Herren – Regionalliga

ZUM ABSCHIED EIN HEIMSIEG

Im letzten Heimspiel der Saison 2025/2026 gewannen die VfL Handballer mit handgreiflicher Unterstützung – gemeint sind Fangen, Passen und Werfen – von Oberbürgermeister Michael Jahn in einer spannenden Begegnung mit 28:26 (17:14). Trotz herrlichem Frühlingswetter fanden sich 500 Zuschauer in der Rebayhalle ein. Das hatte vor allem auch mit der Verabschiedung von Torwarttitan Patrick Bieber zu tun. Viele alte Weggefährten, u.a, die eigene Oma hatten sich eingefunden um eine der tragenden Mannschaftssäulen des letzten Jahrzehnts zu verabschieden. Sein Trikot war überdimensioniert an der Südtribüne angebracht, die Red-Devils hatten sich einiges an Choreographie einfallen lassen und die Fans trieben ihn und die Mannschaft lautstark zum Sieg. Es war ein herzlicher, gefühlsbetonter Abschiedsabend, wobei die Gäste ganz andere Pläne hatten.

Die ersten beide Tore erzielte der achtfache Torschütze Nicolai Jensen, der seine letztjährige beste Saison mit seiner diesjährigen allerbesten Saison noch einmal überbot. Beantwortet wurde der Auftakt durch zwei Treffer des ebenfalls achtfachen Trefferkönigs der Anzinger Florim Hoxha. Schon da war zu spüren, dass die Oberbayern keine Abschiedsgeschenke dabei hatten, sondern ihre aufsteigende Form durch einen Auswärtssieg in Günzburg krönen wollten. Dem Spiel tat das nur gut, so kamen die Zuschauer nicht nur stimmungsmäßig, sondern auch sportlich auf ihre Kosten.

Nach einer 3:2-Führung durch Jonathan Cremer, dominierten die Löwen ohne jede „Sag-Leise-Servus-Einstellung“ die Auseinandersetzung. Als Sebastian Felber zum 4:8 einnetzte, wussten die VfL-Spieler, dass die ersten 60 Minuten einer langen Nacht hart und ungemütlich werden. Die „Hallo-Wach. Pille“ wirkte. In der 20 Minute glich David Pfetsch aus. Großen Anteil an der Wende hatte eine Abwehrumstellung durch Sandro Jooß auf eine defensivere Formation. Das erleichterte auch Patrick Bieber das Glanzparadentum. Gewechselt wurde – wieder durch einen Treffer von David Pfetsch – bei einem Spielstand zum 17:14.

Als die ausgezeichneten schwäbischen Schiedsrichter Rainer Böhme und Frank Sand, die durch ihre kommunikative Art zu den beliebtesten der Liga gehören wieder anpfiffen, wandelte sich die Begegnung. Wurde in der ersten Halbzeit vornehmlich auf Torejagd gegangen, ward nun Abwehrbeton angerührt. Sehr in den Vordergrund rückte dabei der neue Anzinger Keeper Hertlein. So schlecht spielten die Günzburger gar nicht, doch gleich reihenweise vergaben sie Großchancen von Außen und vom Kreis. Außerdem hielt der Löwentorwart gleich vier Siebenmeter von Wurfkünstler Manuel Scholz, was handballwissenschaftlich bislang noch gar nie nachgewiesen werden konnte..

In der 43. Minute war der schöne Vorsprung beim 22:22 dahin. Schlecht für ein Abschlussfest. Noch mehr schwäbischer Abwehrbeton wurde angerührt und weiter viel verworfen. Tore wurden zur Mangelware. Nach dem 24:24 trafen Meye, Pfetsch und Jensen. 27:24! David Pfetsch jagte zum Gegenstoß – Herr Hertlein hielt. Und so kam es wie es in Feierlaune nicht kommen sollte, Oskar Trümmer gelang bei 56.00 der 27:26-Anschlusstreffer. Manuel Scholz vergab einen Siebenmeter. Die Red-Devils gaben alles. 33 Sekunden vor Schluss dann ein Freiwurf für Günzburg bei angezeigtem Zeitspiel und ungünstigem Winkel. Normalerweise eine Sache für den Oberbürgermeister. Damit rechneten wohl auch die Löwen. Überraschend ging der Ball zu Routinier Scholz und er warf wieder irgendwie Der verdutzte Ball rollte irgendwie schwindelig ins Tor. Darauf war selbst die neue Katze aus Anzing nicht vorbereitet: 28:26-Sieg.

Freudentaumel machte sich breit. Die gesamte Mannschaft wurde zum „Man of the match“ erhöht. Cheftrainer Hofmeister verzichtete altersmilde auf eine Spielanalyse. Danach minutenlange stehenden Ovationen für die Mannschaft und ihren Motivator und Handballpapa Patrick Bieber. Sportlicher Leiter Fabian Schoierer hielt zum Abschied eine launige Rede. Nicolai Jensen erzählte einige Anekdoten aus dem Handballleben des Torwartes Patrick Bieber. So endete der Abend nicht wie der übliche Schwabenkrimi, sondern voller aufrichtiger Gefühle.

Am vorletzten Spieltag sind nun auch alle Entscheidungen in der Liga gefallen. Trotz eines 32:23-Sieges des TSV Haunstetten gegen den TSV Rothenburg müssen die Augsburger den schweren Rückweg in die Oberliga antreten, da auch HBC Nürnberg gewann. Die Franken haben nun einen Spieltag vor Schluss zwei Punkte Vorsprung, aber im direkten Vergleich uneinholbar die Nase vorne.

Der VfL Günzburg spielt sein Saisonfinale nächste Woche in Rothenburg.

Hier geht es zum Spielbericht:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=8042601&championship=BHV+2025%2F26&group=437864