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Jugend: Zurück vom Internationalen Biberacher Osterturnier

Bericht vom 18. April 2017

Obwohl Günzburger Jugendhandballer seit Jahrzehnten durchaus Europa-weit in Sachen Handball unterwegs sind, war die 20. Auflage des IBOT ein Erlebnis der Superlative: Besonders die Füchse aus Berlin imponierten mit kaum für möglich gehaltenen Jugendhandball-Kunst. Am Ende gewannen sie haus-hoch überlegen sowohl das Finale der männlichen B- und A-Jugend.

 

Los ging alles mit einer knackigen Eröffungsfeier ohne jede Chance auf lange Weile. Neben fetziger Livemusik, kurzen Begrüßungsreden gab es Grußbotschaften der Nationalspieler Dominik Klein und Kai Häfner. Dann folgte in proppe-voller Halle das Eröffnungsspiel zwischen dem Erstliga-Nachwuchs von Frisch-Auf Göppingen und den Bob-Hanning-Schützlingen aus Berlin. Am Ende eines seltenen Handballsturmes aus Nord-Ost, angetrieben von Tief Bob, hieß es 25:12. Es war eines von vielen Aha- und Oha-Erlebnissen, mit denen der Jugendhandball aus der Hauptstadt an der Riß begeisterte.

 

Die weibliche B-Jugend nützte das Who-is-who des Jugendhandballs zur Vorbereitung auf die anstehenden deutschen Viertelfinalkämpfe. Als Dritter schnitten die Schützlinge von Jürgen Kees ausgezeichnet ab. Insgesamt waren vier Viertelfinalisten um die anstehende deutsche Meisterschaft am Start. Die SG BBM Bietigheim wurde Siebter, FSG Mainz 05 Budenheim Fünfter, der VfL nach  einem 18:15 gegen die TSG Friesenheim Dritter und die JSG Bad Soden Turniersieger. Damit gewann ein Team, das demnächst im Kampf um die Deutsche Meisterschaft VfL-Konkurrent sein wird. Der direkte Vergleich im Halbfinale ging mit 15:17 verloren. Es war eine verdiente Niederlage, aber kein gravierender Leistungsunterschied. Das steigert die Vorfreude auf die Deutschen Viertelfinals.

 

Wie schon in den letzten Jahren fuhren die männlichen B- und A-Jugendmannschaften mit einer jüngeren Mannschaft an um sich auf die anstehenden Qualifikationen vorzubereiten. Eine harte Schule, so dass Siege bei diesem illustren, durchwegs älteren Gegner naturgemäß Mangelware blieben. Die männliche B-Jugend gewann in der Gruppe mit 13:11 gegen den TV Ehingen. In den Platzierungsspielen unterlagen die Schützlinge von Nicolai Jensen und Michael Jahn mit 13:15 ganz knapp gegen die MTG Wangen, eine der besten württembergischen Mannschaften, sonst wäre ein noch besserer Platz als der 24. von 32 sehr starken Teams möglich gewesen.

 

Noch härter erwischte es die männliche A-Jugend. Wie schon im letzten Jahr blieb nur der letzte Platz, trotz dem die Jungs um das Trainertrio Rudi Jahn, Volker Schmidt und Markus Guckler immer wieder spielerisch glänzten und wirklich alles gaben. Gegen den renommierten SC Magdeburg war das 18:25 ein echter Achtungserfolg und im Spiel gegen die DJK Budenheim unterlag man ganz knapp trotz einer kämpferischen Leistung am Limit mit 19:20.  Neben dem Altersunterschied, schlug das Vereltzungspech ordentlich zu und das Teilnehmerfeld war ein JBLH-Treffen auf hohem Niveau, da muss man sich als Noch-B-Jugendlicher oder letztjähriger A-Jugend-Bayernligist erst einmal anpassen und genau das war das Ziel der lehrreichen Veransteltung. Daraus gilt es nun die richtigen Schlüsse zu ziehen. Und genau das ist dem akribischen Trainer-Trio mit seiner Erfahrung zuzutrauen.

 

Abgerundet wurde die Spitzensportveranstltung durch eine Podiumsdiskussion mit Bob Hanning und DHB-Schiedsrichterwart Jürgen Rieber. Da der Nachwuchs nirgendwo mehr lernen kann, nutze der DHB das Turnier auch zur SR-Ausbildung seiner größten Talente. Viele ehmalige Top-Schiedsrichter waren deswegen zum Coaching der ambitionierten Jung-Schiesrichter vor Ort. Soweit ist das Günzburger Schiedsrichtergespann Pascal Buck und Jonas Lehr noch nicht, immerhin waren sie als erstes VfL-Schiedsrichtergespann überhaupt beim IBOT zugelassen und leiteten 14 Partien tadellos. Auch in diesem Bereich wurde ordentlich Leistung verlangt.

 

Es war eine Veranstaltung zum Staunen, auch organisatorisch und voll gelebter Freundlichkeit.