HERREN – FRISCH AUF! GÖPPINGEN 21:48 (8:22)

Bericht der Günzburger Zeitung

Test gegen Göppingen: Ein Fest für die Fans, eine Zerreißprobe für Günzburg

Bayernligist Günzburg verliert den Test gegen den Bundesligisten Göppingen. Das überdeutliche 21:48 hat viele Ursachen. 600 Zuschauer haben trotzdem Spaß.


Noch lange nach dem schweißtreibenden Spektakel standen die Günzburger Handballer Daniel Jäger und Nicolai Jensen auf dem Spielfeld und fachsimpelten mit Jacob Bagersted. Der wuchtige Kreisläufer des Bundesligisten FA Göppingen hatte soeben zwei Tore zum überdeutlichen Testspiel-Erfolg seiner Mannschaft beim Bayernligisten beigetragen. Das von der schmucken Anzeigentafel abzulesende 21:48 war in diesen Augenblicken nur noch Randnotiz. Als entscheidend empfand Jäger: „Für uns war das ein Highlight, ein Geschenk für die vergangene Saison.“

So sah es auch die heimische Handball-Familie an diesem heißen Dienstagabend. Allzu viel Anlass zur Kritik am drastisch offenbarten Unterschied zwischen erster und vierter Spielebene bot sich angesichts des vorgegebenen Rahmens auch nicht. Die Göppinger stehen noch voll im Saft, bestreiten erst am Sonntag ihr Bundesliga-Finale. Die Günzburger dagegen hatten seit ihrem Saisonabschluss Frühlingspause und stiegen erst einen Tag vor der Partie ins Vorbereitungstraining ein. Und das unter dem neuen Coach Gabor Czako, der die Mannschaft und die besonderen (eventuell noch verborgenen) Talente jedes einzelnen Spielers erst kennenlernen muss. Jensen hatte also völlig Recht, wenn er diese Faktoren als Ursachen für die klare Niederlage in der Rebayhalle verwendete. Und Jäger meinte: „Das war kein repräsentativer Gegner. Da waren alle Unterschiede auf dem Feld, die nur da sein können.“

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Scharf gestellt: Eine Zuschauerin fotografiert nach der Partie den Göppinger Jens Schöngarth und VfL-Kreisläufer Daniel Jäger, der mit sechs Treffern erfolgreichster Günzburger Werfer war. Bild: Bernhard Weizenegger

Foto-Jagd nach dem Schlusspfiff

Den 600 überwiegend jugendlichen Zuschauern gefiel es dennoch. Göppingen präsentierte sich ernsthaft und spielfreudig. Manchmal übertrieben es die körperlich dominanten und brutal athletischen Profis ein wenig mit der Schönspielerei, die Grenze zur Überheblichkeit überschritten sie aber nie. Und ihr Auftreten bei der Selfie-Jagd nach dem Schlusspfiff war wirklich super-sympathisch.

Nicolai Jensen nimmt Textilattacke mit Humor

Wie ein Bundesligaspieler hinlangt, musste Jensen schon nach wenigen Sekunden erleiden: Sein Trikot mit der Nummer 14 blätterte nach einer beherzten Textilattacke des Dänen Bagersted zerfetzt vom Körper des Günzburger Gestalters. Jensen spielte mit frischem Tuch und der 11 auf dem Rücken weiter. Später sagte er grinsend über seinen Kontrahenten in dieser Szene: „Der hat sich wohl gedacht, es gibt nur eine 14 auf dem Feld.“

So lange die Einspielphase der Gäste dauerte, wehrten sich die Günzburger mit beachtlichem Erfolg. Jonas Lehr gelang per Siebenmeter das erste VfL-Tor, Sekunden später stibitzte Raphael Groß mit einem Hechtsprung den Ball vor den fangbereiten Händen von Tim Sörensen; es gab Szenenapplaus. Torwart Patrick Bieber hielt ein paar harte Würfe, vorne trafen verschiedene Weinrote. Bald stand es hoffnungsvoll 4:5 (10.) – und danach ging’s dahin. Urplötzlich klafften Tempo-Welten zwischen beiden Mannschaften. Schnell stand es 5:11 (16.), kurz danach 5:15 (19.) und erst Jensen beendete die ewig lange Torlosigkeit mit dem Treffer zum 6:18 (22.). Es war die einzige Phase, in der die VfL-Jungs ein wenig die Lust zu verlieren schienen. Immer wieder liefen sie gegen die Abwehr-Wand der Württemberger. Jäger traf noch zum 7:21 (27.) und nach einem Klasse-Zuspiel des Neuzugangs Uros Krasovec auch zum 8:22 (30.). Der erste Treffer im zweiten Durchgang gehörte ebenfalls Jäger, der sein fünftes von insgesamt sechs Toren erzielte.

