Am Samstag um 19.30 Uhr treten die VfL Handballer beim Tabellenletzten; der HSG Würm-Mitte an. Jahrelange engagierte ehrenamtliche Arbeit für die gute Handballsache wurde letztes Jahr an der Würm belohnt. Die Männer stiegen als Landesligameister direkt in die Bayernliga auf und die Damen, die sich Würmtaler Wildkatzen nennen, in die Dritte Liga. Ein riesen Erfolg rund um das kleine Flüsschen Würm. Die Saison 17/18 wird ohne Zweifel einen Ehrenplatz in den Annalen der Vereinsgeschichte finden.

Mittlerweile ist der harte Handballalltag eingekehrt. Groß ist überall die Freude, wenn ein Aufstieg realisiert wird – hart der Boden der Realität in den neuen Ligen. Alles ist größer, schwerer und schneller. Die Günzburger Männermannschaft kennt das Lied. Uns so kam es wie es in Bayern nur allzu oft Alltag ist, die vormals leichtfüßigen Aufsteiger, tragen urplötzlich schwer an den höheren Aufgaben- sowohl Würmer Damen als auch Männer zusätzlich mit der ungeliebten Roten Laterne des Tabellenletzten in der Hand.

Nach dem die Aufstiegsfeiern beendet waren, begannen die HSG-Verantwortlichen an der Bayernligasaison zu basteln. Team-Manager Wolfgang SImnacher, ein echte Günzburger Handballkind, das in der Jugend mit solchen Könnern wie Armin Spengler, Stephan Hofmeister und Lothar Buck in einem Team spielte, hatte dabei genügend Baustellen zu bearbeiten. Erst einmal entschloss sich Meistertrainer Fadil Kqiku zum TSV Friedberg zu entfleuchen. Alexander Kuttig, ein Handball-Urgestein das schon viele schöne HSG-Geschichten schrieb und Markus Wuttke, ein erfahrener Münchner Trainer übernahmen die früheren Aufstiegshelden. Dann sollte der Kader vergrößert werden, fast unmöglich vor den Toren des Drittligisten TuS Fürstenfeldbruck. An Günz und Würm wird reiner Amateurhandball hoch gehalten, einkaufen geht nicht.. Uns so tat sich personell wenig. Die Mannschaft ist zu dünn besetzt.

Wie im VfL-Aufstiegsjahr kam es nach der Hinrunde zu körperlich Anpassungen, auch die harte Schule von “Versuch und Irrtum” entwickelte die HSG. Im Münchner Derby gegen HT München gelang ein 18:18 und gegen den Extrainer Kqiku und “seine” Friedberger eine 27:26-Sensation, selbst die Niederlagen wurden knapper. Leise träumte man von der Aufholjagd. Doch die beiden letzten Ergebnisse nordeten weit in den Tabellensüden ein: 23:28 zu Hause gegen die Regensburger Adler und dann die bittere 29:23-Niederlage in Haunstetten. 5:33-Punkte lassen keine Hoffnung mehr zu.

Dennoch wissen die VfL-Spieler, dass das Spiel vor München nicht einfach wird. Für die Gastgeber geht es um die Ehre, dieses letzte Hemd wird die 1. Männermannschaften einer stolzen Spielgemeinschaft bis zur 60. Minute verteidigen. Die Mannschaft um Patrick Bieber kennt das, beim Landesliga-Durchmarsch wäre gegen den vormaligen vermeintlichen Landesliga-Absteiger HSG Würm-Mitte mit einer deftigen Überraschungsniederlage fast die Meisterschaft verspielt worden. Außerdem müssen die Weinroten ihren schwachen Auftritt vor 950 Zuschauern gegen den HSC Bad Neustadt verarbeiten. Dabei könnte eine engagierte körperliche Betätigung genau das Richtige sein.

Nicht dabei sein kann Kapitän Axel Leix. Seine Schulterverletzung ist mittelschwer. Ein Band ist gerissen, zwei sind lädiert. Ruhigstellung sollte genügen, eine OP dürfte nicht notwendig werden. Dennoch wird der Abwehr-Aktivposten, der zuletzt auch im Rückraum von sich reden machte, wochenlang ausfallen. Auf die wenigen VfL-Innenverteidiger kommt in naher Zukunft also noch mehr Arbeit zu.

Wie immer wird ein Fanbus eingesetzt. Abfahrt ist am Samstag um 16.30 Uhr vor der Rebyhalle. Anmeldungen bitte an Iris Groß oder Dieter Pohl.