Nach dem phänomenalen Saisonfinale hatte niemand so richtig Lust auf eine Monate-lange Handballpause bis Mitte September. Schon seit Jahren bemüht sich Abteilungsleiter Armin Spengler um ein Freundschaftsspiel gegen Frisch-Auf Göppingen. Immer wieder scheiterte es an Terminproblemen und den vielen Verpflichtungen, die der Traditionsverein Frisch Auf in seiner württembergischen Heimat hat. Freundschaftsspiele in benachbarten Bundesländern sind da eher die Ausnahme. Nun ging alles ganz schnell.

Bereits am Dienstag, den 04.06., ab 19.30 Uhr ist es nun so weit. Frisch-Auf Göppingen kommt in die Rebayhalle. In der Hochzeit des VfL-Bundesliga-Handballs war es neben den Duellen gegen den TSV Milbertshofen DAS Derby. Massen strömten damals in die Rebaystraße. Unvergessen die Auftritte des legendären Jerzy Klempel: Auch Namen wie Willi Weiß, Rolf Schlögl, Arnulf Dümmel und Rudi Molitor klingen heute noch nach. Die Göppinger Tradition wurde freilich noch früher begründet. In der Zeit von 1954 bis 1972 waren die Schwaben insgesamt insgesamt neun Mal Deutscher Meister; sowie zweimal auf dem Feld und zweimal in der Halle Europapokalsieger der Landesmeister. Mit den EHF-Pokalsiegen in den Jahren 2011, 2012, sowie 2016 und 2017 gelang in jüngster Vergangenheit der Brückenschlag zur glorreichen internationalen Vergangenheit. All diese Erinnerungen sind in der bayrischen Handballhochburg Günzburg immer wach geblieben und so war es kein Wunder, dass zu JBLH-Begegnungen zwischen Beiden die Nordtribüne, die schon so vieles erlebt hat brechend voll war. Da wurde es einfach Zeit für ein Demonstrationsspiel zwischen den Aktiventeams. Kein anderer Erstligist hätte sich aktuell besser geeignet.

Trainiert wird die Mannschaft heute erfolgreich von Hartmut Mayerhoffer, der zu Günzburger Zweitliga-Zeiten zusammen mit Armin Spengler in einer Mannschaft spielte, damals u.a. gegen Frisch-Auf Göppingen. Doch es gibt auch andere Verbindungen: Neu-Trainer Gabor Czako absolvierte mit Hartmut Mayerhoffer unlängst die Prüfung beim A-Lizenz-Lehrgang. Natürlich halfen solche Beziehungen um das Kracher-Spiel endlich unter Dach und Fach zu bringen.

Der Termin ist ungewöhnlich. Frisch-Auf befindet sich zu diesem Zeitpunkt noch im Saisonfinale. Erst am 09.06. findet das letzte Bundesligaspiel beim SC Magdeburg statt. Doch Termine sind in der Bundesligahatz eben Mangelware. Und der VfL startet Anfang Juni gerade wieder in die Saisonvorbereitung. Die einen nützen es für eine Werbetour in eigener Sachen, noch heute haben Günzburger eine Saisondauerkarte in Göppingen, weil sie der Bundesligahandball nie losgelassen hat und die anderen nützen es zum ersten Auftritt der neuen Mannschaft unter Gabor Czako. Erstmals wird also auch Neuzugang Uros Krasovec im weinroten Trikot auflaufen.

Die rührige Abteilungsleitung sieht das Handball-Highlight des Jahres 2019 vor allem als Dankeschön an die Fans für die phänomenale Unterstützung; aber auch an die Mannschaft für eine tolle jüngere Günzburger Handballgeschichte. Fans und Spieler haben die Günzburger Handballbegeisterung wieder wach geküsst. Außerdem sollte man Traditionen aufleben lassen, wenn man sie wie der VfL Günzburg im großen Stil hat.