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Handball Freundschaftsspiel VfL Günzburg gegen Frisch Auf Göppingen Bild: Bernhard Weizenegger

Die Kempa-Buben greifen in die Trickkiste

Auf der anderen Seite des Feldes erwiesen die Göppinger ihrer Vereinsgeschichte Ehre, indem sie wieder einmal zu Kempa-Buben wurden. Vier, fünf Tore erzielten sie über den nach ihrem früheren Spieler und Trainer Bernhard Kempa benannten, immer wieder sehenswerten Trick. Marcel Schiller mit dem Treffer zum 10:29 (37.) und Josip Peric mit dem Tor zum 12:31 (41.) verdienten sich hier die besten Haltungsnoten. Bei den Hausherren stand inzwischen Patrick Rösch und später auch Dennis Mendle im Kasten, doch ihnen waren die vielen Gegentore ebenso wenig anzulasten wie zuvor Patrick Bieber. Vieles ging einfach zu schnell für den Bayernligisten. In der Günzburger Offensive sah dafür manches leichter aus als zuvor. Zuweilen wurden Würfe aus der Hüfte abgefeuert, sehr schöne Kreisanspiele auf Jäger gab’s ebenfalls. Frieder Bandlow hatte ein paar bemerkenswerte Szenen und Niko Hermann gelang ein zwar aus der Not geborener, aber wunderschöner Treffer.

Trotzdem blieb es immer ein ungleiches Kräftemessen, zumal den heimischen Handballern erkennbar die Kräfte schwanden. Über 17:40 (52.), 19:45 (57.) und 20:47 (59.) ging es dem Ende entgegen.

HERREN – FRISCH AUF! GÖPPINGEN

Am Dienstag um 19.30 Uhr bestreitet der VfL Günzburg ein Freundschaftspiel gegen Frisch-Auf Göppingen. Vergleichsspiele zwischen den Saisonen haben Tradition in der neueren Günzburger Handballgeschichte. Unvergessen die Begegnungen gegen den damaligen frisch gebackenen deutschen Handballmeister HSV Hamburg oder die Füchse aus Berlin. Rappelvoll war die alt-ehrwürdige Rebayhalle jeweils. Das Spiel gegen den HSV dokumentierte auch den vorübergehenden Komplett-Niedergang des Günzburger Männerhandballes. Nicht der VfL selbst nahm damals in der Halle das immer ungleiche Gefecht auf, sondern der damalige Drittligist Friedberg diente als umjubelter Platzhalter. Immerhin wurde aus dem verschämten Bezirksoberligisten wieder ein stolzer Bayernligist. Die Handballbegeisterung ist nach Günzburg zurück gekehrt. Zuletzt die Damen, immer einmal die JBLH-A-Jugend und regelmäßig die Männer machen bei ihren Spielen wieder die Nordtribüne stimmungsvoll zu Handballerlebnissen. Darauf darf man auch am Dienstag hoffen.

