Herren – Regionalliga
Nachdem der TSV Rothenburg vor dem Spiel etlichen langjährige Spieler mit Ovationen in den Handballruhestand verabschiedete, begann eine temperamentvolle Handballauseinandersetzung, bei der keines der beiden Teams verlieren wollte. Die Heimmannschaft hatte eine Abschlusssause geplant und der VfL Günzburg wollte seinen scheidenden Spielern ebenfalls einen Sieg zum Saisonausklang schenken. Die Stimmung in der Halle war prächtig, der VfL-Mannschaftsbus war bis auf den letzten Platz gefüllt, vor allem wohl deswegen, weil die Fans auch auswärts Patrick Bieber die allerletzte Ehre erweisen wollten.
Unter dem Jubel der Rothenburger Zuschauer erzielten die Einheimischen die ersten beiden Treffer. Manuel Scholz glich mit zwei Siebenmetern aus. Bis zum 6:6 verlief das Spiel komplett ausgeglichen. Der VfL mit hohem Tempo und zunächst vortrefflicher Angriffseffektivität bestimmte danach die Folgespielzeit. Als Daniel Jäger in der 18. Minute das 7:12 erzielte, gehörte die gut gefüllte Halle den weinroten Fans. Dreieinhalb Minute später, war der schöne Vorsprung beim 10:12 nahezu aufgebraucht. Der hartnäckige Kampf der TSV-Spieler hinterließ bereits hier Spuren. Die Auftakthandlungen wurden schlampig gespielt und der Gästetorwart rückte stärker in den Fokus. Beim 14:16 wurde gewechselt.
Viel hatten sich die Vfler am Feiertag ihres 150 jährigen Vereinsjubiläums für die zweiten 30 Minuten vorgenommen. Doch die fränkischen Kämpfer erspielten sich durch allerlei einfache Günzburger Fehler mehr und mehr Vorteile. Selbst der mittlerweile eingewechselte Keeper Patrick Bieber konnte nach dem 19:19 durch Robin Lorenz nicht verhindern, dass die Franken bis zur 39. Minute auf 22:19 davonzogen. Gekämpft wurde schon, auch mit den Schiedsrichtern gehadert, die Leichtigkeit war aber verloren. Die Fehler häuften sich. Nach einem 23:22-Anschlusstreffer, dominierten die Rothenburger, Philipp Schemm gelang die 27:22-Führung.
Die Kampfeslust konnte man den Gästen nicht absprechen. Nach den 28:23 gelang ein Viererpack (zweimal Pfetsch und je einmal Stotz und Cremer) nährten beim 28:27 Hoffnungen auf ein schwäbisches Happy-End. TSV 2000 Rothenburg mobilisierte die letzten Kräfte und zog kurz vor Schluss scheinbar uneinholbar auf 31:27 davon. Die Halle stand Kopf. Besonders Daniel Jäger trieb seine Mannschaft noch einmal an. Längst war auf offene Manndeckung umgestellt. Nach dem 31:29 vergab der VfL einen Gegenstoß. Die Gastgeber trafen kurz vor Schluss zum 32:29. Die Gastgeber hatten ihre Party.
Gefeiert wurde in bester Vereinslaune im Fanbus dennoch. Schließlich trat der Mannschaft zum letzten Mal in dieser tollen Besetzung an. Edelfan Heidi Wittlinger hatte die VfL-Siegeshymne „Sweet Caroline“ passend zu Patrick Biebers Abschlussfahrt umgeschrieben. Lauthals sang der Chor der „Schönen VfL-Stimmen“. Die letzten Worte im Bus gehörten noch einmal Patrick Bieber. Emotional ließ der seine VfL-Zeit für die Auswärtsfans noch einmal voller Dankbarkeit Revue passieren. Leicht ist ihm der Abschied nicht gefallen.
Hier geht es zum Spielbericht:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=8042595&championship=BHV+2025%2F26&group=437864


