Am Sonntag um 16.00 Uhr treten die Günzburger JBLH-Hanballer zum einzigen bayrischen Derby in der Süd-Gruppe bei der Handballakademie Bayern an. Da die Akademie kein gewachsener Verein ist, sondern ursprünglich als eine vereinsübergreifende Initiative zur Förderung Münchner Handballtalente angedacht war, findet das Spiel in der Münchner Handballhochburg Unterhaching statt.

Da die Akademie vorher nie im Spielbetrieb war, gelangten sie als Nachfolger des letztjährigen Bayrischen A-Jugendmeisters TSV München-Ost mit einer Wildcard in die Bundesligaqualifikation. Dort sorgten sie ordentlich für Furore, wurden Bayrischer Ranglisten-Erster und qualifizierten sich gleich bei der ersten Möglichkeit für die vier-geteilte Deutsche Eliteliga. Groß war die Euphorie und das zu Recht.

Dann ging es endlich los. Doch der Liga-Alltag war lange Punkte-los. Immer wurde gekämpft, knapp waren die Ergebnisse, nie ließ sich das Team hängen, doch der erste Sieg wollte sich einfach nicht einstellen. Nach den Qualifikationsergebnissen überraschend fiel man schnell auf den letzten Platz zurück. Das engagierte Trainergespann Robert Hofmann und Lukas Behm, die die Mannschaft über Jahr mit viel Herzblut begleiteten, stiegen aus. Ihre Nachfolger wurden Reinhart Seiwerth, der schon viele höher klassige Trainerstationen hinter sich hat und Ulrike Newel, die viel beachtet erfolgreich bei der HSG Isar-Loisach Handball lehrt. Und entgegen der sonstigen Handballlehre, dass Trainerwechsel während der Saison wenig bewegen, wurde es punktmäßig besser. Am 2.2.2019 gelang bei SV Zweibrücken, die damals noch ganz vorne dabei waren, ein in der Höhe sensationeller 22:32-Auswärtssieg. Heute wissen wir, dass es auch an Verletzungsproblemen der Gastgeber lag, sie kommen nämlich auf sehr dünnem Zahnfleisch daher. Doch mit dem Coup kam das Selbstvertrauen zurück. Mit nur einem Tor wurde bei den starken Göppingern verloren, gegen JANO gelang ein 27:27. Plötzlich läuft es, auch wenn am vergangenen Wochenende nach fulminanten Start mit 38:32 bei der HSG Konstanz verloren wurde.

Man darf sich also am Sonntag auf ein fetziges Bayern-Derby auf Augenhöhe freuen, zumal der VfL zuletzt zwar stets für seine Spielweise gelobt wurde, allein die Punkte fehlten. Das möchten die VfL-Talente am Sonntag endlich wieder ändern. Beide Teams kennen sich in und auswendig. In der Quali hatte der VfL das Nachsehen. Im Sommer wurde mangels leistungsstarken Freundschaftsspielgegner gegeneinander getestet. Da konnten die Schwaben den Spieß umdrehen und auch im Hinspiel gelang nach einer spektakulären Aufholjagd in der Schlussphase ein doppelter Punktgewinn auf des Messers Schneide. Das würden die Günzburger am liebsten wiederholen, ein Sieg täte gut. Da die Münchner das genau andersherum sehen, ist ein spannender Handballkrimi vor dem Tatort im Ersten zu erwarten.

Trainer Sandro Jooß hofft erstmals seit Wochen auch auf Bestbesetzung.

Das Derby ist angerichtet.