linksaußen Tom Wuka, die schnellkräftigen Simbeck-Brüder und Tom Weiki, einer der Siebenmeterwerfer.

Im Hinspiel unterlagen die Schützlinge von Sandro Jooß nach einer überwiegend ausgeglichenen ersten Halbzeit deutlich mit 32:23.- Überbewerten muss man das Ergebnis nicht, Mit Beni Telalovic, Jonathan Cremer und Joseph Stotz fehlten dem VfL Günzburg einfach zu viele zupackende Kräfte in der Defensive. Spätestens nach den ersten Auswechslungen wurde die gestellte Aufgabe einfach zu schwierig.

Die spielfreien Wochen wurden von den Weinroten mit einer zusätzlichen vierten Trainingseinheit gut genutzt. Die Trainingsrückstände aus einer zu langen Weihnachtspause sind endlich aufgeholt, selbst die Halle konnte endlich einmal wieder normal genutzt werden. Leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Alt und überlastet ist sie geworden

Es ist also alles bestens angerichtet für den Regionalligakracher.

Die Günzburger „Feierabendprofis“ freuen sich sehr auf die ordentliche Herausforderung. Die Mannschaft wird zusammen mit dem Publikum alles dafür tun, um die Punkte in eigener Halle festzuhalten.

Hier geht es zur Homepage der Adler:
www.sg-regensburg.de