KRACHER GEGEN DEN TSV LOHR

Am kommenden Samstag um 19:30 treffen in der Günzburger Rebayhalle mit dem VfL und dem TSV Lohr zwei echte Spitzenmannschaften aufeinander, deren Stärke in der bisherigen Saison jeweils eine herauragende Abwehrleistung ist.

Die Gäste haben vor Rundenbeginn mit der Verpflichtung des 96-fachen spanischen Nationalspielers Carlos Prieto aufhorchen lassen. Leicht könnten hier Parallelen zu den üblichen Verdächtigen gezogen werden, die vor Rundenbeginn auf große Einkaufstour gehen und dann mit einer hohen Erwartungshaltung in die Saison starten. In der Causa Lohr verbietet sich solch ein Schluss spätestens zum jetzigen Zeitpunkt. Die Verantwortlichen des TSV beschrieben den Wechsel als Verpflichtung eines „Entwicklungshelfers“ und sie sollten Recht behalten. Die Hinrunde verlief für die Gäste am kommenden Samstag absolut erwartungsgemäß. Gegen Spitzenmannschaften wurde teils knapp verloren und gegen das Mittelfeld meist deutlicher gewonnen. Lediglich der Sieg gegen den VfL Mitte Oktober wich da zuungusten der Weinroten vom Üblichen ab. Ins neue Jahr hingegen starteten die Lohrerhandballer fulminant. Mit 8:0 Punkten erwischten sie den bestmöglichen Start und konnten mit der SG Regensburg und vor allem der TG Landshut am vergangenen Wochenende zwei der besseren Mannschaften in die Schranken weisen. Normalerweise werden nach Verpflichtungen von altgedienten und ehemals höherklassigen Spielern schnelle Erfolge erwartet. In Lohr allerdings haben die Verantwortlichen dem Team Zeit gegeben, zu reifen und mittlerweile können die Früchte des Erfolges geerntet werden.
An der Donau hingegen sind die Erfolge der jahrzehntelangen guten Jugendarbeit die letzten Jahre immer deutlicher sichtbar geworden. Den vorläufigen Höhepunkt im aktiven Herrenbereich dürfte die aktuelle Saison darstellen. Bei noch neun ausstehenden Spielen sind die VfL´er immer noch Teil des Spitzentrios und haben auch den verletzungsbedingten Durchhänger mit nur einem verlorenen Spiel gut überstehen können. Gegen die Gäste am Samstag kann Trainer Czakó auf eine halbwegs entspannte Lage blicken. Nico Jensen und Pascal Buck stehen der Mannschaft nach teils längeren Ausfällen wieder zur Verfügung und auch Uroš Krašovec konnte gegen Regensburg erfolgreich seinen Einstand feiern. Czakó sieht sich allerdings nun vor andere Aufgaben gestellt, als in der Vorwoche. Der TSV kann eine der besten Defensiven der Liga vorweisen. Neben einem hochgewachsenen und aggressiven Innenblock sind es vor allem die schnellen und gut deckenden Halbverteidiger, die das Günzburger Rückraumspiel schon im Hinspiel empfindlich stören konnten und das ganz sicher auch am kommenden Samstag vorhaben. Hiergegen muss der wankelmütige Günzburger Angriff erstmal zurechtkommen. Neben einigen herausragenden Angriffsleistungen, die die Spieler um Frieder Bandlow schon abliefern konnten, gab es häufig auch größere Aussetzer, die nur aufgrund einer guten Deckung ausgeglichen werden konnten. Am Samstag muss deswegen zum einen taktisch diszipliniert gespielt werden, aber zum anderen auch mit letzter Konsequenz der Torerfolg gewollt werden. Ähnlich, wie beim VfL war der Angriff der Lohrer wenigstens zu Beginn der Runde eher ein Sorgenkind, als das Aushängeschild. Mittlerweile können sie durch ein bestens eingespieltes Team überzeugen und die VfL-Verteidigung muss ihrerseits beweisen, dass auch sie zurecht als eines der besseren Abwehrbollwerke zählt.
Die Stoßrichtung für Samstag ist somit erneut klar vorgegeben: Hinten muss ein großartiger Kampf geliefert werden und im Angriff muss endlich wieder an die Leistungen der letzten Spiele der Hinrunde angeknüpft werden.
Das Spiel gegen den TSV Lohr dürfte eine der schwierigsten noch ausstehenden Begegnungen werden, bei der die Weinroten unbedingt auf die Unterstützung von der Tribüne angewiesen sind. WIR werden auf jeden Fall alles geben, um das Spiel in der altehrwürdigen Rebayhalle zu einem engen Spitzenspiel zu machen und den Zuschauern einen fabelhaften Kampf präsentieren zu können.