VfL-A-Jugend eröffnet am Sonntag um 17.00 Uhr den Günzburger Punktspielbetrieb

Es hat sich zur guten Tradition entwickelt, dass es den Günzburger JBLH-Handballern vorbehalten ist das Saisoneröffnungsspiel in der Rebayhalle zu bestreiten. Da die Jugendbundesliga auch noch eine Woche vor dem Punktspielbetrieb im Bayrischen Handballverband beginnt, ist dieses Auftaktspiel immer auch ein Zuschauernmagnet. Schließlich wird nicht nur fetziger Sport geboten, sondern endlich sieht man sich wieder. Handballspiele beim VfL sind ja auch ein Treffpunkt echter Sportfreunde geworden. Dann wurde die Halle erneut renoviert. Die Südtribüne wurde elektrifiziert und erscheint in neuer Farbe. Endlich wird das mit Spannung erwartete Hallenheft, ein vereinsintern begehrtes Sammlerstück, präsentiert. Es gibt also viele gute Gründe um am Sonntagabend um 17.00 Uhr zum Handball zu gehen.

Der Gegner passt auch: Die HG Oftersheim/Schwetzingen hat bei Alt und Jung in der schwäbischen Handballhochburg einen guten Namen. Zu Zweitligazeiten focht man gegen den damaligen TSV Oftersheim spannenden Sträuße aus. Heute spielt die HG in der Dritten Liga. Die dortige Jugendarbeit gilt als Talentschmiede. In den Günzburger Bundesligaänfängen traf man sich regelmäßig beim Quali-Marathon, danach spielten die Nordbadener aber nur selten in der Südgruppe.

Fünf Mal schafften es die Weinroten in den letzten sieben Jahren in die Eliteliga. Fast gehört man zum Inventar, dafür ist auch das top besetzte Vorbereitungsturnier beim VfL ein Indiz. Ruck-zuck war es ausgebucht, dem hart erarbeitetem guten Namen sei Dank. Leistungsentwicklung ist auch zu erkennen. Letzte Saison wurde in einem fulminanten Schlussspurt erstmals die Liga gehalten, aus ganz Süddeutschland bekommen gut ausgebildete VfL-Jugendspieler mittlerweile Angebote, kein reines Vergnügen übrigens.

Geändert hat sich der Modus. Waren es früher Zwölfer-Staffeln, so sind es jetzt Zehnerligen. Der DHB möchte die Talente noch stärker in den Leistungszentren zusammenfassen. Schlecht für südbayrische Teams.  Die JBLH-Vereine in Bayern und Baden-Württemberg waren dagegen. Doch gerade die Präsidenten Bayerns und Württembergs stimmten dafür und ermöglichten diesen unguten Kompromiss. Alles Schlechte ist gern kompliziert um sich irgenwie zu rechtfertigen. Und so geht es weiter: Es wird erst einmal nur eine Einfachrunde gespielt. Die ersten Vier gehen dann in eine bundesweit zwei geteilte Meisterunde um nach und nach den Deutschen A-Jugendmeister auszuspielen. Der Rest spielt um einen Pokal. Zunächst wird die Runde durch Rückspiele vervollständigt. Die Ersten und Zweiten der vier Gruppen gelangen dann in die Pokalendrunde. Wer es ins Final-Four schafft, ist neben den Teilnehmer der Meisterrrunde für die JBLH 2019/2020 direkt – ohne Quali-Marathon – gesetzt. Der kühne Traum aller Teilnehmer.

Alles wird schwieriger und überhaupt könnte es vorerst die letzte Günzburger Bundesligamannschaft sein, denn die beiden nachfolgenden Jahrgänge sind einfach von Kinderhandballs-Zeiten arg dünn und mit weniger Auswahlspielern besetzt. Es sei denn die Mannschaft schafft das Kunststück Klassenerhalt noch einmal, irgendwie (…). Auch das ein Argument die temperamentvollen JBLH-Begegnungen zu besuchen und noch einmal  hoch klassigen Jugendhandball zu bestaunen. Es gibt nichts Besseres im ganzen Handball-verrückten Deutschland. JBLH ist nicht die Günzburger Selbstverständlichkeit, die sie durch überragende Leistungen der letzten Jahre geworden zu sein scheint. Eher ein mehrfach geglückter Ausnahmefall, der sehr sehr hart erarbeitet werden musste.

