Herren – Regionalliga

DIE U21 DES HC ERLANGEN KOMMT

Am Samstag um 19:30 Uhr empfängt die VfL-Mannschaft nach Spielplan den HC Erlangen III. Nüchtern betrachtet sieht das nach einer zweiten Reservemannschaft aus. Dahinter steht jedoch die U21 des einzigen bayerischen Erstligisten, der sich völlig zurecht als Nummer 1 ganz Handballbayerns bezeichnen darf. Der Abstand zu den anderen Vereinen wird dabei größer und größer.

​Die U21 stieg mit 36:4 Punkten souverän aus der Landesliga Nord auf. Die Mannschaft setzt sich überwiegend aus Spielern der starken JBLH-A-Jugend – sie wurde in der Saison 2024/2025 Deutscher Meister – und aus jungen Spielern des 3.-Liga-Teams zusammen, die dort noch wenige Spielanteile bekommen. Der HC Erlangen hat dank seiner inneren Struktur und seines unendlichen Spielerreservoirs die Möglichkeit, seine Talente nicht nur in der eigenen Altersklasse zu fördern, sondern eben auch vorzeitig in der höheren. Das zahlt sich aus. Es gab schon einmal einen Versuch Erlangens, mit einer U21 in der Regionalliga zu spielen. Personell reichte es damals noch nicht ganz.

​Doch die Entwicklung hört in der bayerischen Handballhauptstadt nie auf, und so verwundert es nicht, dass die aktuelle U21 phänomenal in die Runde gestartet ist. Beim Meisterschaftsmitfavoriten HT München gelang ein 29:30 (16:15)-Auswärtscoup – damals die Sensation des ersten Spieltages. Ob es eine Sensation bleibt, werden die Regionalligafans erst mit fortschreitender Spielrunde wissen. Am vergangenen Wochenende fertigte die „Dritte“ die Anzinger Löwen mit 43:30 ab. Das ging alles ruckzuck: Nach 24 Minuten stand es 21:7, zur Halbzeit 23:11. All das zeigt, welche Entwicklung der Erlanger Handball genommen hat. Die Oberbayern dürften angesichts des Debakels froh gewesen sein, als sie daheim im Löwenkäfig ankamen.

​Die allergrößte Überraschung bietet dann der Blick auf die Tabelle: Geführt werden die Erlanger in der nuLiga-Tabelle trotz zweier Siege mit 2:0 Punkten. Hintergrund ist, dass sich der BHV nach jahrelangen Drohgebärden dazu durchgerungen hat, Vereinen, die das Schiedsrichtersoll nicht erfüllen, in der höchstklassigen Mannschaft Punkte abzuziehen. Ein Problem, das übrigens auch dem Nachbarverein TV Gundelfingen widerfuhr. Zusammen mit einer Erhöhung der Schiedsrichterentschädigung will der Verband sein Schiedsrichterdefizit in den Griff bekommen. BHV und DHB muten den Ehrenamtlichen immer mehr zu: Letzte Saison die Veränderung der Spielrechte, diese Saison die teilweise gescheiterte Umstellung auf Handball360, immer höhere Kosten, eine Veränderung der Rechtsordnung und zusätzlicher Druck bei der objektiv schwierigen Schiedsrichterbestellung.

​Bei diesen ausufernden Verbandsauflagen darf man sich wenigstens auf die Spiele freuen: Spannend dürfte sein, mit welcher Mannschaft die Gäste-U21 antritt. „Ganz sicher ohne Frieder Bandlow, er ist phänomenal mit der ersten Männermannschaft des HC Erlangen in die Runde gestartet und schon aufgrund seines Alters festgespielt“, witzelt Cheftrainer Hofmeister.

​Der VfL tritt selbst mit einer sehr jungen Mannschaft um ein paar Routiniers an und freut sich auf die ordentliche Handballherausforderung. Nach zwei Siegen und 4:0 Punkten, was heutzutage längst nicht mehr selbstverständlich ist, blickt die Mannschaft um Nicolai Jensen optimistisch nach vorne und möchte unbedingt die nächsten beiden Punkte einpacken.

​Nicht mit von der Partie wird Manuel Scholz sein. Ein MRT bestätigte den Verdacht einer Sprengung im Schultergelenk. Aktuell wird geklärt, ob eine OP erforderlich ist oder eine konservative Behandlung genügt. Wir alle wünschen Scholzi keine Schmerzen und gute Besserung.

Hier geht es zur Homepage von HC Erlangen:
www.hc-erlangen-ev.de/unsere-teams/maennlich/u21/