Am Sonntag zur ungewohnten Zeit um 14.30 Uhr empfangen die Günzburger Bayernliga-Handballerinnen den HaSpO Bayreuth. Grund für die zuschauerfeindliche Zeit ist der Hallenfußball, der für die VfL-Handballer die Rebayhalle praktisch die gesamten Weihnachtsferien versperrte. Da noch am Samstag gekickt wird, müssen die Fußballer Samstagnacht die Halle Futsal-frei räumen und die Handballer am Sonntag in aller Herrgottsfrüh Handballtauglichkeit herstellen. Allein das ist eine erstaunliche ehrenamtliche Herausforderung, die sowohl die Verantwortlichen des SC Bubesheim als auch die des VfL Günzburg Jahr für Jahr mit Bravour bewältigen.

Wenn alles gut erledigt ist, folgt eine Demonstartion Günzburger Handballstärke: Um 12.30 Uhr ein JBLH-Spiel, danach Bayernliga-Festpiele von Damen und Herren gegen HaSpo Bayreuth und quasi als Derniere ab 18.30 Uhr das Spiel der Männerreserve gegen den TSV Neusäss. Da geht es immerhin um den Aufstieg.Mehr bayrischer Spitzenhandball geht kaum. Das wäre eine herrliche Samstagabendveranstaltung gewesen.

Die VfL-Schönen freuen sich als Vierter auf den Tabellenachten. Die Fränkinnen haben bislang 12:12-Punkte errungen, damit rangiert man im Haifischbecken “Damen-Bayernliga” im Mittelfeld. Bar der aller größten Sorgen, da die Abstiegsregion erst beim Viertletzten, dem TSV EBE Forst United, los geht, der bislang ganze 6:18-Punkte zustande brachte. Ein Puffer zum Abstiegskampf ist also bereits geschaffen. Die Spielerinnen aus der Wagnerstadt zeichnen bislang eine klare Ergebnislinie: Alle Auswärtsspiele wurden verloren und alle Heimspiele gewonnen, so auch die letzte Begegnung am 14.12.2019 als die Schützlinge von Trainer Udo Prediger, den TSV Winkelhaid knapp mit 31:30 ohne Punkte auf die Heimfahrt schickten. Das weist den Günzburgerinnen natürlich zu Hause als Vierter das Schild der Favoritinnen zu, doch die HaSpo-Spielerinnen werden gleich einige gute Neujahresvorsätze gefasst haben. Einer der beliebtesten dürfte dabei heißen: Endlich auswärts punkten. Da Neujahrsvorsätze besonders im Januar Ernst genommen werden, sind die VfL-Spielerinnen also vorgewarnt. Besonders wichtig wird es sein die Kreise der Top-Torjägerinnen der Gäste einzuschränken. Mit Elena Kerling (67 Treffer) auf Platz 7 und Kim Koppold (64 Treffer) auf Platz 8 stehen gleich zwei Werferinnen unter den Top-Ten der aktuellen Torjägerinnenliste.

Auch wenn praktisch kein Mannschaftstraining wegen Futsal möglich war, kommt das VfL-Team stark aus der Fußball- und Weihnachtspause. Keine Spielerin ist verletzt, ein selten glücklicher Traum eines jeden Handballtrainers. Außerdem tat nach einem derart nervenaufreibenden Handballjahr eine Verschnaufpause gut. Nun ist der Akku wieder voll aufgeladen und die Spielerinnen freuen sich sehr auf den Neustart. Trotz der frühen Anspielzeit hoffen die Damen um Martina Jahn auf ihre mittlerweile zahlreichen Fans, schließlich hat die Mannschaft ein ganzes Jahrl lang tolle Werbung für den eigenen Sport betrieben. 18:6-Punkte für einen Aufsteiger in der höchsten bayrsichen Liga sind eine eindrucksvolle Selbstvermarktung. So soll es weiter gehen.