In einer hart umkämpften Partie unterlagen die VfL-Nachwuchstalente der HABO Bottwartal JSG mit 27:31 (14:14): Nach zuletzt 2:8-Punkten aus drei Heimspielen und eben diesem Auswärtsspiel, bei einer Mannschaft, die zu Hause noch überhaupt nicht gewonnen hat, kann sich die Mannschaft den sechsten Platz erst einmal getrost vergessen und sollte sich darauf konzentrieren endlich mal wieder ein Spiel zu gewinnen. Eine Günzburger A-Jugendmannschaft sollte in einer Deutschen Eliteliga stets demütig auftreten, schon der jeweils sehr hart errungene Aufstieg sollte Warnung genug sein

Schnell waren die Schwaben in der stimmungsvollen Kulisse mit 6:2 hinten. Die Abwehr fand keinen rechten Zugriff. Einziger Aktivposten war wie so oft Lukas Bär, der in riesen Räumen viel zu oft allein gelassen wurde. Im Angriff fehlte der Spielfluss und wenn einmal eine gute Wurfposition erreicht war, dann scheiterte man zu oft am starken Gastgebertorwart. Freilich fehlte Frieder Bandlow und natürlich wiegt das bei einer Jugendmannschaft, die es über viele Jahre gewohnt ist mit Linkshänder im Rückraum zu spielen schwer. Nur ist Handball halt eine Mannschaftsportart und im Kollektiv sollte man im dritten Anlauf der Saison ohne den DHB-Kaderspieler auch einmal in der Lage sein das zu kompensieren. Vor allem wenn man Sechster werden möchte. Knappe Niederlagen gegen Bittenfeld ohne Frieder Bandlow sind nicht als Erfolg zu werten, es sind Niederlagen.

Bis zum 10:6 sah das gar nicht gut aus für die Träumer. Dann ging ein Ruck durch das Team, vielleicht lag es aber auch daran, dass das Gros der Gegner am Vortag schwere Männerspiele in den Beinen hatte. Nur der VfL nimmt auf bloße Überlastungsmöglichkeiten Rücksicht auf seine A-Jugendlichen, dosiert Aktiveneinsätze stark und lässt sie im Zweifel auch weg. Beim 11:10 durch Geburtstagskind David Pfetsch war der Anschluss geschafft. Gut tat in dieser Phase Sebastian Grabher, der hinten wie vorne schnörkellos spielte und mit seinem bedingungslosen Einsatz die eigene Defensive mitriss. Beim 13:13 war der erste Ausgleich erzielt. Unentschieden, 14:14 durch Devin Ugur, ging es danach auch in die Kabinen.

Nach der Halbzeit brachte JSG-Trainer neues Personal und setzte auf eine 5:1-Deckung mit einem weit vorgezogenen “Störenfried”: In der gesamten zweiten Halbzeit gelang es nicht dieses taktische Problem zu lösen. Kampfkraft und erfolgreiche Einzelaktionen, besonders durch Youngster Adam Czako, aber auch Devin Ugur und Johannes Rosenberger hielten die Siegeshoffnungen wach. In der 39. Minute stand ein 18:18 auf der Anzeigentafel, in der 44. Minute ein 20 : 20. Die Abwehr war stabiler, doch Torwart Fabio Bruno, eigentlich die Zuverlässigkeit in Person, bekam keine Hand an den Ball. Unglücklicherweise konnte Günzburg nur mit einem Torwart anreisen. Martin Freund und Niko Henke waren verhindert. Eine Ausnahmesituation, die genau an diesem Tag nicht nur theoretisch ein riesen Problem war.

Das Unglück nahm nach dem 21:20 durch Paul Lang seinen Verlauf. Erst schien die Situation günstig. Sandro Jooß nahm ein Team-Time-Out um die Mannschaft für die Schlussviertelstunde neu zu justieren. Gleich darauf geriet das “Bottwartal” in Unterzahl. Doch der VfL vergab in der eigenen Überzahl einen Siebenmeter und erhielt durch eklatante Abwehrnachlässigkeiten völlig unnötige zwei Gegentore. Gleich darauf eine Zeitstrafe gegen Jonathan Stegmann. HABO zeigte den Günzburgern wie Überzahl geht und machte zwei Treffer. Als Timm Buck, bester Spieler auf dem Platz, das 25:21 in der 52. Minute erzielte war die Partie vorentschieden.

Der VfL haderte fortan viel mit dem Schiedsrichtergespann Haderlein, wozu Handballer sich nie Zeit nehmen sollten und auch mit seiner kleinen verträumten Handballwelt. Mit dem Mut der Verzweifelten wurde dann mal ein Gegner, mal zwei und dann die gesamte gegnerische Mannschaft in Manndeckung genommen. Beim 28:26 durch Johannes Rosenberger, der in der zweiten Halbzeit zu den wenigen Aktivposten seiner Mannschaft gehörte, keimte noch einmal Hoffnung auf. Doch eine Zeitstrafe gegen David Pfetsch in der 58. Minute bremste die Möglichkeiten auf notwendige schnelle Ballgewinne aus. Das 31:27 war eine verdiente Niederlage.

Nach so einem Spiel helfen Selbstkritik, Realitätsnähe und das Ende von Träumereien.

Es spielten: Bruno; Pfetsch (4), Ugur (8), Rosenberger (5), Bandlow (1/1), Hafner, Dück (1), Grabher (4), Bär (2), Czako (2), Jahn und Stegmann.