RÜCKRUNDENAUFTAKT GEGEN DEN HT MÜNCHEN

Nachdem die Weinroten in der vergangenen Woche das spektakuläre und erfolgreiche Ende der Hinrunde feiern durften, kommt mit dem HT München ein Gegner zum Auftakt der Rückrunde am kommenden Samstag um 19:30 an die Donau, den die Spieler von Trainer Czakó keinesfalls unterschätzen dürfen.

Schon das Hinspiel gegen die Mannschaft aus dem Hachinger Tal zeigte eindrucksvoll, zu welcher Leistung die altbekannten Gäste in der Lage sind. Von Beginn an dominierten auf beiden Seiten die Abwehrreihen und fast bis ganz zum Schluss stand das Spiel auf Messers Schneide. Am Ende konnten die Weinroten nur aufgrund reiner Willenskraft mit lediglich 19 geworfenen Toren siegreich die Heimfahrt antreten. Obwohl beide Teams komplett auf Augenhöhe spielten, entwickelte sich die weitere Saison höchst unterschiedlich. Während die Spieler um Abwehrchef Daniel Jäger sukzessive an die Tabellenspitze herankamen, rangieren die Gäste aus Haching mit nur 9 Punkten mittlerweile im unteren Drittel der Liga.
Ein wenig überraschend ist das Ergebnis aus München allerdings schon. In insgesamt fünf Spielen ließen die Spieler um Philipp Heinle in der Schlussphase Punkte liegen. Meistens führten sie gegen fast jedes Topteam über größere Strecken, konnten die gute Leistung aber dann nie über 60 Minuten aufrechterhalten. Lediglich im letzten Spiel im vergangenen Jahr konnten sie gegen die SG Regensburg ein über 50 Minuten enges Spiel in den letzten zehn Minuten dann doch deutlich gewinnen.

Genau so eng, wie im Kampf um die Tabellenführung der Bayernliga, ist es aktuell auf der Kehrseite der Tabelle. Da zu erwarten ist, dass diese Runde bis zu vier Mannschaften auf den ungeliebten Abstiegsrängen landen könnten, sind alle Teams bis zum 9. Platz im beginnenden Abstiegskampf mehr oder weniger involviert. Als aktuell 10. müssen die Hachinger alles in die Waagschale werfen, um an Ende ein weiteres Jahr in der höchsten bayerischen Liga spielen zu können. Die erste Chance, sich ein wenig in sichere Gefilde abzusetzen, haben die Gäste am kommenden Samstag mit einem Sieg gegen die Weinroten.

Nach dem spektakulären Sieg vergangenes Wochenende, überwiegte an der Donau zu Wochenbeginn noch die Freude über das Geleistete. Schneller, als ihm lieb sein dürfte, muss Trainer Czakó die Seinen allerdings wieder auf den harten Boden der Handballrealität holen. Der Sieg gegen Bayreuth war nur möglich, da jeder einzelne Spieler ein klein wenig über seiner körperlichen und handballerischen Leistungsgrenze spielte. Glücklicherweise war der Tribut, der dafür gezollt werden musste kaum höher, als ein paar müde Knochen zu Wochenbeginn. Am grundlegenden Problem wird sich aber auch am kommenden Samstag nicht viel ändern. Der Kader der Weinroten ist vor allem im Rückraum erneut auf Kante genäht. Dies erfordert nicht nur ein paar taktische Angleichungen im Angriff, vielmehr ist es auch gegen die Münchner zwingend notwendig, dass jeder einzelne Spieler über 60 Minuten wieder nahe an seiner Leistungsgrenze spielt.

Gegen Bayreuth trug die Euphorie eines engen Spitzenspiels die Weinroten ganz am Ende zum Sieg. Gegen den HT München muss hingegen wieder „dreckig“ gewonnen werden. Die meisten sehen den VfL in der gefährlichen Favoritenrolle, wohingegen München alles geben wird, um am Ende die zwei Punkte ins Tal mitzunehmen. In Verbindung mit dem dünnen Kader des VfL sind die Rollen vor dem Spiel dann wohl doch nicht so eindeutig verteilt, wie gemeint werden könnte und die VfL´er können nur mit einer erneuten Topleistung und mit tatkräftiger Unterstützung des tollen Günzburger Publikums die zwei Punkte an der Donau halten.