Weit von der Viertliga-Realität entfernt der Dienstagsgast Frisch-Auf Göppingen, aktuell Achter der lange stärksten Liga der Welt, der HBL: Doch es ist nicht nur irgendein Achter, da kommt deutsche Handballgeschichte an die Donau. Zunächst 9 Mal waren die württembergischen Schwaben Deutscher Handballmeister. Die Hochzeit war in den 50er und 60er-Jahren. Als die “Kempabuben” u.a. zweimal den Europapokal der Landesmeister errangen. Noch ohne eigene Halle konnten die ersten Hallentitel neben dem Großfeld errungen werden. Später 1970 und 1972 kamen noch zwei weitere Deutsche Meisterschaften unter den stolzen Hohenstaufen dazu. Und später als der VfL Günzburg sein Handballmärchen bis in den Europapokal schrieb, prägte vor allem die Wurfmaschine Jerzy Klempel das Bild der Grün-Weißen, unvergessen für die älteren Günzburger Handballfans dessen Rückraum- und Freiwurftore. Da der Pole bezahlt wurde und damals gegen den Amateurstatus verstieß, musste das Aushängeschild des deutschen Handballes zwangsabsteigen. Spitzensprit war schon immer auch ein wenig verlogen. Jahre duellierten sich beide Vereine dann in der 2. Liga. Es waren DIE Schwabenderbys der damaligen Zeit. Gut leiden konnten sich die rivalisierenden Fangruppen damals überhaupt nicht, Handball war damals gröber, Vereinswechsel eher selten, die eigene Farbe war Prinzi, die andere Feindbild. . Während dann der VfL in die Uferlosigkeit der Kreisliga zurück fiel, gelang den Göppinger 2001 die Rückkehr ins Oberhaus. Unter dem heutigen Füchsetrainer Petkovic gelangen vier EHF-Pokalsiege, der Bogen zur vormaligen europäischen Göppinger Handballgeschichte war so neu gespannt. Auch wenn der Frisch-Auf-Fan um seine große Vergangenheit wissend, ein stets sehr kritischer Begleiter der eigenen Leistungen ist.

Nicht nur wegen der vielen historischen Berührungspunkte, sondern auch wegen der geographischen Nähe hat sich ein solches Freundschaftsspiel längst angeboten. Oft suchte Abteilungsleiter Armin Spengler nach einem geeigneten Termin. Dieses Jahr hat es nun endlich geklappt und so empfängt der kleine David VfL Günzburg am Dienstag den Riesen Frisch-Auf um mit dem gebührenden Respekt zu versuchenein wenig aufmüpfig zu sein.

Personell könnten die Unterschiede nicht breiter, gewichtiger und vor allem größer sein. Immerhin könne die tapferen Weinroten etliche frühere Bezirks-Jugendauswahlspieler stellen, Nico Jensen und Daniel Jäger durften weiland sogar nach Berlin zu einer DHB-Jugendsichtung und Frieder Bandlow war sogar schon zu einem Lehrgang der Jugendnationalmannschaft eingeladen. Da wirkt der Gast bedrohlich: Im Tor der 83-fache slowenische Nationalspieler Primoz Prost, die dänischen Nationalspieler Allan Damgaard, Jakob Bagersted und Tim Sörensen, für Kroatien spielte Jvan Sliskovic 54 und Kresimir Kozina 23 Mal,, der 50fache bosnische Internationale Josip Peric und der 65 serbische Nationalspieler Nemanja Zelenovic. Mit Tim Kneule wurde auch ein württembergisches Handballkind vom TV Neuhausen/Erms bei den Grün-Weißen zum 30fachen DHB-Nationalspieler, der Traum eines jeden Jugendauswahlspielers. Rekordtorschütze mit aktuell 190 Toren ist Marcel Schiller, ebenfalls vormals beim TV Neuhausen. Da dürfte sich Rechtsaußen Jonas Lehr die leise Frage stellen: “Was nun?.

Trainiert wird die Mannschaft von Hartmut Mayerhoffer. Hier gibt es dann wieder eine gemeinsame Geschichte; denn er spielte zur Günzburger Zweitligazeit beim VfL: Zusammen mit Armin Spengler und teilte er sich mit ihm die Rückraummitte-Posiition, einer seiner Trainer damals Stephan Hofmeister.

