Beim Tabellennachbarn SG Regensburg gelang den VfL-Handballern ein nie gefährdeter 20:28 (11:15)-Auswärtserfolg. Die Männermannschaft des VfL Günzburg bereitete damit den zahlreichen mitgereisten Fans – die Alt-Herren-Mannschaft hatte einen zweiten Fanbus organisiert – ein “Schönes Wochenende” wie man im Volksmund gerne sagt.

Gegensätzlicher kann Team-Building nicht sein. Bei den Schwaben wurde der Kader in den letzten beiden Jahren überhaupt nicht verändert und wenn mal jemand ausfällt, dann greift man halt auf die A-Jugend zurück wie an diesem Wochenende auf Frieder Bandlow und David Pfetsch. Ganz anders die Oberpfälzer: Jahr für Jahr wird auf etlichen Positionen durchaus erfolgreich ausgetauscht, über die Winterpause kamen mit Tim Vasold und Bence Csiki erst zwei neue Könner dazu. Auf solche Ideen würde Stephan Hofmeister gar nicht kommen.

Den ersten Treffer des Spieles erzielte Kunstschütze Stefan Knittl per Siebenmeter. Eiskalt und rotzfrech sollte er im Spielverlauf sieben von acht Strafwürfen verwandeln. Beim VfL war man schon vor dem Spiel gespannt auf das taktische Auftreten der Spielgemeinschaft, denn neben dem Personal verändert Trainer Kai-Uwe Pekrul auch gerne sein Spielsystem um seinen Gegnern möglichst viel Kopfzerbrechen zu bereiten. Zunächst war die taktische “Nuss” eine Manndeckung gegen Spielmacher Nico Jensen. Da die Mannschaft über Jahre eingespielt ist und aus Niederlagen viel gelernt hat, war das Ding gleich geknackt. Die richtigen Register wurden gezogen. Nach dem 2:2 stand es zum letzten Mal unentschieden. Nur bis zum 3:5 durch den achtfachen Torschützen Valentin Deml blieb die Begegnung offen. Ein Dreierpack durch Jonas Lehr, den starken Antreiber Pascal Buck und Stefan Knittl besorgte das 3:8. Die VfL-Deckung mit einem sicheren Patrick Bieber im Tor wirkte fair zupackend und gut auf das gegnerische Spielsystem eingestellt. Trotz einer weiteren Deckungsumstellung spielte die Mannschaft um Kapitän Axel Leix sehr zur Freude der lautstarken Fans wie aus einem Guss und führte in der 26. Minute bereits mit 7:14. Zwei Zeitstrafen, Schwester Leichtfuß, aber auch eine Heimmannschaft, die wusste, was sie ihrem Publikum schuldet ließen die Regensburger auf 11:15 bis zur Halbzeit heran kommen. Ein schmeichelhafter Zwischenstand für die SG:.

Die Halbzeitansprache war entspannt. Die kleine Schwächephase konnte den guten Gesamteindruck nicht schmälern. Das einfache Motto hieß: “Weiter so”: Das beherzigten die Schützlinge von Betreuer Dieter Pohl, der früher übrigens beim SC Ichenhausen ein ausgezeichneter Torwart war; dann auch. In der 37. Minute stand es 11:18. Der Gegner versuchte es zwischenzeitlich mit dem “Siebten Feldspieler”. Speziell dieses Mittel bringt in der Bayernliga als Notlösung selten was. Doch der VfL blieb souverän und konnte bunt, aber stets gleichwertig wechseln. Beim 16:25 durch Frieder Bandlow, der mit großer Übersicht agierte, war der größte Abstand zum Gegner hergestellt. Wieder gab es eine kleine Schwächephase. Diesmal in der Überzahlabwehr als man drei sehr einfache Tore bekam. Ganz am Ende stand ein 20.28 auf der Anzeigentafel, dass die Kräfteverhältnisse gerecht widerspiegelt. Herrlich war besonders das Spiel mit dem “Günzburger Industriegebiet Jäger” über den Kreis anzusehen.

Der VfL Günzburg hat sich mit diesem Sieg als Sechster erst einmal im oberen Mittelfeld mit 17:13 Punkten festgesetzt. Drei Punkte davor steht der TSV Friedberg. Das untere Mittelfeld wird von HT München mit 13:17 Punkten angeführt. Angesichts der widrigen Vorbereitungsbedingungen und da die Mannschaft im Schnitt immer noch sehr jung ist, ist die Abteilungsleitung mit der Mannschaft sehr zufrieden. Die mitgereisten Fans waren es zu Recht auch.

Am Montag wird sich der zukünftige Trainer Gabor Czako der Mannschaft vorstellen. Die Umbauarbeiten laufen still. Die 1. Männermannschaft befindet sich insgesamt im ruhigen Fahrwasser.

Der VfL Günzburg freut sich heute schon auf das Schwabenderby am kommenden Wochenende gegen den TSV Haunstetten.