Am Samstag zur ungewohnten Zeit um 13.30 Uhr reisen die VfL-Handballerinnen nach Haunstetten, wo es gegen die Drittliga-Reserve des dortigen TSV geht. Die Augsburger sind das Aushängeschild des schwäbischen Damenhandballes. Bis vor kurzem spielte die 1. Mannschaft in der 2. Liga. Aktuell ist sie zusammen mit dem TSV Wolfschlugen in der Dritten Liga auf Platz 2. Sogar eine dritte Damenmannschaft gebt es. Sie führt die Tabelle in der BOL an. Auch der Mädchenhandball sucht in Schwaben seinesgleichen. Hat der VfL schon seit Jahren keine weibliche A-Jugend mehr, verfügt der TSV Haunstetten über zwei. Eine davon, genauso wie die weibliche B-Jugend spielt in der Bayernliga.

Die zweite Damenmannschaft tut sich bislang schwer. Ganze zwei Punkte haben die Schützlinge von Nicole Bonnet auf der Habenseite. Am letzten Spieltag sollte der Negativtrend in Winkelhaid gestoppt werden. Doch auch dort setze es nach großem Kampf eine 29:24-Niederlage. Beste Torschützinnen in Franken waren Franziska Hochmair (7) und Lara Girstenbrei (5). Erfolgreiche Vereine wie der TSV Haunstetten haben auf ihrem Weg nach oben aber vor allem eines gelernt: Den Umgang mit schwierigen Phasen. Und so tun die VfL-Damen gut daran niemanden in der Haunstettener Sporthalle zu unterschätzen. TSV-Spielerinnen sind zu recht stolz auf ihre Farben, stellen sich und jammern wegen ein paar Niederlagen nicht rum . Wieso auch? Die Runde geht noch lang.

Dem VfL helfen am Samstag Respekt und die eigene Top-Form. 10:4-Punkte sind kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit. Das Video-Studium empfiehlt ein einfaches Weiter-so. Focusiert hinfahren, gut aufwärmen und dann los jagen ist deutlich einfacher als die Haunstettener Ausgangsposition. Dort hilft kein Weiter-so, Spiel-Analysen mahnen zur Änderung. Das ist viel schwieriger.

Besonders interessiert dürfte die Handball-Familie Bosch zuschauen. Lea Bosch, die ihr Handball-Einmaleins beim VfL erlernte, studiert in Augsburg und spielt im Haunstettener ersten Reserveteam. Auch ihre Schwester Sina schloss sich dem Verein an und geht für die dortige Bayernliga-A-Jugend erfolgreich auf Torejagd, während der Bruder Luca für den VfL in der C-Jugend-Bayernliga antritt. TSV gegen VfL ist nicht nur für sie etwas ganz Besonderes, sondern auch das Schwaben-Derby in der Damen-Bayernliga. Ein Grund mehr sich diesen Kracher gerade wegen der unterschiedlichen Ausgangspositionen anzuschauen. Derbys sind ja immer etwas Besonderes.

Peter und Jürgen Kees können auf den vollen Kader bauen. Seit einigen Wochen haben sie Life-Kinetik durch den Experten Thomas Buhl mit in den Wochenrhythmus eingebaut. Handball ist schließlich nicht nur eine knallharte körperliche Auseinandersetzung, sondern das Hirn muss mitspielen. Die Konzentration bei den VfL-Damen ist seither besonders hoch und die Fehlerquote umgekehrt erfreulich gering.

Ein Fanbus wird wegen der geringen Entfernung nicht eingesetzt. Die Mannschaft würde sich aber über zahlreiche Unterstützung im Schwabenderby sehr freuen. Die frühe Spielzeit birgt ja auch Vorteile: Weder Kaffee trinken noch Abendessen muss ausfallen. Zusätzlich kann man in Augsburg herrlich auf Shopping-Tour gehen oder in den Zoo (…). Mit genügend Phantasie kann das ein wunderbarer Tag für den Günzburger Damenhandballfan werden.