Herren – Regionalliga
Am letzten Spieltag werden wegen der abstrakten Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen alle Ligaspiele zeitgleich angepfiffen. Dieses Mal am Samstag um 16.30 Uhr. Die meisten Vereine freut das gar nicht, denn gerade bei schönem Maiwetter entgeht dadurch oftmals die gewohnte Heimspieleinnahme – zumal ein Saisonabschlussspiel ja auch besonders attraktiv gestaltet werden kann, aber halt nicht am späten Nachmittag.
Auch wenn der fünfte Platz der Günzburger festgezurrt ist, steht von der Tabellensituation her ein besonders interessantes Spiel auf dem Plan, da die gastgebenden Rothenburger direkt auf dem sechsten Platz stehen, einem Punkt vor dem TSV Allach. Die Franken werden also ihr bestes geben um die Platzierung zu behaupten. Zufrieden wird der TSV ohnehin sein. Trainer Akushka Valiantsin hauchte den oftmals Abstiegsbedrohten einen ganz neuen Handballgeist ein. Körperbetont und mit klarer Struktur wurde sehr früh ein Mittelfeldplatz gesichert.
Zuletzt gab es einen Rückschlag. Bei den Taktikfüchsen in Haunstetten wurde mit 32:23 (17:14) deutlich verloren. Der VfL weiß allerdings wie schwer die Schützlinge von Trainer Christian Kofler zu besiegen sind, wenn ihr durchdachtes System aufgeht. Bis zum 21:18 war die Begegnung komplett offen. Dann gelang den Augsburgern ein Fünferpack. Das 26:18 in der 47. Minute war die Vorentscheidung. Der hohe Heimsieg nutzte dem TSV Haunstetten am Ende nichts. Da auch HBC Nürnberg gewann, muss der schwere Rückweg in die Oberliga angetreten werden. Schade, dass dem VfL dieses Schwabenderby wegfällt. Mit dem Aufstieg des TSV Ottobeuren gibt es immerhin ein neues.
Im Hinspiel gewannen die Günzburger sehr knapp mit 23:22 (12:9). Es war eine der wenigen Abwehrschlachten, wobei von den strukturellen Spielanlagen auch nichts anderes zu erwarten war. Als Leo Spenger damals das 17:13 erzielte, schien die Siegerstraße bereits erreicht. Doch der TSV blieb hartnäckig und führte in der Schlussphase mit 20:22 (55. Minute). Nervenstark markierten Manuel Scholz und zweimal Davied Pfetsch die letzten drei Tore. Das genügte für einen glücklichen Arbeitssieg.
Die VfL-Abwehr wird besonders auf Kreisläufer Daniel Laugner, ein ganz anderer Spielertyp als Daniel Jäger achten müssen. Er traf in Haunstetten allein elf Mal und befindet sich in Bestform. Auch der Rückraum um Spielmacher Nikola Stojanov, sowie die Torjäger Patrick Schneider (91 Saisontore) und Nedim Jasarevic (100) sind nicht nur robust, sondern auch brandgefährlich. Auch in dieser Saison hatten die Schwaben Probleme mit ihrer durchschnittlichen Leistungsfähigkeit. Besonders in Spitzenspielen gab es Leistungsausschläge nach oben. Wenn endlich einmal mehr als der fünfte Platz herauskommen soll, dann muss gegen die Mannschaften, aus dem unteren Tabellendrittel oder wie am Samstag bei Spielen, in denen es vermeintlich um nicht mehr viel geht, intensiver gespielt werden. Ansatzweise war das bei den beiden letzten Begegnungen gegen HBC Nürnberg und dem Anzinger SV zu sehen, diese Entwicklung wäre neu und sollte in Rothenburg fortgesetzt werden.
Der frühe Spieltermin hat auch sein Gutes. Nach der Rückfahrt kann die 1. Mannschaft mit ihren Fans noch zu der 150-Jahr-Feier des VfL Günzburg. Nach der VfL-Sause gehen die Spieler dann in ihre wohlverdiente Sommerpause: Der Mannschaftsausflug führt wieder auf Mallorca, die Insel der glückseligen Handballer. Bis zum Trainingsstart am 22. Juni sollten sich die Spieler auch davon erholt haben.
Hier geht es zur Homepage des TSV Rothenburg:
www.haro2000.de/herren-1-handball/


