In der Fußballmetropol-Stadt München hat sich im Hachinga-Tal der Handball sein kleines Refugium geschaffen. Eng arbeiten die DJK Taufkirchen und der TSV Unterhaching dort zusammen, als HT in der Jugend und am vergangenen Samstag mit einem gemeinsamen Heimspieltag: Zuerst Landesliga-Damen und dann das Männer-Bayernliga-Spiel: TSV Unterhaching gegen den hoch gepriesenen VfL Günzburg. Viele Zuschauer, schon beim Vorspiel, säumten die Tribüne. Zwar ging der einseitig veranlagte Taufkircher Damen-Handballfan, dafür kamen etliche aus Schwaben. Sie freuten sich auf entfesselten VfL-Jugendstil, der noch vor kurzem begeisterte, aber wohl  weiland gegen den SV Anzing sein jähes Ende gefunden hat. Wenig ist wieder zu erkennen..

 

Angefangen bei allerbester Stimmung, gepusht durch einen engagierten Handballsprecher, entwickelte sich ziemlich schnell ein Handballgewürge, bei dem die Abwehrreihen und Torhüter im Mittelpunkt standen, während der Angriff arges Stückwerk blieb. Viele technische Fehler und eine traurige Fehlwurfquote aus der Nahwurfzone, besonders beim VfL Günzburg lähmten die Chance zur Handballwerbung. Allein der VfL verwarf fünf Siebenmeter. Sollte ein neutraler, unbedarfter Zuschauer in der Halle gewesen sein ein Spitzenteam hätte er hinter all dem Treiben nicht vermutet.

Das erste Tor erzielte der unverwüstliche Unterhachinger Kreisläufer Johannes “Danger” Borschel, auch wegen einer frühen Überzahlsituation gelang dem besten VfL-Angreifer Daniel Jäger der Ausgleichstreffer zum 1:1. Keiner der VfL-Fans hätte zu diesem Zeitpunkt gerechnet, dass es der letzte sein sollte. Danach wurde erst einmal verworfen. Zwar stand die Abwehr mit einem sicheren Patrick Rösch dahinter, doch der Ball wollte nicht ins Eckige. Besonders die Außen, an denen der VfL in dieser Runde so viel Freude hatte, leisteten sich ein Fehlwurforgie. Das zweite Günzburger Tor durch Nico Jensen fiel dann immerhin in der 16. Minuten und beschreibt die sehr kritische Handball-Anamese. Die entschlosseneren Münchner, die im Angriff die durchschlagskräftigeren Rückraumspieler hatten, nützten nun den Schwächezustand des VfL und zogen erst einmal auf 10:4 davon.

Schlimmer wurde es danach nicht mehr. Denn eines musste man dem VfL-Team zu Gute halten, gekämpft wurde. Der reine Wille sich nach dem Anzingspiel zu rehabilitieren war da. Mit viel Einsatz gelang es den Unterhachingern, denen das Wasser im Nichtabstiegskampf bis zum Hals stand, jedoch den Günzburger Angriff nahezu komplett zu neutralisieren. Bei einem 12:7 auf der Anzeigentafel wurde gewechselt.

Da Trainer Hofmeister an das Gute im Günzburger Handballer glaubt und gerade in dieser Runde schon einiges umgebogen wurde, blieb die Ansprache gelassen: Was sind im Handball schon fünf Tore? Möglichkeiten zur Fehlerreduzierung boten sich viele. Eine frühe Zeitstrafe, diesmal gegen einen VfL-Spieler verhinderte die schnelle Annäherung. Beim 16:10 schwächelten die Gastgeber. Nun waren sie dran mit “Verwerfen”. Oder umgekehrt formuliert Patrick Bieber hielt was zu halten war, reihenweise machte er “Hunderprozentige” zu nichte. Youngster Lukas Rembold, der noch zu den besten weinroten Angreifern gehörte erzielte eine Treffer, Nico Jensen folgte ihm und Jonas Guckler beendete die “Außenseuche”. 51. Minute: 16:14 auf dem Spielprotokoll. TSV-Trainer Sorger nahm die Auszeit, der lautstarke Schwabentross auf der Tribüne hoffte, ein packender Kampf war es immerhin geworden. Noch einmal beim 17:15 war der VfL dran. Ein Doppelpack durch den Ex-Gundelfinger Philipp Heinle und Christoph Behm zum 19.15 in der 56. Minute brachte die Vorentscheidung. Die üblichen Versuche mit einfacher, doppelter und offener Manndeckung halfen nicht. Das 20:18 war ein gerechtes Ergebnis. Es spiegelt den Mangel: Viel Kampfkraft, aufrichtigen Abwehrwillen und vor allem kaum Angriff – genau so war es auch.

Es kämpften: Knittl (1), Rembold (2), Guckler (3), Jahn, Leix (1), J. Hermann (1), Groß (1), Jensen (4), Lehr (1), N. Hermann, Jäger (1) und Scholz (3).