Herren – Regionalliga
Beim heimstarken TSV Allach gewann der VfL Günzburg unerwartet sicher mit 25:27 (10:15). Lediglich in der Schlussphase machten es die Weinroten unnötig spannend. Insgesamt hatten es sich die Schwaben noch schwerer vorgestellt. Im Vorspiel gewann die Allacher B-Jugend völlig überraschend gegen FRISCH AUF! Göppingen. Das Heimpublikum war also in allerbester Stimmung. Außerdem standen die Münchner nach zwei Packungen in Oberbayern-Derbys unter gehörigem Zugzwang, zumal sie in nächster Zeit ausschließlich gegen Spitzenteams antreten mussten.
Beim VfL Günzburg wüteten unter der Woche die Grippeviren. Immerhin wurden Torjäger Noah Heisch und Abwehrchef Daniel Jäger gerade noch rechtzeitig fit. Tino Jensen, der in den letzten Wochen für erfreuliche Abwechslung auf der Spielmacherposition sorgte, musste ganz passen. Julian Lohner hätte sich gerne noch auskuriert. Da aber Sascha Langhans komplett „flach“ lag, stellte er sich in den Dienst der Mannschaft. „Die Ausgangsposition war also erfreulich herausfordernd“, so Trainer Sandro Jooß.
Auf keinen Fall wollten die Schwaben den Spielauftakt verpassen. Das 1:4 nach 10 Minuten durch Leo Spengler, der endlich einmal von Anfang an ran durfte und nicht nur wegen seiner vier Treffer zeigte, dass er auf Linksaußen eine gute Alternative ist, verdeutlichte den Gastgebern, dass der VfL unbedingt gewinnen will. Besonders in der Abwehr erwies sich der VfL als spielbestimmend; daraus resultierten vielfältige Gegenstoßmöglichkeiten. Hätte der VfL seine Torchancen besser verwertet, wäre eine noch höhere Führung in der Anfangsphase möglich gewesen.
Auch so dominierten sie die Begegnung über ein 3:7 durch den immens defensivstarken Lenny Wulz, ein 6:10 (Noah Heisch) und erneut Leo Spengler (7:12). Leider geriet der VfL-Angriff früh ins Stocken: wenig Spielfluss, niedrige Ballgeschwindigkeit. Die Allacher Defensive konnte sich samt Torwart immer besser auf den stockenden VfL-Angriff einstellen. Als Jonas Stiglmeier kurz vor dem Halbzeitpfiff der gut leitenden Schiedsrichter Stefan Schaub und Philipp Seidel das 10:15 erzielte, schien die Heimmannschaft nach der Anfangsphase noch gut bedient.
Nach dem Wiederanpfiff wog das Geschehen rund um den Fünf-Tore-Abstand ausgeglichen hin und her. Das Spiel wurde nun von den Abwehrreihen dominiert – und von Moritz Schumacher. Er durfte über 60 Minuten ran und erwies sich erneut als sehr sicherer Rückhalt, der zwischendurch gegen wirklich gestandene Regionalligaspieler immer einmal einen Hundertprozentigen entschärfte. Das war bei der Angriffsleistung an diesem Tag auch dringend notwendig.
In der 46. Minute erhöhte Michael Jahn, der zwischendurch auch immer wieder Daniel Jäger mustergültig in Szene setzte, durch einen Rückraumwurf zum 16:22. Das war leider keine Vorentscheidung. Ein Viererpack der unermüdlich kämpfenden TSV-Spieler bescherte den Heimfans ab dem 20:22 eine kaum mehr erwartete, sehr lange Schlussphase in Schlagdistanz. Nicolai Jensen, der sich im Angriff nicht nur wegen seiner sieben Tore als zuverlässiger Alleinunterhalter im Rückraum erwies, traf zum 20:23. So ging es weiter: Insgesamt fünfmal verkürzten die Allacher auf einen Zwei-Tore-Abstand.
Die VfL-Abwehr geriet nun vermehrt ins Wanken, auch weil die angeschlagenen Lenny Wulz und Daniel Jäger zwar echte Schlachtrösser sind, aber selbst diese in bestimmten Situationen wohl besser Erkältungstee trinken als kämpfen sollten. Moritz Schumacher stand immer einmal goldrichtig und die VfL-Angreifer beherrschten nun ihre spärlich gewordenen Chancen nervenstark. Das muss auswärts unter diesen körperlichen Bedingungen erst einmal gelingen. Es gab also am Ende doch noch Erfreuliches vom Angriff zu berichten.
Die Aussichten sind nun geradezu weinrot-rosig. Das Heimspiel am kommenden Wochenende gegen die ebenfalls verlustpunktfrei glücklichen Bayreuther wirkt wie eine Belohnung für einen sehr harten Fight. Cheftrainer Hofmeister will die Nachbesprechung mit dem Goethe-Zitat eröffnen: „Werd’ ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön.“ Leo Spengler hofft, dass der literarische Exkurs nicht wieder von der Fußballzeit abgezogen wird.
Hier geht es zum Spielbericht:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaHBDE.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=8390504&championship=BHV+2026%2F27&group=495716