Viele Spieler sind nach Saisonende in den Aktivenbereich gerutscht. Ein starker Teil um Frieder Bandlow und Louis Dück verblieb. Vom TSV Friedberg kam Torwart-Talent Moritz Fieger dazu, von HV RW Laupheim Max Reiner und Konstantin Pinkl und vom TSV Niederraunau Marius Waldmann. Wie der Vater so der Sohn, denn auch Markus Waldmann, eine Niederraunauer Handballegende spielte beim VfL: Leise haben die Talentförderer TSV Niederraunau und VfL Günzburg begonnen miteinander zu kooperieren um solche vorübergehenden Wechsel zum Talentwohl einvernehmlich zu ermöglich. Besonders Stephan Hofmeister brachte sich hier ein als Teil des Deals und trainiert fortan die Niederraunauer B-Jugend, wohin ihm fair abgesprochen mit Danil Dyatlov ein VfL-Talent folgte. Statt der geplanten verdienten Auszeit, treibt sich der Erfolgstrainer nun viel auf beruhigenden Fahrten mit dem “Kammeltal-Express” herum, langsam, doch kaum entschleunigend.

Team-Manager blieb Siggi Walburger, perfekte Rundum-Betreuung garantiert Familie Guckler. Mit Hans-Peter Beer und Susi Schwarz begleitet die Mannschaft ein engagiertes Physio-Gespann.

Die HG Oftersheim/Schwetzingen wurde als starkes Team in der Quali-Vorbereitung beim IBOT beobachtet. In der Bundesliga-Qualifikation blieb die Mannschaft ungeschlagen und souverän. Zuletzt spielten sie erfolgreich beim Füchse-Cup in Berlin. Wie jedes JBLH-Team träumen sie von der Meisterrunde, mindestens dem Klassenerhalt. Das tut der VfL auch.

Die Ausgangsposition ist gewohnt offen. Es geht um viel: Einen guten Start in Runde. Bei einer kurzen Einfachrunde ist er umso wichtiger. Womit wir beim nächsten Unsinn der Liga-Reform wären: Bei 10 Mannschaften, gibt es neun Spiele in einer Einfachrunde.. Das bedeutet für die einen fünf und für die anderen vier Heimspiele. Immerhin haben beide  Sonntags-Kontrahenten fünf. Gerechter macht das das Ganze nicht, denn der Heimvorteil ist ein Pfund, das ins Gewicht fällt. Andere haben nur vier. Dieser Heimvorteil  könnte den Ausschlag  am ersten Spieltag geben liegen, die Verantwortlichen rechnen mit einer rappelvollen Nordtribüne. An Unterstützung wird es nicht fehlen. In Günzburg ist Jugendhandball trotz der Erfolge unserer Aktivenmannschaften “in”, besonders zur Saisoneröffnung.

Wer sich beim Kartenkauf nicht in der Warteschlange anstellen möchte, der kann bei Schmuck&Style am Marktplatz noch eine Saisondauerkarte erwerben. Für Pokalspiele der Damen davor gilt die Saisondauerkarte allerdings nicht. Hier muss gesondert abgerechnet werden.

Die Günzburger JBLH-Heimspiele:

08.09.19   17.00 Uhr  HG Oftersheim/Schwetzingen

22.09.19   17.00 Uhr  HSG Konstanz

13.10.19   17.00 Uhr  Frisch Auf Göppingen

03.11.19   17.00 Uhr  TV Bittenfeld

17.11.19   17.00 Uhr  TV Hochdorf