Für Frisch-Auf ist es die letzte Bundesligawoche. Am darauffolgenden Sonntag folgt um 15.00 Uhr in der heimischen EWS-Arena der Saisonabschluss gegen den SC Magdeburg. Vielleicht kann der größte aller Handballtraditionsverein am Dienstag ja neue Fans dazu gewinnen? Der VfL befindet sich in der ersten Trainingswoche. Neu-Trainer Gabor Czako möchte sie zum Kennenlernen nutzen. Ein echter Test ist das Spiel natürlich nicht. Immerhin wird zu sehen sein, wer sich was traut. Da muss dem Fan aber nicht bange sein.Erstmals im VfL-Trikot wird Neuzugang Uros Krasovec zu sehen sein. Auf ihn freuen sich die Fans besonders. Das Spiel ist vor allem auch ein Danke-schön für die großartige Unterstützung in der abgelaufenen – fast schon gewohnt erfolgreichen- Saison an die VfL-Zuschauer..

Der Aufstieg: BAYERNLIGA-RELEGATION DAMEN: SV MÜNCHEN LAIM – DAMEN 29:27 (14:14)

Nach einer 29:27-Auswärtsniederlage (Hinspiel: 27:24) beim SV München-Laim haben die Günzburger Damen ihren Traum von der Bayernliga Wirklichkeit werden lassen. Die schwäbische Handballhochburg Günzburg steht damit im Damen- und Männerhandball großartig da. Damen und Herren in der Bayernliga. Die A-Jugend in der JBLH. Jede Jugendmannschaft, außer der weiblichen A-Jugend, besetzt. Das ist kein Pfund, sondern für bayrische Verhältnisse eine ganze Handball-Tonne, die stolz macht und die es in der kommenden Saison zu verteidigen gilt. Mächtige Angreifer werden hochklassige Punkte rauben wollen.

Schon beim Betreten des Laimer Sportgeländes spürt man, der SV ist ein liebevoller Verein. Die alte großstädtische Halle war bestmöglich hergerichtet. Zur Ergänzung der kleinen Tribüne an der Frontseite waren Stühle und Bänke in der Halle aufgebaut um den gut 400 Zuschauern gute Sicht zu verschaffen. Es wurde eigens gegrillt, der Verkauf war bestens organisiert und zuvor waren die Laimer Handballkinder zum Spielfest geladen.

Dann ging es bei großartiger Stimmung los. Auch der VfL leistete seinen Beitrag dazu. Der Verein für Leibesübungen ist stolz auf seine Damenmannschaft. Das spürte man. Ein Fanbus war rappelvolle, viele Günzburger Pkw-Fahrer suchten im Vorfeld erwartungsvoll nach versteckten Parkmöglichkeiten.

Endlich wurde angepfiffen. Es war kein Handballkrimi, sondern ein Spiel am Abgrund, voller Fallen, für beide Seiten immer mal an der Grenze zur Nichtaufstiegs-Tragödie – fesselnd und packend. Was sollte man auch erwarten, drei Plustore für die Weinroten sind im Handball nichts und es trafen Oberbayerinnen, die nach 26 Spielen 41:11-Punkte auf Schwäbinnen, die 39:13 Punkte erspielt hatten, entschlossen aufeinander. Da kracht es, das hat nichts mit dem “Mädchensport” zu tun, denn sich herzensgute Mütter vor vielen Jahren für ihre Kinder ausgesucht hatten.

Das 1:0 erzielte Paulina Spurk. Judith Deutschenbauer glich von Linksaußen zum 1:1 aus. Früh traten die Schiedsrichter in den Vordergrund. 16 Zeitstrafen und eine rote Karte sprachen sie in der fairen Begegnung aus. Die vielen Unter- und Überzahlverhältnisse trugen zur Nervensägerei bei. Immerhin ihre Linie zogen sie durch, das freut Schiedsrichterbeobachter. Die Mannschaften und Trainer blieben focusiert. Auch das eine große Leistung. Nach einem 3:1, konnte Martina Jahn wieder ausgleichen. In der 12 Minute gelang Alena Harder die erste VfL-Führung. Nun folgte die beste Günzburger Handballzeit an diesem spannenden Abend. In der 17. Minute knallte Lena Götz, die immer da war, wenn man ihr Platz ließ zum 6:10. Schöne Zeit für zarte Günzburger Bayernligaträume. Vielleicht lag es an der Auszeit der sympathischen Gastgeber. Schon in der 21. Minute wurde wieder auf der Rasierklinge geritten. Marline Weihkamp traf zum 10:10-Ausgleich. Beide Teams deckten sehr offensiv, der VfL bekam in dieser Phase deutlich zu viele Rückraumtreffer. Dafür fruchteten die Appelle der Kees-Brüder, nicht schnell, sondern sehr schnell zurückzurasen. Die gefürchtete Laimer Gegenstoßmaschine kam nie zum Laufen. Am Ende war dies ein Erfolgsgeheimnis. Das 14:14 durch Martina Jahn war ein gerechtes Halbzeitunentschieden weit von jeder Entscheidungsreife. Das Halbzeitbier und frische Luft taten gut, während die Trainer taktische Schwerstarbeit ablieferten und die Damen um Erholung rangen.

