Das Spiel in Germering bewies einmal mehr. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, im Handball steigt er aber öfters aus einer höheren Liga herab. So könnte es auch in dieser Bayernliga-Damen-Saison sein. Auf alle Fälle ließ sich Drittliga-Absteiger HSG Würm-Mitte von den Günzburger Himmelsstürmerinnen zu keinem Zeitpunkt beirren und siegte auch in der Höhe verdient mit 37 : 30 (21:11). Die Schwäbinnen bleiben damit auf Platz 4, während die Oberbayerinnen mit nur einem Minuspunkt weiter ungeschlagen oben kreisen. Höchstens der Handballclub aus Erlangen wird sie in dieser Saison aufhalten können.

Die ersten beiden Treffer erzielte die zehnfache Torschützin Belma Beba. Beim 2:1 und 3:2 kam der VfL auf Ein-Tor-Tuchfühlung. Es sollte der einzige engere Kontakt in einem nur formalen Spitzenspiel bleiben. Danach ging alles ruck-zuck. Körperlich waren die “Wildkatzen”, wie sie sich gerne nennen, sehr robust, die Abwehr arg präsent. Wild halt!

Der Günzburger Angriff erlahmte in dieser Phase. Schnell und clever jagte der Oberbayern-Express nach vorne. Erst von außen gebremst, ohne jede Verspätung, hielt er nach acht Minuten beim Stand von 8:2 durch eine Auszeit der Kees-Brüder an. Es war eine Notbremse. Die Zeit konnte zum Durchatmen genutzt werden, aufhalten ließ sich die Angriffslokomotive der Gastgeberinnen nicht wirklich: 11:4 und 17:9 hießen die Zwischenstände. Die offensive Deckung der weinroten Schönen griff erst einmal überhaupt nicht. Excellent spielte der Drittliga-Absteiger über den Kreis und leider fanden auch die VfL-Torhüterinnen nicht zur Bestform. Christel Sonja erzielte den letzten Treffer vor dem Halbzeitpfiff zum 21:11. Handball kann auch für ein Erfolgsteam deutlich und hart sein.

Die Trainer fanden die richtigen Worte. Die Demonstration des Gegners musste akzeptiert werden. Noch nie hatte die Mannschaft unter Wettkampf-Bedingungen auswärts gegen ein so ausgeglichen starkes Team gespielt. Die Jugend sollte forschen in der zweiten Halbzeit, das Zwischenergebnis zur Seite legen und so viel wie möglich für die nächsten Bayernligaspiele mitnehmen.

Die Ansprache verfehlte ihre Wirkung nicht. Der VfL steigerte sich: Der Angriff fand zu alter Stärke zurück, auch die zweite Welle des Tempospieles klappte besser. Natürlich schraubte die erfahrene Handballspielgemeinschaft im Gefühl der deutlichen Überlegenheit ein wenig zurück. Doch die mitgereisten Fans waren nach der Begegnung richtig stolz, dass sie die VfL-Damen nicht wehrlos ihrem Schicksal ergaben, sondern zweimal beim 26:21 und 29:24 bis auf fünf Tore herankamen. Damit war der Halbzeitrückstand halbiert. Ganz am Ende sollte es 37:30 stehen. 19 Treffer waren in der zweiten 30 Minuten gelungen, immerhin insgesamt 30 gegen eine Spitzenmannschaft.

Darauf lässt sich für die nächsten Herausforderungen aufbauen. Jetzt freut sich die Mannschaft erst einmal auf ein spielfreies Wochenende. In der Pause darf glücklich und selbstbegeistert auf die Tabelle geschaut werden: Das ist die allerbeste mentale Vorbereitung auf das aller letzte Heimspiel im Jahr 2019, am 07.12. um 17.30 Uhr gegen den MTV Stadeln.

 

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