SCHWABENDERBY IN FRIEDBERG

Am kommenden Samstag um 20:00 Uhr wartet mit dem Schwabenderby ein weiterer Saisonhöhepunkt auf die Günzburger Bayernligahandballer. Auch wenn vergangene Woche gegen München gewonnen wurde, müssen die Spieler um Yannick Meye am Wochenende eine deutliche Leistungssteigerung zeigen, um gegen gut aufgelegte Friedberger gewinnen zu können.

Der TSV Friedberg hat einen denkbar schlechten Start in die Saison erwischt. Kurz vor Rundenbeginn trennten sich die Verantwortlichen des TSV von ihrem bisherigen Trainer und beauftragten die hochqualifizierte BHV-Trainerin Christina Seidel mit der undankbaren Aufgabe, ein Bayernligateam zwei Wochen vor dem ersten Spiel für die Saison fit zu machen. Es kam, wie es fast zwingend kommen musste. Obwohl die Mannschaft um die ehemaligen Günzburger Scholz und Knittl seit vielen Jahren bestens eingespielt ist, hinterließ der Wechsel deutliche Spuren an den ersten Ergebnissen. Bis auf Teams, die aktuell zum Teil deutlich hinter den Herzogstädtern stehen, wurden alle Begegnungen am Anfang teils klar verloren. Auch das erste Schwabenderby der Saison war relativ früh zugunsten der Günzburger entschieden und die Zuschauer in der Rebayhalle konnten einen Gegner sehen, der insbesondere in der ersten Halbzeit den Angriffswellen des VfL wenig entgegenzusetzen hatte.
Spätestens aber nach dem Spiel gegen Anzing Anfang November überwanden die Herzogstädter ihre anfänglichen Probleme und spielen seitdem wieder wie eine Bayernligaspitzenmannschaft, die sie ja auch sind. Der bislang letzte Höhepunkt der beginnenden Aufholjagd war ein 5 Tore Sieg bei der SG Regensburg, die bis zu diesem Zeitpunkt daheim noch ungeschlagen war.

Trainer Czakó dürfte wohl mit gemischten Gefühlen an das einzige noch ausstehende Derby der Saison denken. Auf der einen Seite steht der VfL aktuell so gut in Bayern da, wie seit dem Bundesligarückzug nicht mehr und seine Jungs haben am Samstag erneut die Möglichkeit, die Tabellenführung zu verteidigen. Auf der anderen Seite hat er aufgrund des gut gefüllten Lazaretts am kommenden Wochenende erneut nur einen stark dezimierten Kader zu Verfügung. Gegen Bayreuth hat dieser Kader seine Aufgabe bestmöglichst erfüllt, aber schon in der darauffolgenden Woche beim Spiel gegen München wurde Czakó schmerzlich aufgezeigt, welche Auswirkungen mangelnde Wechselmöglichkeiten insbesondere im Angriff auf die Mannschaft haben können. Auch wenn die Weinroten am Ende siegreich aus der Halle gingen – über lange Strecken war das nicht selbstverständlich. Gegen Friedberg wird lediglich eine Sache sicher nicht der Fall sein: ein leichter Sieg der Günzburger. Individuell liegt diesmal der Vorteil ganz klar auf Seiten der Friedberger. Neben Fabian Abstreiter und Luca Kaulitz sind es vor allem die beiden ehemaligen Günzburger Scholz und Knittl, die den Kader des TSV zu einem der besten der Liga machen. Die VfL´er haben zwar schon gezeigt, dass sie auch mit einem dünnen Kader gegen Topteams und eigentliche Favoriten gewinnen können, hierfür muss allerdings jeder einzelne der übrig gebliebenen Feldspieler wieder ein paar Prozentpunkte über seiner besten Leistung im Angriff spielen und gleichzeitig in der Abwehr über sich hinauswachsen. Bislang lebte das Günzburger Spiel von der enorm hohen Lauf- und Kampfbereitschaft in der Verteidigung. Diesmal dürfte alleine die Einstellung nicht ausreichen. Logisch – sie ist die Grundvoraussetzung, allerdings muss gegen den höchst effektiven Rückraum der Friedberger sowohl taktisch clever als auch hart verteidigt werden, um am Samstag auch nur den Ansatz einer Chance gegen starke Gegner zu haben. Bislang stachen die Schwabenderbys vor allem wegen dem hohen Zuschauerinteresse und der guten Stimmung auf beiden Seiten aus dem Ligaalltag heraus. Diesmal sind die Weinroten stärker als sonst auf die tolle und lautstarke Unterstützung ihrer mitgereisten Fans angewiesen. Das Spiel gegen Bayreuth bewies auch im neuen Jahr, dass unser tatkräftiges Publikum in der Lage ist über Sieg oder Niederlage zu entscheiden. Helft uns auch diesmal und macht das Spiel zu einem Heimspiel!

Diesmal wird kein Fanbus eingesetzt. Die Halle ist aber sowohl mit dem Auto, als auch mit der Bahn mehr als gut zu erreichen. Spielbeginn ist am Samstag, den 25.01.2020 um 20:00 Uhr in der Sporthalle des TSV Friedberg.