Nach dem Wiederanpfiff kämpften beide Teams packend weiter. Martina Jahn und Lena Götz übernahmen in dieser Phase immer wieder erfolgreich Wurfverantwortung für ihr Team. Dann in der 44. Minute beim Stand von 19:20 eine Rote Karte für Martina Jahn, die bis zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Treffer erzielt hatte und auch in der Abwehr Schwerstarbeit verrichtet hatte. Es war eines dieser Fouls, bei der eine Angreiferin nach unten abtaucht und vor allem deswegen unglücklich erwischt wurde. Kein Klagen, hilft ja nichts! Es waren drei Minuten, in denen 4 Zeitstrafen und eben diese Disqualifikation ausgesprochen wurden. Das ist kein Spaß für die Mannschaften. Lena Götz antwortete trocken mit dem 19:21. Sollten die Kräfte ohne Martina Jahn reichen?

In der 48. Minute trag wieder diese Weihkamp zum 23:22. Neben begeistertem Abwehrkampf der ganzen Mannschaft waren es in der Offensive nun Tanja Stoll mit Schlagwürfe und Alena Harder, die immer wieder einnetzten. Erstaunlich wie Alena Harder ohne klassisches Kampfgewicht sich immer wieder in die Lücken warf. In der 52. Minute das 24:24. Nun hatte der VfL auswärts mehr Tore erzielt, fortan reichte wenigstens eine Drei-Tore-Niederlage zum Aufstieg. In der 55. Minute netzte Tanja Stoll zum 26:27. Das sollte doch reichen, dachte der gemeine VfL-Fan.

Doch Handball ist Handball, da wird nicht gekickt, gebaggert oder irgend ein Ball hin und her geschoben. Der herrliche Sport ist bei kleinsten Fehlern gnadenlos. Zweimal Ronja Flemming (insgesamt 9 Treffer), einmal Marline Weihkamp (insgesamt 11 Treffer) und es stand mal wieder in Unterzahl 29:27. Man spürte der großartige Kampf verschliss Kräfte, das Zahnfleisch musste nun herhalten und Lisa Gremmeslpacher. Sie wurde nach einigen Rückschlägen während des Spieles zur Retterin: Zuerst gegen die frei vorstürmende Linksaußen, dann von der Bank als sie 15 Meter sprintete und im Hechtsprung den fast ins leere Tor gerollten Ball noch irgendwie herauszirkelte. So bleib es beim 29:27. Keiner konnte mehr bis zum Schlusspfiff. Dann pure, befreiende Günzburger Freude. Frau war Bayernliga. Es war eine ganz starke, aufopferungsvolle Mannschaftsleistung.

Phantastisch der SV Laim. Keine offene tiefe Trauer, Freude über das in der Saison erreichte, ehrliches Gratulieren und die wunderbare Kraft sich von den eigenen Fans feiern zu lassen. Toller Handballsport.

Für Judith Deutschenbauer war es das Ende ihrer großartigen Handballkarriere. Nach einem Bayernligaaufstieg kann man getrost kürzer treten. Eine eigene schöne kleine Geschichte in der Aufstiegs-Saga.

zur Statistik:

https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6404754&etag=2c7d360a-5789-4209-bb00-c05df2c1afd3

