Herren – Regionalliga
Am Samstag um 19.30 Uhr empfangen die VfL-Handballer die Spielgemeinschaft aus dem Hachinger Tal, HT München. Da beide Mannschaften mit 10:2 Punkten in der Tabelle ganz oben stehen, handelt es sich um ein echtes Spitzenspiel. Gleichzeitig kann der VfL Günzburg seinen ersten großen Heimspieltag präsentieren. Ab 17.30 Uhr tritt nämlich die Damenmannschaft gegen die SG 1871 Augsburg in der BZOL an, und davor spielt die U19 ab 15.30 Uhr in der A-Jugend-Regionalliga gegen die SG Kempten-Kottern. VfL-Fans haben an diesem Samstag also keine Zeit – sie sind in der Halle.
Zusätzlich gibt es einen weiteren Anreiz. Die Fröhlichkeit des Bayern ist nahezu untrennbar mit der heimischen Braukunst verbunden. Die „Radbrauerei“ lobt daher in einem Gewinnspiel einen ganzen Jahresvorrat an „Georg´s Hellem“ aus. Da freut sich der Erzengel Aloisius und seine Münchner im Himmel! Die sedative Wirkung des Hopfens tut gerade nach dem hektischen Hin und Her im modernen Tempohandball gut. Ganz so leicht ist es freilich nicht: Vor dem Spiel können Lose zum Preis von einem Euro erworben werden. Der Erlös fließt in die Jugendkasse. Nach der Wahl zum „man of the match“ werden daraus zwei Endrundenteilnehmer gezogen. Die Glücklichen dürfen dann von der Mittellinie aus auf das Tor werfen. Wer die Latte trifft, gewinnt den Schlüssel zum Freibier. Werfende müssen dabei mindestens 16 Jahre alt sein. Auch für Zuschauer empfiehlt sich daher in dieser Woche ein Wurftraining. Physiotherapeutin Eleni Pfetsch rät Teilnehmern zudem zu einer präventiven Schulterstabilisierung.
Die Münchner Gäste spielen mit der A-Jugend in der 2. Bundesliga und mit der B-Jugend ebenfalls in der JBLH. Außerdem gibt es im Münchner Raum eine hohe Bereitschaft, die Farben zu wechseln, und so verwundert es nicht, dass Trainer Johannes Borschel über einen riesigen Kader verfügt. Aktuell ragen dabei Rückraumlinks Maximilian Kopp und Spielmacher Florian Wastl heraus. Maximilian Kopp erzielte mit bislang 36 Toren genau so viele Treffer wie Günzburgs Noah Heisch, und Florian Wastl traf 27 Mal, während Nicolai Jensen bislang 28 Torerfolge feiern durfte.
HT war als Meisterschaftsfavorit in die Runde gestartet. Gleich am ersten Spieltag erlebten sie jedoch ihr „Cordoba“, als sie völlig überraschend gegen die unbekannte zweite Reserve – nahezu eine A-Jugend – des HC Erlangen, und auch noch zu Hause, mit 29:30 verloren. Das Hachinger Tal füllte sich mit Tränen. Doch fallen darf man in einer langen Runde; es kommt darauf an, wie schnell man danach wieder senkrecht steht. Ein Blick auf die weiteren Ergebnisse der Oberbayern zeigt: Das Debakel war eine „Hallo-wach-Pille“. Seither läuft es: Mit 10:2 Punkten fahren die Oberbayern längst auf der Erfolgsspur.
Am vergangenen Wochenende gewannen die Samstagsgäste ihr Spitzenspiel gegen die bis dahin noch ungeschlagene HaSpo Bayreuth. In einer heftigen Abwehrschlacht, bei der es insgesamt 15 Zeitstrafen und vier Rote Karten gab, hatten die Franken bis zum 13:9-Halbzeitstand eigentlich gar keine Chance. HT präsentierte sich in aller bester Spiellaune. Das hitzige Gefecht war von höchster gegenseitiger Unfreundlichkeit geprägt und verflachte in den zweiten 30 Minuten zu einem reinen Kampfspiel. Aber auch das will gekonnt sein. Die Bayreuther kamen beim 17:15 und 23:21 noch zweimal in Tuchfühlung, insgesamt hatte die Münchner Defensive aber alles im Griff. Der Erfolg war hoch verdient.
Und so kommt es nun zum Duell zweier Mannschaften mit 10:2 Punkten. Handballherz, was willst du mehr?
Nachdem bei den Gastgebern zuletzt gerade die Innenverteidiger – wohl wegen der permanenten ungesunden Nähe zu ihren Gegenspielern – ihrer Virenlast nicht mehr Herr werden konnten, sind zum Spitzenspiel endlich wieder alle Spieler kerngesund und voller Handballtatendrang. Mannschaftskapitän Daniel Jäger berichtet zur neuen Fülle glücklich: „Am Dienstag waren wir 19 Mann im Training, einige kannte ich kaum, da konnte der Cheftrainer mal ganz andere Übungen machen.“ Nur Leo Spengler merkte hinter vorgehaltener Hand gewohnt sozialkritisch an: „Nur Fußball haben wir mal wieder nicht gespielt. Mal sind es Herrn Hofmeister zu viele, mal zu wenige. Aber wir kennen das“
Hier geht es zur Homepage von HT München:
www.ht-muenchen.de


