Zum Ende der Faschingsferien freut man sich sehr beim VfL Günzburg am Samstag um 19.30 Uhr ausgerechnet den ungeschlagenen Tabellenführer der Bayernliga den HSC Bad Neustadt begrüßen zu dürfen. Einsam ziehen die Franken ihre Kreise, stolze 37:1 Punkte stehen auf der fast makellosen Bilanz. Weit dahinter die “Dauerzweiten” der DJK Waldbüttelbrunn mit 29:7-Zählern. 162 Plustore hat sich der Drittliga-Absteiger erworfen, der VfL immer hin 62. Weil es so gut läuft, hat der Verein mittlerweile einen Vogel. Rotmilane, majestetisch, selten in Absturzgefahr, nennt der Handballsportclub seine Handballlieblinge. Das erhöht den Wiedererkennungswert und hinter den ganzen Löwen und Adlern braucht man sich mit diesem schönen Vogel ganz bestimmt nicht zu verstecken.

Bekanntester Mann ist das langjährige Günzburger Handballkind, der spätere Nationaltorhüter Chrischa Hannawalt, der den Gast nach dem bitteren Abstieg aus der Dritten Liga übernahm und mit neuen Selbstvertrauen ausstattete. Mit seiner Amtsübernahme war der Absturz in die Bayernliga als Betriebsunfall abgetan. Markenzeichen der Überlegenen ist ein sehr kleiner Kader. Da spielt ein US-Amerikaner, ein Kroate und ein Ungar. In Nordbayern wird viel gewechselt und auch gut bezahlt, trotzdem ist es bei der Konkurrenz aus Rimpar, Coburg, Erlangen, Bayreuth, Waldbüttelbrunn (…) nicht einfach genau den passenden Mann zu finden. Bis aus dem Potsdamer Handballinternat kommt einer der Akteure. Die Rotmilane haben sich für Qualität entschieden. Jeder der Akteure ist Drittliga-tauglich. Nur der Kader viel zu dünn, man darf gespannt sein, wer in der nächsten Saison so alles im roten Gefieder durch die Dritte Liga Ost schwirrt.

Zum kleine Kader gesellt sich naturgemäß gerne Verletzungs-Malaise. Auch davon können die Neustädter ein Lied singen. Doch Chrischa Hannawald findet immer das richtige taktische Mittel, gleich welcher Flügel gestutzt ist. Mal wird ein Kreisläufer im Rückraum eingesetzt, mal tritt Linksaußen Hines als umsichtiger Rückraum-Allrounder die Fäden. Die Ergebnisse sind zwar knapper geworden, auch der Rotmilan fliegt halt nur so hoch wie er muss, doch auch in der Rückrundentabelle stehen 12:0-Punkte. Besser geht es nicht.

Chancenlos verlor der VfL Günzburg seiner Zeit das Hinrunden-Spiel mit 32:24. Und auch am Samstag ist das junge, komplett schwäbische Team, krasser Außenseiter. Nicht mal einen Vogel hat der VfL, nur den Günzel, Zielwasser und jede Menge Pfiff. Enger soll es diesmal aber schon in der Halle zugehen, den auch der Verein für Leibesübungen ist prächtig drauf. Mit 9:1-Punkten stehen die Schützlinge von Betreuer Pohl auf dem zweiten Platz der Rückrundentabelle. 35 Plustore haben sich “Pascal Buck & Co” erworfen, 40 die Franken. Leise hofft man auf die Außenseiterchance.

Eng könnte es auch auf der Tribüne werden. Chrischa Hannawald hat viele Freunde in der Region. Viele fragen sich, ob er in seinen legendären kurzen Hosen auch coacht. Wie immer in den Faschingsferien wurde eine Freikartenaktion für die Günzburger Schulen und Vereine geschaltet. Spieltagspartner ist die “Lauinger Messe”, sie findet am 27./28. April statt und stiftet die Preise für das beliebte Frisbeespiel: Organisiert hat das Alois Jäger, in Personalunion engagierter schwäbischer Bezirksrat, begeisterter Lauinger und Vater der “Günzburger Industriegebietes”.

Eigentlich sollte es DER große Aktivenspieltag werden. Damen 1, Damen 2, Herren 1 und Herren 2 erstmals an einem Samstag.. Mittlerweile sind aber die Damenspiele leider abgesagt, bitte informieren Sie sich kurzfristig, wann das Vorspiel genau stattfindet.