BAYERNLIGA-RELEGATION DAMEN: SV MÜNCHEN LAIM – DAMEN

Am Samstag um 19.00 Uhr wird für den VfL Günzburg das letzte Spiel einer erfolgreichen Saison 2018/2019 angepfiffen. Danach weiß man in der stolzen schwäbischen Handballhochburg, ob in der kommenden Runde sowohl bei Damen als auch bei den Herren Bayernligateams in das sporthistorisch bedeutende Tor der Rebayhalle ein- und ausgehen werden. Nüchtern wird am Ende die Rechnung sein. Zwei Relegationsspiele über je 60 Minuten werden nach den einfachen Gesetzen des direkten Vergleiches addiert oder gegeneinander aufgerechnet. Die Handballrealität davor sieht ganz anders aus: Es ist mit einem Handballkrimi zu rechnen. Spannung pur, mit überraschenden Wendungen, die die einen erfreuen, die anderen an die Grenze zum Wahnsinn treiben. Zeitstrafen, die ewig “bösen” Schiedsrichter, vor allem Tore, der entschlossene Kampf junger Athletinnen nach gerechten Regeln wird die Fangruppen in ihren Bann ziehen. Die Halbzeitpause werden selbst die Zuschauer gut gebrauchen können, auf die beruhigende Wirkung traditioneller hopfenhaltiger Getränke oder des Damen-haftereen Proseccochen hoffend.

Was war das für ein Spiel am vergangenen Sonntag? 800 Zuschauer bei einem Frauenspiel (?!) , vermutlich gab es das noch nie in Günzburg? Bayernweit fragte man sich mal wieder, was geht da wieder in Günzburg ab.

Der Laimer SV wirkte erst überlegen. Führte in der 50 Minuten mit 4 Toren. Dann aus dem Nichts das Aufbäumen der jungen Günzburgerinnen. Ein phänomenaler 7:0-Lauf, gerade als die ersten Zuschauer im Insiderwissen der Ahnungslosen die Halle verlassen wollten, weil “eh alles klar war”. Gut, dass sie lange genug warteten, denn urplötzlich wurde die Halle zum Tollhaus und ganz nebenbei das Spiel gekippt. Jäh gewann der VfL das Spiel mit 27:24. Ganz nüchtern sind das halt zwei Punkte und drei Plus-Tore: Nach den Optimisten und Pessimisten vor dem Spiel ist nun die Zeit der Spekulanten. Während an der Donau bang gefragt wird: “Reicht das”; wird an der Isar viel von Revanche und Aufholjagd gesprochen.

Höchster EInsatz ist am Samstag zu erwarten. Der Zoll der letztwöchigen Kämpferei war hoch. Die unermüdliche Réka Kovacs verletzte sich am Sprunggelenk und wurde bereits am Dienstag operiert. Aufhalten kann sie das nur teilweise. Spielen kann sie zwar nicht, aber zum Anfeuern ist sie dabei. Noch schlimmer erging es den sympathischen Laimerinnen: Gleich zwei ihrer Spielerinnen erlitten in Günzburg einen Kreuzbandriss. Der VfL Günzburg wünscht allen Beteiligten keine Schmerzen und einen optimalen Heilungsverlauf. Sport ist immer auch hart und ungerecht. Die Verletzten wissen das, einer der Releganten erfährt es am Samstagabend wie eine ganze bittere Pille.

Doch Sportlerinnen blicken optimistisch, vorfreudig voraus. Im letzten Spiel noch einmal alles raushauen und damit eine ohnehin tolle Saison als Vizemeister mit dem Aufstieg in die bayrische Eliteliga krönen, hört man in der Günzburger Sporthalle und in den Kabinen in der Münchner Riegerhofstraße 20.

Die imponierende Schlussphase gibt Selbstvertrauen. Das strotzt nur so vor mentaler Stärke und körperlicher Fitness. Mit dem vermeintlich “schwachen Geschlecht” hatte das gar nichts zu, da waren echte Athletinnen am Start. Natürlich wurde das Spiel aufgezeichnet und von den akribisch arbeitenden Kess-Brüdern genau analysiert. Die Erkenntnisse haben sich wenig verändert. Es gilt die unangenehme vorgezogene Abwehrspielerin zu umspielen und genau abzuschließen, denn die Laimer Deckung ist die Basis für eine Gegenstoßmaschine. 856 Tore erzielte die oberbayrischen Torfabrik, davon die meisten via Gegenstoß, oft über die pfeilschnelle Linksaußen. Hoch hängen die Trauben in der Riegerhofstraße. Nur gegen den Süd-Meister TSV EBE Forst United verloren die Laimer First Ladies wie sie sich selbst nennen, gegen HT München wurde ein Punkt hergeschenkt und ansonsten wurde vizemeisterlich alles zu Hause gewonnen, oft mit 35 oder 36 Treffern. Einmal wurde gar die 40-Tore-Marke genommen, fast undamenhaft fetzig.

