Nach einer unglaublichen Tempo- und Torhatz gewannen die Günzburger Damen gegen EBE Fortst United mit 41:38 (22:16). Mehrfach schien die Begegnung vorentschieden, doch die Oberbayerinnen blieben stets mutig und nützen das gesamte taktische Repertoire des Hallenhandballes. Selbst das verwöhnte Günzburger Publikum hatte so etwas noch nicht gesehen. Doch der Reihe nach:

Personell waren die Sorgen kurzfristig größer als befürchtet: Mit Tanja Stoll fiel eine weitere der verbliebenen Rückraumspielerinnen aus. Judith Deutschenbauer, die lange die Geschicke der 1. Damenmannschaft mitlenkte, ließ sich allerdings nicht lange bitten und half gerne aus. Ihre Kurzeinsätze entlasteten das Team in diesem High-Speed-Spiel sehr.

Anfangs führten die Gäste durch Katharina Fries und Lucie Mäsel 0:1 und 1:2. Dann kam der Verein für Leibesübungen besser ins Spiel und unterstrich seine Ambitionen auf einen Spitzenplatz in der Liga erstmals als sie von 4:3 auf 7:3 davonzogen. Als die zwölffache Torschützin Martina Jahn in der 17. Minute auf 13:6 einwarf schien sich ein Spiel zwischen Schützenfest und gemütlichen Abend zu entwickeln. Doch gefehlt, da machten die Gäste überhaupt nicht mit. Die Forst-Ladies gingen volles Risiko: Offene Frau-Deckung mitten im Spiel und immer wieder die “Siebte Feldspielerin”. Die Begegnung veränderte sich. Stand die VfL-Abwehr mit einer starken Torfrau Lisa Gremmelspacher bis dahin solide, so veränderte sich nun der Spielcharakter. Die offensivste aller Deckungen nahm einen normalen Spielrhythmus: Das Abwehr-Spielen wurde ohne Wollen nach und nach eingestellt. Es ging nur noch hin und her. Bis zur Halbzeit dominierten die Weinroten weiter. Beim 22:16 ging es in die dringend notwendige Halbzeitpause: Es musste viel getrunken und endlich einmal verschnauft werden. Selbst Jürgen Kees war kurz sprachlos.

Mit “handballo furioso” ging es weiter, ständig wurde angegriffen und umgeschaltet. In der 38. Minute erzielte die wendige Alena Harder, der das Gerenne sehr gelegen kam das 27:19. Ein Bayernliga-Männer-Gast hätte da längst einen Gang zurück geschaltet und sich “semi-professionell” auf die kommenden schweren Aufgaben konzentriert: EBE Forst United nicht. Vom ungeliebten Abstiegsgespenst gejagt kamen sie näher und näher. Beim 32:29 (49. Minute) war Handball-Schlag-Distanz erreicht. Eine Minute später wackelte plötzlich das ganze Spiel durch einen Treffer von Lara Beck zum 33:31: Die Begegnung drohte zu kippen. Erst nach dem 36:33 durch Sandra Daschner entschieden die Günzburgerinnen das “Gefetze” zu ihren Gunsten. Martina Jahn und Alena Harder warfen hintereinander zum 38:33 ein. Das war selbst diesem Gegner in der 56. Miunte zu viel. Das Spiel war in der Tüte, auch wenn bis zum 41:38-Endstand noch sage und schreibe acht (!!) Tore fielen.

Man merkte, dass hier die beiden jüngsten Teams der Liga am Handballwerk waren. So eine Spielfreude, egal wie es steht, erlebt man selten. Der VfL hat durch den Sieg nach Punkten wieder zum Tabellendritten aufgeschlossen. Die Trainer Peter und Jürgen Kees hoffen, dass die symphatischen Gäste am Ende die Klasse halten, als Viertletzter mit dieser Einstellung seien sie auf einem guten Weg.

Hier die Statistik:

https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6508304&etag=e7764790-7938-48a8-9622-08c07d974b8d