Herren – Regionalliga

ZWEI PUNKTE FÜR HEIDI

Pünktlich um Mitternacht – gerade rechtzeitig, um für Edelfan Heidi Wittlinger ein Geburtstagslied anzustimmen – fuhren die VfL-Handballer mit zwei hart erkämpften Punkten im Reisegepäck in Günzburg ein. Das 29:30 (16:15) bedeutete nicht nur die ersten zwei Auswärtspunkte im allerersten Auswärtsspiel, sondern auch ein schönes Geburtstagsgeschenk, das nur unter größten Mühen eingepackt werden konnte.

Zumindest die Spieler bekamen von der viel gerühmten mittelalterlichen Beschaulichkeit Rothenburgs rein gar nichts mit: Es war ein heißer Handballtanz. Überschattet wurde der Erfolg von einer Verletzung Manuel Scholz’. Doch der Reihe nach:

Die Gastgeber hatten den erwarteten Abwehrbeton angemischt. Immer wenn die TSV-Defensive stand, mussten die VfL-Spieler um jeden noch so kleinen räumlichen Vorteil hart ringen. Es blieb über das Tempospiel nur die schnelle Flucht nach vorne, wobei die Gastgeber lange Zeit mit aufopferungsvollem Rückzugsverhalten aufwarteten. Alles also gar nicht so einfach.

Den ersten Treffer des Abends erzielte Noah Heisch, der eine bärenstarke erste Halbzeit ablieferte, per Siebenmeter. Zweimal Noah Heisch, zweimal David Pfetsch und einmal Lenny Wulz setzten den Matchplan, trotz der sehr defensiven Abwehr aus der Nahwurfzone zum Erfolg zu kommen, mustergültig um. 3:5 leuchtete es von der Anzeigentafel. Nikola Stojanovic glich erste weinrote Vorteile durch sein 7:6 aus. Schon bis dahin hatten die ausgezeichneten Schiedsrichter Markus Spegele und Daniel Weineck alle Hände, Pfeifen und Karten voll zu tun, das fetzige und zupackende Spiel regelgerecht zu kontrollieren.
Daniel Jäger und Nicolai Jensen brachten ihre Farben beim 10:11 und 11:12 leise in Führung.

Zum 12:13 traf Manuel Scholz per Gegenstoß. Unbedingt wollte er diesen Treffer für seine Mannschaft markieren, warf sich voll rein und fiel unglücklich auf die Schulter. Vielen Dank an den Rothenburger Physio für die Erstversorgung! Der Günzburger Wurfkünstler musste danach gleich zum Röntgen. Eine endgültige Diagnose kann erst nach einem MRT gestellt werden. Wir alle wünschen Scholzi einen unauffälligen Befund und erst einmal keine Schmerzen.

Die Begegnung blieb intensiv. Auf das 12:14 durch Turbo David Pfetsch in der 25. Minute folgte ein Viererpack der unermüdlichen Mittelfranken. Noah Heisch verkürzte zum 16:15-Halbzeitstand.

Nach dem Wiederanpfiff erarbeiteten sich die Schwaben kleine Vorteile. Robin Lorenz traf zum 21:23. Es folgte der nächste schwer verdauliche Viererpack: Spielmacher Nikola Stojanovic vollendete ihn zum 25:23 in der 45. Minute. Damit nicht genug: Torwart Andreas Amann drehte nun komplett auf. Der VfL war nicht schlechter geworden, nur der Rothenburger Keeper hielt und hielt und hielt – egal, welcher Schwabe von wo auch immer warf. Das freute die gut gelaunten Fans, angeführt vom Rothenburger Oberbürgermeister Christoph Rösch. Wild und laut tobte die Halle; der Funke der Handballbegeisterung sprang auf das Feld zurück. Alles keine guten Voraussetzungen für ein Auswärtsteam: Beim 28:24 in der fünfzigsten Minute schwammen bereits etliche weinrote Felle, arg durcheinandergewirbelt ob der Tauber.

Neuzugang Kevin Hamberger machte nun zwei ganz wichtige Buden. Andreas Amann war endlich entzaubert und die Mittelfranken wirkten vom vielen Zurückhetzen müde. Ihren Angriffen fehlte es plötzlich an Durchschlagskraft. Die VfL-Torhüter hatten bis dahin gut gehalten; nun aber vernagelte Sascha Langhans sein Tor. Lediglich Linksaußen Philipp Schemm sollte noch ein einziges Törchen gelingen. Nicolai Jensen wählte die richtigen Angriffsmittel aus, und Daniel Jäger setzte schon 90 Sekunden vor dem Ende mit seinem siebten Treffer den Schlusspunkt zum 29:30.

Auf der Tribüne jubelten die VfL-Fans um Heidi Wittlinger, unterstützt von der weiblichen C-Jugend, die vom Auswärtsspiel aus Erlangen angereist war.

Wäre die Verletzung von Manuel Scholz nicht gewesen: ein perfektes Auswärtsspiel, das Lust auf mehr macht. Der TSV 2000 Rothenburg hingegen konnte einem fast leidtun. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt lagen hier sehr nah beieinander. Fesselnder Sport!

Hier geht es zum Spielbericht:
www.bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/originalMeetingReport?meeting=8390539&securityToken=mySvVGF%2FIyk4IRYmCBFLww%3D%3D