Am Sonntag um 16.30 Uhr treten die Günzburger JBLH-Handballer beim TuS Schutterwald an. Beide Mannschaften sind mit 2:2-Punkten in die Runde gestartet und mussten sich jeweils der HSG Konstanz geschlagen geben. Am vergangenen Wochenende gelang den Roten Teufeln, wie sich die Südbadener schon seit ihren Erstliga-Zeiten nennen, ein überraschend hoher 32:24-Auswärtssieg bei der Handballakademie Bayern.

Die Reise in die Ortenau wird für Trainer Hofmeister auch eine Reise in die Vergangenheit, denn zur Günzburger Handball-Hochzeit hätte eine solche Begegnung auch jeder Zeit in der Männer-Bundesliga stattfinden können. Es war die Zeit der stolzen Handball-Dörfer: Schutterwald und der Nachbarort Hofweier standen dafür. Die Region strotzte nur so vor Handballwissen: Simon Schobel, Arno Ehret, Armin Emrich und Martin Heuberger waren Spieler, Spielertrainer und Trainer der Region und bekleideten allesamt das Amt des Deutschen Bundestrainers. Als die Handballdörfer fielen und der Sport den Sponsoren in die Zentren nachfolgte, blieb die Handballtradition.

Und diese wird am Sonntag in der Schutterwälder Mörburghalle, durch die viele Jahre Erst- und Zweitligaluft wehte, genau so zu spüren sein wie bei der alt ehrwürdigen Hallen-Dame Rebay. Auch dort ist alles schön renoviert und herrlich modern, doch “Rote Teufel” und “Weinrote” haben dort schon vor drei Jahrzehnten um Punkte gerungen. Trainiert werden die Einheimischen von Martin Heuberger, einem Handballkind der Region, der seiner Heimat als Spieler, Spielertrainer und Trainer immer treu blieb, von 2011 bis 2014 Trainer der A-Nationalmannschaft wurde und sich von 220 bis 2011 größte Verdienste um den deutschen Jugendhandball erwarb. Lange waren deutsche Jugend- und Juniorenauswahlteams vernachlässigte Stiefmütterchen und einfach nur dabei, unter ihm feierten sie nach und nach riesen Erfolge. 2009 und 2011 wurden die Junioren unter seiner Ägide zweimal Weltmeister. Das war wirklich wichtig für den Deutschen Handball.

Die Trauben hängen also arg hoch unter dem historischen Hallendach. Die Punkte-Lese setzt hohe Aufmerksamkeit, bedingungslosen Handballsport, Ausdauer und wohl-dosierten Krafteinsatz voraus, nur dann ist vielleicht etwas möglich. Diese kleine Chance wollen die VfL-Handballer nutzen. Immerhin kann das Team wieder vollständig antreten: Jonathan Stegmann und Frieder Bandlow sind mit ihren Schulkameraden von erfolgreichen Alpenüberquerungen zurück. Man kann sich vorstellen wie Handball-freudig sie in den Startlöchern stehen, und das mit gestärkter Beinmuskulatur und gestähltem Hintern.

Ganz wie früher die Günzburger Bundesligastars, dürfen sonntags die VfL-Talente mit dem großen Bus anreisen. Schon vor Jahrzehnten war die Firma Mindelreisen großzügiger und zuverlässiger Partner. Sie blieb es auch in schweren Zeiten. Vergleiche mit der Vergangenheit verbieten sich: Heute ist der VfL ein Aushängeschild des Bayrischen Handballes, damals gehörte er zu den besten deutschen Teams. Nur der Bus sieht heute schon phänomenal aus. Das verpflichtet! Abfahrt des Fanbusses ist am Sonntag um 11.30 Uhr vor der Rebayhalle. Anmeldungen sind bei Siegfried Walburger ([email protected].) noch möglich.