Herren – Regionalliga

VFL GÜNZBURG SETZT ERSTMAL OBERBÜRGERMEISTER EIN

Am Samstag um 19.30 Uhr empfangen die VfL-Handballer den TSV Haunstetten zum Schwabenderby. Noch ist Michael Jahn natürlich nicht im Amt, nach erfolgreicher Wahl aber immerhin designierter Oberbürgermeister der Stadt Günzburg. Beim VfL kamen schon Weltmeister und Olympiasieger zum Einsatz, in der 2. Liga ein türkischer Nationalspieler, was zur damaligen Zeit schon ein seltener Farbtupfer war. Auch viele andere großartige Sportler aus aller Herren Länder zogen schon das weinrote Trikot über. Ein Oberbürgermeister, auch wenn er aktuell nur ein gewählter ist, aber noch nicht. Gerhard Jauernig hätte sich das vielleicht vorstellen können, denn auch er war begeisterter Handballer, doch Cheftrainer Hofmeister stellte ihn nie auf. Viele kritisieren ja wie er ein- und auswechselt. Das könnte die Wurzel sein.

Das Ganze auch noch beim Schwabenderby. Groß war die Freude in Günzburg als der TSV Haunstetten in die Regionalliga zurück gekehrt war – endlich wieder ein Derby. Leider hingen nach dem Aufstieg viele Leistungsträger der Augsburger ihre Handballschuhe an den Nagel, das Verletzungspech schlug unerbittlich zu und so findet sich der TSV aktuell auf einem vorletzten Platz, schon sechs Punkte von HBC Nürnberg entfernt, die aktuell fröhlich den untersten Nichtabstiegsplatz einnehmen.

Am vergangenen Wochenende spielten die Haunstettener in heimischer Halle gegen die Anzinger Löwen 29:29 unentschieden. Mit acht Toren erzielte mal wieder Linkshänder Felix Pfänder, der letzte Saison noch gegen die Günzburger B-Jugend auf Torejagd ging, die meisten Treffer. Die Anzinger führten schnell 1:4, zur Halbzeit noch 11:15. Doch der Abstiegskandidat kann kämpfen und gibt sich nie auf. In der 51. Minute war der 26:26-Ausgelich geschafft. Beim 28:27 der Führungstreffer erzielt. Hart wurde um den Sieg gerungen. Ganz reichte es nicht, denn auch Löwen sind kampfeslustig und so blieb beiden am Ende ein schiedliches Remis.

Den 27:33 Auswärtserfolg im Hinspiel haben die Weinroten noch in aller bester Erinnerung. Der VfL erwischte damals einen Sahnetag. Schnell führte die Mannschaft um Nicolai Jensen mit 5:12. Nach ein paar Unaufmerksamkeiten stand es zur Halbzeit nur noch 13:15 gegen die tapferen Kämpfer. Der Einsatz muss gegen den TSV Haunstetten stimmen, nur dann kann sich individuelle Überlegenheit Platz und Torabstand schaffen. Die Weinroten rissen das Handlungsheft wieder an sich und am Ende konnten die Auswärtspunkte eingepackt werden. Die Zuschauer hatten trotz verteilter Favoritenrollen ein phänomenales Regionalligaspiel gesehen.

Taktisch kommt auf die Zuschauer einiges zu. Trainer Christian Kofler ist ein Taktikfuchs, eine Trainerspezies, die in Zeiten sehr individualisierten Handball, arg selten geworden ist. Jeder sucht den Erfolg nur noch im Kampf Mann gegen Mann. Sieben Feldspieler, davon zwei Kreisläufer und noch ein einlaufender Außen, werden die VfL-Abwehr arg auf die Probe stellen. „Wir haben Weitwürfe geübt und treffen auch“, plaudert Trainer Sandro Jooß aus dem weinroten Nähkästchen und verrät das einfachste Gegenmittel.

Nach Beendigung des Wahlkampfes geht Abteilungsleiter Martin Frey von einer gut ausgeschlafenen Mannschaft aus, das war in den letzten Wochen nicht immer so. Schon erstaunlich, was die Spieler im Kommunalwahlkampf auf vielen Ebenen geleistet haben. Wir freuen uns sehr auf das Schwabenderby.

Für Alex Precht kommt erneut Youngster Lenny Wulz zum Einsatz.

Hier geht es zur Homepage des TSV Haunstetten:
www.handball-in-augsburg.de