Mit einer auch in der Höhe verdienten 33:21 (17:8)-Niederlage kehrten die VfL-Damen vom Spitzenspiel bei HC Erlangen zurück. Nach zuletzt 2:6-Punkten und insgesamt 22:12-Punkten, haben die Vierten und Fünften HG Zirndorf und Mintraching/Neutraubling zum VfL mittlerweile bis auf zwei Punkte aufgeholt.

Neben der Stärke des Gegners war die dünne Besetzung ein Faktor für die Niederlage. Gerade einmal sieben Feldspielerinnen teilten sich das gesamte Spielgeschehen: Neben den verletzten Svenja Engelmann und Lena Götz fielen krankheitsbedingt auch noch Sina Schütte und Antonia Leis aus. Keine guten Voraussetzungen bei dem ganzen” Gerenne”.

Dennoch klappte anfangs alles wie am weinroten Handballschnürchen, denn die ersten beiden Treffer des Spieles erzielten Alena Harder und Tanja Stoll. Beide sollten für ihre Farben an diesem Tag übrigens auch die meisten Treffer erzielen: Tanja Stoll ließ es sechsmal “krachen”, Alena Harder fünfmal. Das übliche anfängliche Abtasten verlief recht unentschieden: Viermal stand es bis zum 6:6 Remis. Danach zeigten die Erlangerinnen wer Frau im Haus war: Ein flotter Fünferpack und “rucki-zucki” stand es Schwaben-unfreundlich 11:6.

Hauptursache war die beste Deckung der Liga. Das HC-Bollwerik ließ wenig zu. Die Günzburgerinnen rannten sich im engmaschigen fränkischen Abwehrdickicht immer wieder fest, klar fehlten aus dem Rückraum auch die ganz einfachen Tore von Lena Götz und so gelang im VfL-Vorne in der ersten Halbzeit nicht mehr viel. Eine ungenügende Angriffsleistung äußert sich in technischen Fehlern, geblockten Bällen, Stürmerinnenfouls, “steals” und das hat eine sehr unschöne Kehrseite: Die ungeliebte Gegenstoßmaschine kommt ins Laufen. Man findet kein erfolgreiches Zurück mehr. Die tapferen VfL-Damen wurden vorübergehend gejagt, wenig gelang in der ersten Resthalbzeit. Der Pfiff zur Pause, der Gegner war längst vorentscheidend auf 17:8 enteilt, war eine kleine Erlösung. Das Team konnte sich sammeln und neu einstellen. Das gelang. In der Pausenruhe lag die neue Kraft.

In der zweiten Halbzeit schätzen die Spielerinnen um Martina Jahn ihre verbliebenen Angriffsoptionen besser ein. Zwar hatten die Mittelfränkinnen auch in den folgenden 30 Minuten die Nase immer ein wenig vorn. Doch der Vorsprung wuchs nur noch verhalten. Günzburg gab alles und blieb dran. In der 33. Minute stand es 19:8, in der 42. 25:13 und in der 54. 31:18. Auch das muss in der Handball-Hochburg Erlangen erst einma geschafft werden: Trotz längst verlorenem Spiel nie aufzugeben und seine Farben stolz und kampfstark zu verteidigen. Das 33:21 gegen einen überlegenen Gegner war ein gerechtes Endergebnis: Die zweite Halbzeit ging 16:13 aus, kein Vergleich zur ersten. Immerhin – das hilft beim Blick nach vorn..

Zu feiern gab es auf der Rückfahrt zwar nichts, dennoch war Team mit sich im reinen. Man kann auch ganz gemütlich fröhlich sein. Die Mannschaft freut sich nun auf zwei Heimspiele hintereinander. Mit dem aufstrebenden TSV Winkelhaid und dem TSV EBE Forst United kommen in den nächsten Wochen zwei Abstiegskandidaten. Mit vollem Einsatz und der Unterstützung des Publikums kann in dieser personell schwierigen Saisonphase die Rückkehr auf die Erfolgsspur gelingen.

zur Statistik:

https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6508305&etag=392caa4a-233f-495c-9190-06c35842a4ac