Herren – Regionalliga

ZUM LETZTEN HEIMAUFTRITT KOMMEN DIE LÖWEN

Am Samstag um 19.30 Uhr empfangen die VfL Handballer den SV Anzing. Die Oberbayern konnten sich mittlerweile aller Abstiegssorgen entledigen, der VfL Günzburg wird die Saison erneut auf einem guten fünften Platz beenden. Dennoch bleibt ein letzter Heimauftritt auch immer etwas Besonderes, Naturgemäß heißt es dabei auch Abschied zu nehmen: Yannick Meye beendet sein Comeback und kehrt endgültig nach Berlin zurück, Gabriel Scholz wird den Verein Richtung Friedberg verlassen. Luca Christl schreibt gerade sein Abitur und möchte sich nach seiner erneuten schweren Verletzung auf den Einstieg ins Berufsleben konzentrieren. Nico Schmidt gönnt seinem Körper ebenfalls eine Handballpause. In beiden Fällen ist eine Rückkehr auf das blaue Handballfeld nicht ausgeschlossen. Wir hoffen darauf, verstehen aber die Beweggründe gut. Außerdem geht Joseph Stotz für ein Jahr bekannter Maßen in die Vereinigten Staaten. Seine Rückkehr in die Mannschaft gilt als beschlossene Sache.

Schließlich geht mir Patrick Bieber einer der Kapitäne von Bord. Der Hans Dampf in allen Gassen ist beruflich sehr gefordert, engagiert sich neuerdings erfolgreich in der Kommunalpolitik und verlangte sich bei beständig starken Leistungen sportlich über sehr viele Jahre für seine Mannschaft immer alles ab. Das normale Handballtraining reichte schon lange nicht mehr, zusätzlich musste er viel Zeit in die Reha und Fitness seines Körpers investieren. Die Schmerzen nach sportlichen Höchstleistungen wurden dabei nicht mehr weniger. Auch wenn es dem Modellathleten schwer fällt, am Samstag zieht der Motivator den Tiefschutz aus. Im Hintergrund schwingt bei ihm die Vorfreude auf mehr gemeinsame Zeit für seine Ehefrau Martina, freie Abende und Wochenenden mit. Wer Patrick Bieber kennt, weiß was aber was ihm sein letztes Spiel bedeutet. Fokus on! Allein er, dem seine Freundschaften so wichtig sind, verdient eine große Kulisse seiner VfL-Weggefährten im aller letzten Heimspiel der Saison 2025/2926.

Als Gast kommt der SV Anzing. Die Duelle sind immer etwas Besonderes, hart und fetzig wird es hergehen. Eigentlich hätte man sich keinen besseren Gegner als die Löwen vorstellen können. Da kann noch einmal ordentlich „reingehauen“ werden.

Die Anzinger spielten trotz etlicher Abgänge eine überragende Hinrunde und errangen stolze 13:13 Punkte. Danach wurde das Löwenrudel immer müder und der aufstrebende TSV Haunstetten kam als abstiegsgefährdeter Drittletzter immer näher. Vor zwei Spieltagen zogen die Oberbayern die Reißleine. Der ehemalige Günzburger Julian Ruckdäschel wurde entlassen und Kay Hoffmann zum neuen König der Löwen erhoben. Trainerwechsel bringen im Handball spontan eher selten etwas, in dem Fall griff der neue Impuls. Das Löwenrudel war urplötzlich wieder hellwach und deutlich punktehungriger. Der direkte Nichtabstiegskonkurrent HBC Nürnberg wurde zwar nicht aufgefressen, aber unter Löwengebrüll mit 31:22 aus der Anzinger Halle gejagt – mit ihnen das unbeliebte Abstiegsgespenst. Auch bei den starken Rothenburgern hielt der Aufwärtstrend an. Lange war die Begegnung offen, erst am Ende stand eine hart umkämpfte 32:29-Auswärtsniederlage auf dem Spielbericht.

Im Hinspiel gewann der VfL Günzburg auswärts mit 36:38. So viele Gegentore hat sich Torwart Patrick Bieber für sein Abschiedsspiel ganz sicher nicht eingeplant. Besonders Daniel Jäger dürfte das Spiel in fröhlicher Erinnerung haben, traf er doch acht mal. Das kann gerne so bleiben.

Der VfL befindet sich wie immer zum Saisonende in top Form und kann personell aus dem vollen schöpfen. Auch Michael Jahn wird nach überstandener Verletzung wieder mit von der Partie sein. Erstmals als amtierender Oberbürgermeister, auch das hat es in langen und wechselvollen VfL Geschichte noch nie gegeben und könnte in der höchsten Spielklasse eines Landesverbandes ebenfalls einzigartig sein. VfL halt, glücklich in Günzburg.

Das abschließende Handballspektakel ist wirklich einmalig angerichtet.

Hier finden Sie Infos zum SV Anzing:
www.handball-anzing.de