Herren – Regionalliga

SOUVERÄNER SPITZENREITER

Vor knapp 1000 Zuschauern unterlag der VfL Günzburg einer souveränen SG Regensburg mit 27:33 (13:18). Das Ergebnis schmeichelt enttäuschenden Gastgebern.

Im Gegensatz zu früheren Jahren als die Adler zwar voller Elan, aber immer auch ein wenig unkontrolliert, durch die bayrischen Hallen stürmten und mehr warfen als spielten, trat der Tabellenführer von Anfang sehr kontrolliert auf und traf in Angriff und Abwehr meist genau die richtigen Entscheidungen. Ihr durchdachtes Spiel ist dabei auf sehr viele Schultern verteilt – energetische Pausen sind jeder Zeit möglich, da auch die Spieler von der Bank sehr gute Regionalligaspieler sind.

Nur am Anfang entwickelte sich das erwartete Angriffsspektakel. Während die Adler dabei ihre Chancen sicher verwandelten, wurden die Günzburger ihren Wurfmöglichkeiten nicht Herr bzw. scheiterten u.a. bei zwei Siebenmetern am starken Oberpfälzer Torwart. Beni Telalovic verwandelte eine der wenigen Gegenstoßchancen noch zum 1:1. Ehe sich Regensburger Dominanz schnell im Spielbericht mit einem 1 : 6 festschrieb. .Eigentlich war es da schon mit der Günzburger Handballherllichkeit vorbei. Die VfL-Spieler waren trotz aller Schwüre nicht auf harten Kampf eingestellt und hatten sich alles wohl zu einfach vorgestellt. Das war es zugegebener Maßen überhaupt nicht. In der 14 Minute nahm Trainer Hofmeister die erste Auszeit, auch sie half nicht.

Zu allem Überfluss fiel der Kopf des weinroten Angriffsspiel Nicolai Jensen arg früh mit einer Platzwunde am Kinn aus. Sie musste mit vier Stichen genäht werden. Wenig später verletzte sich Kreisläufer Alexander Prechtl schwer am Knie. Die gestellte Aufgabe wurde bei gleichbleibender Regensburger Überlegenheit dadurch noch schwerer. Ohne irgendwann eigene Spielkontrolle zu erlangen, blieben die Günzburger bis zum 10:14 durch Noah Heisch noch halbwegs dran. Wie immer, wenn es im eigenen Angriff nicht läuft, selbst das Tempospiel blieb ein laues Lüftchen, wurde der Kopf in den Sand gesteckt und das Abwehrspiel vernachlässigt. Nach dem 10:16 durch ein Siebenmetertor durch Tom Wuka das nächste Ungemach. Ein medizinischer Notfall auf der Tribüne. Ein VfL Fan benötigte erste Hilfe. Der Notarzt musste gerufen werden. Die Begegnung musste für zwanzig lange Minuten unterbrochen werden. Heute wissen wir, dass es dem Patienten wieder gut geht. Das ist erstmal am wichtigsten. Danke an alle die hilfsbereit waren, auch an die Regensburger.

Michael Jahn, der sich trotz des sehr aufwendigen OB-Wahlkampfes in den Dienst der Mannschaft stellte, traf nach Wiederanpfiff zum 11:16. Gewechselt wurde bei einem Spielstand von 13:18. Eine sehr schwierige und ewig lange erste Halbzeit war zu Ende gegangen.

Fünf Tore sind in der Hochgeschwindigkeitssportart Handball nichts. Viel wurde sich für den zweiten Durchgang vorgenommen. Die Hypothek aus den ersten 30 Minuten war zu hoch, die Spielkontrolle der Regensburger zu umfänglich. Die Abwehr glich phasenweise einem Hühnerhaufen, im Posiitonsangriff fehlte die ordnende Hand. Immerhin keimte vereinzelt Günzburger Gegenstoßspiel auf. Beim 19:29 durch Jakob Rümmelein in der 51. Minute war die Vorentscheidung längst gefallen. Der Torhunger der Gäste war gestillt. In den letzten 10 Minuten spielte Günzburg wieder munter mit. Robin Lorenz zeigte in der zweiten Hälfte sein Können und Leo Spengler warf zwei umjubelte Treffer. Nach dem Spiel wurde der sechsfache Torschütze David Pfetsch völlig zu Recht zum „man of teh match“ gewählt. Eifrig wurde für das Publikum Ergebniskosmetik betrieben. Das 27:33-Endergebnis beschreibt die Regensburger Dominanz nicht ausreichend genug.

Da Bayreuth mit 24:21 in Landshut gewann. wird die Meisterschaft nun wohl zwischen der SG Regensburg (drei Minuspunkte) und HaSpo Bayreuth (fünf Minuspunkte) entschieden. Die TG Landshut mit acht und HT München mit neun Minuspunkten müssen mittlerweile auf unwahrscheinliche Ausrutscher hoffen.

Hier geht es zum Spielbericht:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=8042597&championship=BHV+2025%2F26&group=437864