Bei der SG Pforzheim/Eutingen unterlag die Günzburger A-Jugend mit 30:22 (12:12). Trainer Hofmeister war mit dem Auftritt seiner Mannschaft dennoch nicht unzufrieden. Zum einen zeigten die Spieler aus der zweiten Reihe, dass sie näher an die Anforderungen der Bundesliga herangerückt sind und zum anderen schafften es die tapferen Kämpfer auch ohne ihre Auswahlspieler Frieder Bandlow, Louis Dück und Marius Waldmann 30 Minuten voll auf Augenhöhe zu spielen. Die offensive Deckung der Nordbadener ist schließlich auch in Bestbesetzung eine knifflige Aufgabe.

Man merkte dem Gastgeber den Druck an. Um das erklärte Ziel die Meisterrunde zu erreichen, war ein Sieg gegen die Weinroten dringend erforderlich. Hoch motiviert begannen die Schwaben. Die Spieler wollten unbedingt beweisen, dass sie auch in dieser Besetzung zu Recht in der Liga sind. Alexander Jahn zog im Angriff schlau die Spielfäden, die Abwehr stand sicher und so gelangen dem VfL die ersten drei Treffer (Pinkl, Jahn und Grimm). Für Kilian Grimm war es sein erstes Bundesligator. Er hat von allen durch viel Trainingsfleiß die größten Fortschritte gemacht und sollte hinten wie vorne seine persönliche Saisonbestleistung erzielen. In der zehnten Minute gelang den Gastgebern erstmals der Anschlusstreffer zum 4:5. Den VfL beeindruckte dies erst einmal nicht, sondern er verteidigte seine knappe Führung bis zur 26. Minute. Mittlerweile war Adam Czako , der praktisch direkt von einer Schulausfahrt kam, im Spiel. Er brachte frischen Wind ins Spiel. Gut zum VfL-Konzept passte, dass Torwart Fabio Bruno kurz vor Halbzeitpfiff einen Siebenmeter parierte. In die Pause ging es gerecht mit 12:12. Die Torarmut beweist, dass die Trainer fleißig Video geschaut hatten. Überraschungen gab es keine.

Gleich nach Wiederanpfiff der unsicheren Schiedsrichter Lukas Kircher und Julian Scholl ging die SG erstmals mit 13:12 in Führung. Die Pforzheimer nutzten dann Abwehrschwächen auf der linken Seite konsequent und erspielten sich so erste größere Vorteile, die durch ein 17:13 im Spielbericht dokumentiert werden. In der 41. Minute war die Begegnung beim 22:15 vorentschieden. Youngster Jacob Sperandio kam dann für Alexander Jahn, der im Angriff als Werfer und Organisator viel und erfolgreich investierte, in die Abwehr. Das “Schwäbische Tier” brachte in der Defensive wieder neue Stabilität. Wirklich unerfreulich ist, dass bei der Günzburger A-Jugend die Trikotprobleme nicht in den Griff zu bekommen sind. Der nagelneue Satz ist nicht Handball- und erst recht nicht Bundesliga-tauglich. Wieder musste mit Sebastian Grabher ein Leistungsträger ausgewechselt werden, weil ein Trikot riss. Physio Hans Peter Beer war erneut mehr damit beschäftigt Trikots zu tapen als Spieler. Der größte Abstand war beim 28:19 erreicht. Jan Schüller, der Sebastian Grabher ersetzte, zeigte eine starke Leistung und hatte Glück, dass sein Trikot nicht auch barst, besonders Kreisläufer und

Rückraumspieler sind davon betroffen.

Trotzdem gab der Günzburger Talentschuppen nie auf. Max Reiner, der sehr schlau spielte, erzielte zwei mutige Rückraumtore und auch Jacob Sperandio gelang sein erster JBLH-Treffer. Das 30:22 war ein gerechtes Ergebnis, in dem es viele gute Günzburger Ansätze gab. Gleich nach dem Spiel raste Lukas Bär, der beste VfL-Abwehrspieler zum Match seiner Württembergliga-Männermannschaft nach Gerhausen. Am Sonntag stehen dann Alexander Jahn, Jan Schüller und Leon Guckler in der VfL Reserve. Das Pensum der Günzburger A-Jugendlichen ist gewaltig. Ein schönes Wochenende war es übrigens für Vielspieler Louis Dück. Ihm gelang bei HC Erlangen II sein erster Drittliga-Sieg. Es war sein erster Sieg seit August überhaupt. A-Jugendjahre sind harte Lehrjahre für eine erfolgreiche Zukunft.

zur Statistik:
https://www.dhb.de/de/wettbewerbe/jblh-maennlich/staffel-sued/spieltag—tabelle/