DIE VFL´ER WIEDER ZURÜCK IN DER ERFOLGSSPUR

Dank einer herausragenden Schlussphase gewinnen die Günzburger Bayernligahandballer gegen eine starke SG Regensburg mit 26:20.

Nach der Niederlage gegen die Friedberger vergangene Woche mussten die Spieler von Coach Gábor Czakó auswärts wieder punkten, um im Kampf um die Tabellenführung nicht weiter an Boden zu verlieren. Nachdem die vergangenen Wochen aus Günzburger Sicht gerade personell schwer zu stemmen waren, konnten gegen die Regensburger „Adler“ endlich Pascal Buck und zum ersten Mal auch Uroš Krašovec für den VfL auflaufen.

Den besseren Start in die Partie erwischten die westlichen Donaustädter und konnten in der 11. Minute durch ein blitzsauberes Tor von Yannick Meye das erste Mal mit drei Toren in Führung gehen (6:3). Bis zur 20. Minute sollten sie das dominante Team bleiben. Was dann folgte, war für ein Spitzenteam in der Bayernliga eigentlich unverzeihlich. Das Abwehrsystem der Adler lebt hauptsächlich von einer unglaublich starken Mitte, über die kaum Würfe sinnvoll aufs Tor kommen können. Dementsprechend werden Rückraumwerfer der Gegner fast schon dazu gedrängt, über die Mitte vermeintlich einfache Bälle aufs Tor zu knallen. Bislang war es allerdings noch in jedem Spiel so, dass genau diese Würfe eben nicht im Netz sondern in den armen des Blocks zappeln. Trotzdem ließ sich der Günzburger Rückraum zu exakt diesen Würfen insgesamt zwölf Mal in der ersten Halbzeit verleiten. Es kam dann auch, wie es kommen musste: Die Bälle wurden sauber in die Amre der Gegner gejagt, die schnellen Regensburger Flügelspieler liefen Konter um Konter und die Dominanz war dann auch ganz schnell weg. Beim Stand von 12:13 aus Günzburger Sicht erlöste der Halbzeitpfiff Trainer Czakó und der Mannschaft konnte in der Kabine erstmal die Leviten gelesen werden.

Offenbar erreichte der Coach seine Mannschaft. In der Abwehr wurde nach Wiederanpfiff begeistert und lauffreudig gedeckt, nach Ballgewinnen wurde schnell umgeschaltet und im Angriff spielte das Team um Spielmacher Stephan Jahn endlich wieder mit der nötigen Cleverness. In Verbindung mit dem mittlerweile zwischen den Pfosten stehenden Patrick Bieber konnte die Führung der Gegner egalisiert werden und in der schönen Kerschensteiner-Halle entwickelte sich ein richtiger Figth in der nun einsetzenden entscheidenden Phase. Sowohl in der Deckung, als auch im Angriff agierten beide Teams auf Augenhöhe. Vielleicht war der VfL durch einige Zeitstrafen in dieser Phase sogar das schwächere Team. Nuancen machen nun den Unterschied. An diesem Tag sollte Patrick Bieber das Zünglein an der Waage zugunsten der Seinen sein. In Unterzahl entschärfte er eine Reihe von strammen Rückraumknallern und wenn mal die agilen Spieler durch den Günzburger Abwehrbeton wuselten, hielt Patrick halt dann komplett freie Würfe. Dadurch konnten sich die VfL´er rückblickend auf einen vorentscheidenden vier Tore Vorsprung absetzen (22:18, 50. Minute). Die Regensburger gaben noch einmal alles, scheiterten allerdings zu häufig an Bieber, um den VfL noch ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Am Ende leuchtete ein vielleicht ein bisschen zu hohes Ergebnis von 26:20 auf glückliche Günzburger, die durch den Sieg zumindest mit Blick auf die Minuspunkte nun wieder auf Augenhöhe im Spitzentrio mit Landshut und Bayreuth steht.

Irgendwelche Gedankenspiele über den weiteren Saisonverlauf wären zum jetzigen Zeitpunkt allerdings vollkommen unangebracht. Nicht nur stehen noch genug Spiele aus, vielmehr warten auf die Weinroten noch alle Spitzenmannschaften. Trotzdem haben die Weinroten erneut ihre Klasse bewiesen und dürfen sich zumindest kurz auch über den Sieg freuen.

Für den VfL spielten: Bieber, Rösch (Tor), Bandlow (9/2), Pfetsch (2), M. Jahn (3), S. Jahn (2), Buck (5), Ruckdäschel (1), Meye (2), Grabher, Krašovec, Jäger (2)