Am Samstag um 16.30 Uhr geht es für den VfL-Nachwuchs in den bekanntesten Handball-Löwen-Käfig der Welt. Haben wir es in Bayern vor allem mit den brandgefährlichen Anzinger Löwen zu tun, so sind die Raubkatzen der Marke “Rhein-Neckar-Löwen” noch größer, fast riesig, viel (Punkte)-hungriger und überragend Abwehr-lustig. Was einst ganz klein mit einer regionalen Spielgemeinschaft aus Kronau und Östringen begann, ist mittlerweile ein Handball-Weltunternehmen geworden. Die Nordbadener handelten dabei von Anfang an mit Weitblick. Sie vergaßen ihre Wurzeln nie, die Reservemannschaft des amtierenden Deutschen Meisters spielt erfolgreich in der Dritten Liga und früh wurde für den Nachwuchs eine gut funktionierende Internatsstruktur aufgebaut. Uwe Gensheimer entspringt dieser gut organisierten Handballschule. Jahr für Jahr klopft die A-Jugend der Löwen an die Tore der Deutschen A- und B-Jugendmeisterschaft.

Der Titel in der JBLH-Süd ist für ihre Gegner zum traurigen Normalfall geworden. Eigentlich geht es für all die tapferen kleinen Löwenjäger immer nur um Platz 2; der eben auch zur Teilnahme am Viertelfinale der deutschen A-Jugendmeister berechtigt. Auch in diesem Winter lässt das bekannte “Murmeltier” grüßen. Einsam wie jedes Jahr ziehen die Rhein-Neckar-Löwen an der Tabellenspitze ihre Kreise. Nur einmal, es geschah am 08.12. in der Göppinger EWS-Arena wurde der stolzen Katze das Fell über die Ohren gezogen, als Frisch-Auf mit 31:30 beide Punkte festhielt. Am Löwenmahl beteiligt Tim Kaulitz, der als Ottobeurer Handballkind einige Zeit beim VfL spielte. Unterschätzt würde in dieser Begegnung übrigens gar niemand, die Rivalität zwischen dem württembergischen Altmeister Göppingen und dem badischen Emporkömmling reicht für viele Handball-Großwild-Jagden..

Der VfL reist also als krasser Außenseiter an. Es ist für Günzburger Jugendspieler toll sich in einer (!) Liga mit einem der deutschen Top-Teams messen zu können. Allein das rechtfertigt die Quali-Qualen. Die ehrgeizige Mannschaft hat sich in den letzten Spielen unter dem eigenen Motto “mission six” vielleicht ein wenig zu sehr Druck gesetzt. Der ist diesmal ganz sicher weg. David, nicht nur David Pfetsch, ist wieder unterwegs zum Löwen Goliat und seinen riesigen Brüdern..

Da beim Gegner wirklich außergewöhnliche Talente im Rudel sind, spielen etliche Leistungsträger bereits in der Dritten Liga. Als Tabellendritter müssen die am gleichen Abend um 19.00 Uhr ran. Vielleicht stimmt das das Raubtier milde, vielleicht teilt es sich die Kräfte ein, will zu früh die Entscheidung oder der Löwe hinkt gar (…)