Herren – Regionalliga
Das Spitzenspiel der Regionalliga hielt was es tabellarisch ankündigte. Fetziger Handball und Spannung bis zum Schluss wurde geboten. Lange Zeit führten die Günzburger, deswegen fühlt sich das 31:29 (14:14) arg verloren an. Herzlichen Glückwusch an HT München, einfach war das wenigstens nicht. Die Schützlinge von Trainer Johannes Borschel bewiesen Stehvermögen und abgerechnet wird halt genau nach 60 Minuten. Energetisch hatten es die Oberbayern sicher leichter, auf fast allen Positionen konnten sie nahezu gleichwertig nachlegen.
Zum 0:1 traf Nicolai Jensen, der nicht nur durch seine neun Feldtore und seine Kooperation mit Kreisläufer Daniel Jäger ein überragendes Spiel lieferte. Hart umkämpft war alles, Torwart Patrick Bieber wartete immer wieder mit Glanzparaden auf. Angefeuert von zahlreichen VfL-Fans führten die Schützlinge von Trainer Sandro Jooß meist knapp, nur viermal konnten die Gastgeber im ersten Durchgang ausgleichen. Nachdem unter der Woche die Außen ausgegangen waren, brachte David Pfetsch seinen Nachbarn Tobi Hilberer aus der zweiten Mannschaft, mit dem er schon im Sandkasten spielte im Abschlusstraining ins Gespräch. Ein guter Hinweis: Die schwäbische Rennsemmel ist nämlich gegenstoßbegeistert. Stephan Hofmeister wusste um diese Stärke und räumte ihm dann auch große Spielanteile ein. Heute wissen wir: Zurecht – zwei Treffer sollte der Regionalligaanfänger erzielen. Gewechselt wurde beim Spielstand von 14:14. Joni Cremer absolvierte einen starken ersten Durchgang.
Die Spielgemeinschaft aus dem Hachinga Tal nahm im zweiten Durchgang Nicolai Jensen an eine kürzere Abwehrleine. Überraschend kam das nicht – genügend Gegenmaßnahmen sind erarbeitet. Auch die zunächst sehr sattelfeste VfL-Defensive wurde vor neue Aufgaben gestellt. Manch Gegentor fiel nun einfacher. An leiser Günzburger Ergebnisdominanz veränderte das zunächst nichts. Der lauffreudige Yannick Meye traf zum 19:21 und 19:22. Hart schrammte er am ersten Hattrick seiner Karriere vorbei. Als Tobi Hilberer in der 42. Minute zur ersten Welle semmelte und zum 20:23 einwarf, hörte sich die lautstarke Unterstützung der VfL-Trommeln unterschwellig optimistisch an. Doch HT konnte zulegen. Florian Wastl, der für seine Farben ein tolles Spiel absolvierte, glich in der 50 Minute zum 27:27 aus. Eine lange, am Ende unbarmherzige Chrunchtime begann.
Fynn Bjarne Junior und Bastian Kropp markierten die nächsten beiden Treffer: 29:27. Kein VfL-Blues von den Rängen und volle weinrote Kampfkraft auf dem Spielfeld, Jeder haute alles raus. Man schien die Kraft von Edelfan Heidi Wittlingers selbstgebackenen Nussecken zu spüren. Teufelskerl Nicolai Jensen traf weitere zweimal. Arg mittel für die letzten Energiereserven war, dass ausgerechnet in dieser Phase zwei Zeitstrafen gegen die VfL-Abwehr ausgesprochen wurden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Schiedsrichterleistungen erst nach der Video-Analyse diskutiert werden sollten. Das schwäbische Pulver war nun verschossen. Fynn Bjarne Junior behielt die Nerven und traf seine letzten beiden Siebenmeter zum 31:29. Insgesamt lag es auch nicht an den Strafwürfen. Manuel Scholz verwandelte seine fünf Siebenmeter zuvor traumwandlerisch sicher. Bei ihm ist einfach alles wie früher.
Mit der Leistung waren die Gäste zufrieden, mit dem Ergebnis halt nicht.
„Jetzt freuen wir uns auf das Spitzenspiel gegen die TG Landshut“, blickt Trainer Sandro Jooß schon wieder voraus.
Hier geht es zum Spielbericht:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=8042560&championship=BHV+2025%2F26&group=437864


