Herren – Regionalliga

VFL TROTZT DER GRIPPE

Mit 26:30 (10:11) entführten die Günzburger Handballer beide Punkte aus dem Waldbüttelbrunner Sportzentrum. Manch Handballexperte hatte auch nichts anderes erwartet, spielte doch der Tabellenvierte gegen den Drittletzten der Liga. Unter der Woche wurden die Sorgenfalten von Cheftrainer Hofmeister allerdings immer größer: Alle möglichen Erkältungsviren und etliche Bakterien legten den Trainingsbetrieb lahm und so war am Donnerstag und Freitag die spannende Frage: Wer überhaupt die Reise ins Fränkische antreten kann. Am Ende fielen Gabriel Scholz, Michael Jahn, Joseph Stotz, Alexander Prechtl, Nico Schmid und Sascha Langhans aus. Allesamt Spieler, die im Team wichtige Aufgaben zu erfüllen haben. Doch damit nicht genug auch Robin Lorenz, Jonathan Cremer und Beni Telalovic ging es eher „mittel bis arg unter“. Hinzu kommen einige Langzeitverletzte und zu allem Überfluss kämpften die Gastgeber, bei denen Linus Geis verletzt fehlte, aufopferungsvoll um jeden Millimeter Hallenboden. Absteigen möchte im handballverrückten Dorf nämlich niemand.

Die ersten beiden Treffer der Begegnung erzielte die DJK. David Pfetsch und Robin Lorenz glichen aus. Bis zur 21. Minute wog das Spielgeschehen knapp hin und her als der neunfache Torschütze Linus Dürr das 7:7 erzielte. Arg torarm verliefen die ersten dreißig Minuten. Aus Günzburger Sicht vor allem deswegen, weil der Waldbüttelbrunner Torwart wie fast immer gegen den VfL einen Sahnetag erwischte oder David Pfetsch an den Pfosten knallte. Vier Minuten lang schienen sich danach Tabellenstände Platz zu schaffen. Der VfL zog auf 7:11 davon. Den letzten Treffer erzielte dabei Manuel Scholz, der als idealer Standby-Spieler große Spielanteile hatte und mit seiner Routine an diesem Tag hinten wie vorne wichtige Impulse setzte. Die schwäbische Handballherrlichkeit hielt nur kurz, Beni Telalovic bekamt schnell seine zweite, disqualifikationsbedrohte Zeitstrafe und der Waldbüttelbrunner Torwart hielt und hielt und hielt, Gewechselt wurde knapp, aber gerecht beim Spielstand von 10:11.

Trotz weniger Tore galt es in der Halbzeitpause besonders Schwachpunkte in der Abwehr anzusprechen. Das half wenig, die Begegnung wurde nun torreicher. Bis zum 15:15 blieb das Spiel unentschieden. Dann sah es nach Heimvorteilen aus. Julian Stumpf erzielte beim 17:16 die erste Führung seit langem für seine Farben. Die Erkälteten wankten nun arg. Julian Lohner war zwischen die Pfosten gekehrt und hielt gleich zwei wichtige „Freie“. Nachdem 19:18 erzwangen die Schwaben die Wende und erzielten mit einem Dreierpack das 19:21. Linus Dürr brachte mit seinem nächsten Treffer die Franken erneut auf 22:23 heran. Doch Trainer Sandro Jooß hatte noch einen Joker im Ärmel und stellte auf eine defensive 6:0-Deckung um. Dagegen hatte die „Macht vom Sumpfler“ weniger Angriffsmittel. Die Schlussphase gehörte den Weinroten. Das 22:25 war eine Vorentscheidung. Endlich konnte auch Youngster Lenny Wulz für den unverzichtbaren Daniel Jäger eingewechselt werden. Er bestätigte seine guten Trainingsleistungen, erzielte das umjubelte 26:29. Die ganze Mannschaft um Physiotherapeutin Susi Schwarz hatte ab jetzt allen Grund zur Freude.

Die ausgezeichneten Schiedsrichter Petronela Richter und Ulrich Grimm pfiffen beim Spielstand von 26:30 ab. Ein knapperes Ergebnis wäre ein gerechterer Spiegel der Leistung der abstiegsbedrohten Gastgeber gewesen.

Hier geht es zum Spielbericht:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=8042549&championship=BHV+2025%2F26&group=437864