Herren – Regionalliga

DIE TRAUBEN HÄNGEN HOCH

Am Samstag um 19.30 Uhr treten die VfL-Handballer in der Sporthalle Ost in der Wagnerstadt Bayreuth an. Dort treffen sie auf den heimischen HaSpo Bayreuth, der just in diesem Monat sein 25jähriges Vereinsjubiläum feierte. Hellauf begeistert blickt die fränkische Spielgemeinschaft auf ihr erstes viertel Jahrhundert zurück. Die Bayreuther blieben sich dabei immer treu und setzten auf die eigene Jugend, profitierten aber auch von der Beliebtheit einer Universitätsstadt. Schnell ging es bergauf, die A-Jugend schnupperte JBLH-Luft, Damen und Herren spielten schon 3. Liga. Dabei gehören die Erfolge nicht nur der jüngeren Vergangenheit an, denn auch in der Jubiläumssaison klopft die erste Männermannschaft an die Türe zur 3. Liga. Einziger Konkurrent mittlerweile Tabellenführer SG Regensburg mit nur 3 Minuspunkten, dahinter lauert die HaSpo mit einem Minuspunkt mehr.

Angesichts der Dominanz beider Mannschaften scheint alles auf ein Finale hinauszulaufen, zu dem am 24. April die Liga-Giganten aufeinandertreffen. Der Verein schreibt daher auch über den langen Weg zum Endspiel, bei dem nun der VfL Günzburg im Weg steht. Im Hinspiel trennten sich die Tabellenvordersten übrigens unentschieden 28:28. Das Rückspiel findet in Bayreuth in einem „Wohnzimmer“ statt, wie die Wagnerstädter ihr Domizil gerne beschreiben. Das ist arg beschönigend. Zwar ist die Halle nun wirklich keine Arena, doch mit der Gemütlichkeit einer „guten Stube“ hat sie rein gar nichts zu tun. Nirgendwo in der Liga ist der Druck von der Tribüne durch die Enge unterstützt derartig groß. Angetrieben von einem mitreißenden Hallensprecher stehen die Fans im Hexenkessel der Liga lautstark wie Eins hinter ihren lokalen Handballhelden.

Diesen Heimvorteil werden nach Ostern die Regensburger Adler ausgesetzt sein und am Samstag der VfL Günzburg. Um dort zu punkten muss sportlich alles passen und man muss arg stressresistent sein.

Die Schützlinge von Matthias Bracher, einem ehemaligen Bundesligaspieler setzen auf Höchstgeschwindigkeit und eine kompromisslose Abwehr. Vorgezogen mit einem riesigen Zerstörer namens Sven Goeritz und im hinteren Zentrum wartet entschlossen Nico Brückner, der die Räume eng hält. Personell haben die Samstagsgastgeber schon die ganze Saison große Sorgen: Rückraumbomber Nico Brückner kommt nur bei Siebenmeterwürfen zum Einsatz und beim letzten Auswärtsauftritt in Anzing konnten auch Johannes Ruoff und Fabio Nicola nur von der Bank aus unterstützen. Auch deswegen ging es in Anzing beim 22:25-Auswärtserfolg arg eng zu. Die dortigen Löwen waren in der 56. Minute noch mit 21:23 und in der 58. Minute noch mit 22:24 dran, doch die Butter vom Brot ließ sich der Meisterschaftsfavorit nicht mehr nehmen. Eine überragende Deckung und Tempospiel genügten. Auch die Torschützenliste der Liga beschreibt die Spielweise. Die besten Bayreuther Werfer tauchen erst auf den Plätzen 24 und 25 auf.

In einem phänomenalen Hinspiel setzten sich die Günzburger mit 29:26 (17:14) durch, besonders Nicolai Jensen und Jonathan Cremer, die damals je fünfmal trafen, werden das Spiel noch in allerbester Erinnerung haben. 26-26 stand es zwei Minuten vor Schluss. Ein abschließendes Überzahlverhältnis nutzen die Schwaben dann zur Entscheidung. Groß war die Begeisterung in der Halle. Bis Weihnachten setzen die Günzburger zum Hohenflug an.

Über Weihnachten ging die Leichtigkeit bei Heimspielen verloren. Am vergangenen Wochenende dann der Tiefpunkt mir einer deutlichen Derbyniederlage gegen den TSV Haunstetten. Ein Aufbaugegner ist HaSpo Bayreuth zwar wirklich nicht, dennoch reicht es. Handball spielen kann man ja grundsätzlich nicht verlernen. Die Mannschaft wird alles dafür tun, um auf die Erfolgsspur zurückzukehren.

Wie immer bietet der VfL Günzburg eine Mitfahrgelegenheit im Mannschaftsbus an. Sportlich haben sich die weiten Wege immer gelohnt. Auswärts wurde auch im Jahr 2026 alles gewonnen. Auf die Bayreuther Wohnzimmeratmosphäre freut sich die Mannschaft, in der Vergangenheit konnte sie ihr auch immer einmal trotzen. Das ist auch am Samstag der Plan.

Hier geht es zur Homepage von HaSpo Bayreuth:
www.haspo-bayreuth.de