Herren – Regionalliga

DEUTLICHE HEIMNIEDERLAGE GEGEN HASPO

Mit 24:31 (16:18) unterlagen die VfL-Handballer im Duell zweier noch verlustpunktfreier Mannschaften auch in der Höhe verdient. Die Schwaben hatten eine schwierige Trainingswoche hinter sich. Am Donnerstag stellten sie fest, dass sie acht krankheitsbedingte Atteste aufbringen könnten. Das hilft aber nicht, zu Recht sind die Auflagen für eine Spielverlegung hoch. Außerdem verfügt der VfL über eine A-Jugend und eine Reservemannschaft, sodass immer aufgefüllt werden kann. Levi Cremer aus der Jugend stand so das erste Mal im Kader – spätestens nächste Saison wird von ihm noch öfters zu lesen sein.

​Schon beim Betreten der Halle wirkten die Gäste körperlich überlegen. Sie hatten ein paar breite und sehr hohe Schränke dabei, die fränkischen Kleinmöbel waren zudem schnell. Die Mischung für eine Spitzenmannschaft stimmte; beim VfL fehlte es an diesem Tag besonders an Innenverteidigern. Die Gastgeber bekamen zunächst in der Abwehr keinen Zugriff, obwohl besonders Youngster Lenny Wulz mal wieder Schwerstarbeit leistete. Die Torwarte Moritz Schumacher und Sascha Langhans konnten einem zu Spielbeginn leidtun, ein freier Wurf folgte auf den nächsten. Die fränkische Dominanz dokumentiert der Spielbericht mit einem 0:2, über ein 2:6, ein 3:7 bis zu einem 6:10 in der 14. Minute. Eine weitere Ursache waren etliche Fehlwürfe, besonders David Pfetsch hatte sein Visier zu genau eingestellt. Es lag aber auch an der besten Deckung der Liga, die immer wieder Würfe aus ungünstigen Winkeln erzwingt. Das erhöht den Stress, ganz genau zu werfen, und ist Teil des Plans.

​Kämpferisch konnte man den Davids im Kampf gegen Goliath wenig vorwerfen. „Die Jungs nahmen die ordentliche Herausforderung an“, bestätigte Coach Sandro Jooß nach dem Spiel. Der VfL berappelte sich und fand im Angriff plötzlich gute Lösungen. Lenny Wulz, Noah Heisch und der sechsfache Torschütze Jonathan Cremer, der seine Wurfgewalt erfolgreich ausschöpfte, trafen hintereinander. Der Fehlstart war vergessen, urplötzlich prangte in der 17. Minute ein hoffnungsvolles 9:10 von der Anzeigentafel. Die Abwehr stand besser und der ins Tor zurückgekehrte Moritz Schumacher, später zum „Man of the Match“ erkoren, steigerte sich von Minute zu Minute. Die Begegnung wirkte unerwartet offen. Robin Lorenz traf im weiteren Verlauf zum 11:12-Anschluss. Gewechselt wurde nach einem munteren Hin und Her beim Spielstand von 16:18.

​In der zweiten Hälfte stellte Trainer Mathias Bracher seine Abwehr offensiver ein. Schnell war es mit der Leichtigkeit des Günzburger Angriffs vorbei. Nach dem 18:21 zogen die Gäste auf ein 18:25 in der 43. Minute davon. Dem Bayreuther Top-Scorer Nico Brückner gelang in dieser Phase ein lupenreiner Hattrick. Das war an diesem Tag bereits die Vorentscheidung; da konnte Keeper Moritz Schumacher, der zur Höchstform aufgelaufen war, halten, was er wollte. Die Innenverteidiger der letzten Saison Daniel Jäger, Beni Telalovic und Alexander Prechtl konnten von der Tribüne aus nur zuschauen, wie sich ihre Kameraden redlich mühten. Allen voran Michael Jahn, der auf der für ihn eher ungewohnten Hinten-Mitte-Position für Stabilität sorgte. Vorne musste der Rückraumhüne zwischendurch am Kreis spielen, um Lenny Wulz ein paar Verschnaufpausen zu geben. Viele Register wurden in der Not gezogen. Am Ende feierten die Gäste ein deutliches 24:31 und behielten ihre blütenweiße Weste.

​Der VfL Günzburg kann mit 8:2 Punkten zum Saisonstart mehr als zufrieden sein. Es zeichnet sich einfach ab, dass es bei einzelnen zusätzlichen Ausfällen nicht auf allen Positionen genügend Alternativen gibt, um ein Spitzenspiel zu gewinnen. „Dafür kann die Mannschaft nichts“, so Cheftrainer Hofmeister. Selbst in dem Spiel hätten einige Spieler ihre Leistungsgrenze erreicht.

​Am nächsten Samstag geht es zum Schwabenderby nach Ottobeuren. Bis dahin dürften die Immunsysteme der erkrankten Spieler wieder Herr der Lage sein. „Auf Ottobeuren freuen wir uns sehr“, erklärte ein gewohnt gut gelaunter Leo Spengler.

​Hier geht es zum Spielbericht:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=8390514&championship=BHV+2026%2F27&group=495716