Zur allerbesten Damen-Handballzeit, am Samstag um 17.30 Uhr empfangen die VfL-Handballerinnen den TSV EBE Forst United. Hinter dem wenig bayrischen klingenden Vereinsnamen stehen die Handballer rund um den Ebersberger Forst. Bayern steht eben nicht nur für Tradition, sondern auch für Innovation. Das macht selbst vor Vereinsnamen keinen Halt.

Der Damenhandball im Osten von München hat sich prachtvoll entwickelt: Alle Jugendmannscchaften sind mindestens einmal besetzt. Aushängeschild ist jedoch die 1. Damenmannschaft. Das sind wahre Aufstiegsexpertinnen: 2017 erst stiegen sie in die BOL auf, 2018 in die Landesliga und wieder nur ein Jahr später in die Bayernliga. “Da sind mal saubere Drei-Jahres-Pläne”, kommentiert Stephan Hofmeister nicht ohne Neid. Klar, dass bei so einer Erfolgsgeschichte nicht irgend ein Wald-Getier wie das Reh, der Eichelhäher oder die stolze Maulwürfin als symbolträchtiger Markenname ausgewählt werden kann. Samstagabend kommen die “Forst Ladies”; alles andere wäre bei diesen Erfolgen auch unpassend.

Die schnellen Aufstiege verleiteten nicht zur Selbstüberschätzung, in Oberbayern wusste man, dass die Bayernliga zurecht die regionale Eliteliga ist und der Klassenerhalt das einzige Ziel sein kann. Kampfstark haben die Neben-dem-Wald-Bewohnerinnen die Herausforderung angenommen. Anfangs lief es zäh, doch mittlerweile ist die nächste Leistungssteigerung längst zu erkennen. Frau passt sich an. Nach einem hart umkämpften 27:26-Erfolg gegen die HG Zirndorf kletterte die Mannschaft auf den 10. Platz, einem Nichtabstiegsplatz. Doch ausruhen dürfen sich die Dauer-Aufsteigerinnen nicht: Der Drittletzte TSV Haunstetten 2 ist punktgleich und der Allerletzte TSV Winkelhaid hat nur zwei Pluspunkte weniger. Der Nichtabstiegskampf verlangt starke Nerven, Geduld und letzten Einsatz. Am Samstag wird eine Mannschaft aus dem Forst auftauchen, die ihre kleine Chance beim Tabellenvierten suchen wird. Solche Gegnerinnen sind immer brandgefährlich, warnt Erfolgstrainer Peter Kees, während sein Bruder nachdenklich, aber zustimmend nickt.

Im Hinspiel gelang den VfL-Schönen wie sich die Günzburgerinnen offiziell noch nicht nennen, ein Sahnetag und nie erwarteter 29:39-Auswärtssieg. Damals war Lena-Götz-Gala mit 12 Toren der früheren Jugendnationalspielerin. Scheinbar tat ihr die Waldluft besonders gut. Die Linkshänderin wird zwar sicher fehlen, doch das VfL-Team hat die Verantwortung mittlerweile arbeitsteilig auf mehrere Wurfhände verteilt und das Siegen nicht verlernt. Im Hinspiel erzielte Sandra Daschner mit sieben Treffern die meisten Tore, in der Torschützenliste steht Christina Schweiger mit durchschnittlich 6,72 Toren auf Rang vier. Besonders deren Kreise gilt es einzuschränken und die eigenen Stärken zur Entfaltung zu spielen.

Da Freikarten an die Günzburger Vereine verteilt wurden, danach das Spitzenspiel der Bayernliga-Männer stattfindet und Handball eine schöne Abwechslung in der harten Fastenzeit ist, rechnen die VfL-Verantwortlichen mit einer vollen Damen-Handball-Hüte. Nur mit Unterstützung des Publikums werden die Gäste aufzuhalten sein. Der Tabellenstand ist immer nur eine Momentaufnahme und täuscht oft. Die Wahrheit wird sich am Samstag ab 17.30 Uhr auf dem Feld zeigen.