SPITZENSPIEL GEGEN DIE TG LANDSHUT

Am kommenden Samstag um 19:30 können die Bayernligahandballer des VfL Günzburg einen absoluten Saisonhöhepunkt mit dem Spiel gegen den Tabellendritten – die TG Landshut – präsentieren.

Landshut ist wohl mit dem VfL Günzburg die Überraschungsmannschaft der laufenden Runde. Während sich einige der vor Saisonbeginn als Favoriten gehandelten Mannschaften teilweise im unteren Mittelfeld der Tabelle tummeln, bilden die beiden Gegner vom Wochenende zusammen mit HaSpo Bayreuth ein Führungstrio, welches sich schon ein bisschen vom Rest des Feldes absetzen konnte. Innerhalb des Trios ist der Wettkampf allerdings vollkommen offen. Zu Beginn des Jahres hatte Bayreuth die Nase bis zur Niederlage in Günzburg vorn, die gute Ausgangslage warf der VfL mit der Niederlage beim TSV Friedberg weg und die TG Landshut schien mit neun Siegen in Folge fast schon zu enteilen, bis sie die letzten beiden Spiele gegen den TSV Lohr und die DjK Waldbüttelbrunn verlor. Acht Spieltage vor Saisonende ist das Rennen um die bayerische Meisterschaft damit so offen und so spannend, wie seit Ewigkeiten nicht mehr.

Schon das Hinspiel in Landshut deutete die hohe handballerische Qualität an, die in beiden Mannschaften schlummert. Beide Teams brillierten mit tollem Angriffshandball, nur die bessere Abwehrleistung an dem Wochenende zeigten die Weinroten. So konnten die VfL´er dem Gegner schon relativ früh davonziehen und schlussendlich dann auch – relativ überraschend – gegen den damals klaren Favoriten punkten.

Das Team von Trainer Markus Böhner verlor dann auch gleich das nächste Spiel gegen Bayreuth und hatte anschließend vom Verlieren anscheinend genug. Bis Anfang Februar sicherten sie sich jeden Punkt und avancierten zum echten Meisterschaftsaspiranten. Obwohl Böhner das Wort „Meisterschaft“ tunlichst aus seinem Wortschatz gestrichen hat: Auch die beiden verletzungsbedingten Niederlagen ändern nichts an der Tatsache, dass am Samstag ein heißer Kandidat auf den Aufstieg an die Donau kommt. Das Prunkstück der Gäste dürfte in dieser Saison der herausragende Angriff um Toptorschützen Lukas Eichinger sein. Mit knapp 500 geworfenen Toren stellen sie – aktuell recht deutlich – den besten Angriff der Liga. Neben einigen hohen Siegen gegen Teams im Tabellenkeller unterstreicht insbesondere die Zahl der Treffer gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte die Qualität der Gästeoffensive. Diese geballte Offensivpower wird am Wochenende auf das Günzburger Abwehrbollwerk treffen, das aktuell die wenigsten Tore in der Liga (allerdings auch bei einem Spiel weniger) zugelassen hat.

So zufrieden Coach Czakó mit der Entwicklung seiner Mannschaft zum jetzigen Zeitpunkt ist, so viel Verbesserungspotential kann der Perfektionist auf der anderen Seite noch erkennen. Gerade im Angriff müssen die Spieler um Spielmacher Nicolai Jensen sich erneut aneignen, mit vollem Einsatz in die gegnerische Verteidigung einzubrechen und nach Ballgewinnen wieder mit der Spritzigkeit vom Jahresbeginn umzuschalten und nach vorne zu laufen.
In der Abwehr hingegen gilt es, die gewonnene Sicherheit aus den letzten Spielen nicht zu einem vermeintlichen Selbstläufer werden zu lassen. Der einzige Grund, warum die eigene Abwehr gerade ein bisschen besser, als die der anderen Teams ist, ist der bedingungslose Wille eines jeden, auch scheinbar verlorene Zweikämpfe doch noch gewinnen und mehr als der Gegenüber laufen zu wollen. Dazu gesellt sich die Unabdingbarkeit gegen die starken Landshuter Werfer klare Absprachen zu befolgen, taktisch clever zu spielen und den Torhütern die bestmögliche Chance zu geben, die gut geworfenen Rückraumkracher entschärfen zu können.

Hüben der beste Angriff und drüben die beste Abwehr. Selten waren die Voraussetzungen für ein spannendes Spitzenspiel mit einem komplett offenen Ausgang besser. Allerdings kann die ganze schöne Theorie gleich wieder auf eine Sache heruntergebrochen werden: Am Ende wird die Mannschaft siegreich auf dem Günzburger Hallenboden jubeln, die bereit ist, mehr für den Sieg zu geben. Der individuelle Vorteil dürfte wohl bei den Gästen liegen, der Vorteil, die eigenen Fans im Rücken zu haben beim VfL. Die Mannschaft um Kapitän Patrick Bieber ist ohne Frage auf die Unterstützung der heimischen Zuschauer angewiesen, die das Team schon so oft nach vorne zum Sieg gepeitscht hat.

Es ist jedenfalls alles für einen tollen Handballabend angerichtet und WIR werden wieder unser letztes Hemd geben.