Aber all das macht den Schützlingen von Peter und Jürgen Kees nicht bang, das wusste man auch schon vor dem legendären Hinspiel. Es hob die Konzentration, mehr nicht. Da neben Réka Kovacs auch Ines Leix ausfällt, wird aus der “Zweiten” aufgefüllt.

Drei Gönner ermöglichten einen Fanbus. Innerhalb kürzester Zeit, waren die Plätze vergriffen. Zusätzlich sind Fahrgemeinschaften gebildet. Die Halle ist klein, kaum Tribünen stehen zur Verfügung. Auf den Krimi folgt der Hexenkessel Die Parkplatzsituation ist schwierig, erklärten die freundlichen Gastgeber im Vorfeld. Näheres dazu auf der Facebookseite des VfL Günzburg.

Die uralte schwäbische Handballhochburg Günzburg wartet am Samstag gespannt auf das nüchterne Gesamtergebnis.

BAYERNLIGA-RELEGATION DAMEN: DAMEN – SV MÜNCHEN LAIM 27:24 (11:12)


Bericht der Günzburger Zeitung

Günzburg schafft einen Comeback-Sieg vom Allerfeinsten

Erst wirken die Günzburgerinnen nervös, dann sind sie unterlegen – doch am Ende triumphieren sie im ersten Relegationsspiel zur Bayernliga.

Ein dicker Packen Belege stützt die Behauptung, nach der eine Günzburger Handball-Mannschaft erst dann verloren hat, wenn das Spiel vorbei ist. An diesem Sonntagabend kam ein Zettel obendrauf, auf dem schon jetzt alle Zutaten der Legendenbildung vermerkt sind. 19:24 lagen die VfL-Handballerinnen im ersten Relegationsspiel zur Bayernliga hinten. Zehn Minuten waren noch zu spielen gegen einen SV München Laim, der die Partie in der Rebayhalle bis dahin dominiert hatte. Doch urplötzlich waren die Mädels in den weinroten Trikots da. Auf einmal glaubten sie an sich und an ihre Stärken. Und sie holten auf, Tor um Tor, machten den Rückstand wett, gingen anschließend sogar in Führung und siegten am Ende 27:24.

Selbst Trainer Jürgen Kees kann es kaum glauben

Während sich seine Spielerinnen herzten und die Günzburger Fans unter den 800 Zuschauern (auch Oberbürgermeister Gerhard Jauernig fieberte mit) begeistert jubelten, stand Trainer Jürgen Kees die Anspannung noch ins Gesicht geschrieben. 45 Minuten lang hatten seine Mädels kaum etwas dafür getan, um den Traum von der Bayernliga am Leben zu halten. Sie agierten übernervös und kamen, wie Kees formulierte, „mit der Abwehr der Gäste nicht zurecht, obwohl wir genau dieses Schema besprochen hatten“. Hinten fingen sie sich einen Gegenstoß-Treffer nach dem anderen, zu viele, um sich ernsthafte Siegchancen ausrechnen zu können. Dazu hatten sie den Schock zu verdauen, dass sich Réka Kovàcs beim Aufwärmen schwer am Sprunggelenk verletzte und damit eine Kreisläuferin komplett ausfiel. Der Coach gestand ein, nicht einmal er habe eine Viertelstunde vor Schluss an einen Sieg geglaubt. „Eigentlich war das Ding schon fast weg“, sinnierte er und fügte hinzu: „Ich hatte gehofft, dass wir noch mal ein bisschen rankommen, damit wir hoffnungsfroh ins Rückspiel gehen können.“

Mit einem Comeback wie dem folgenden konnte selbst er nicht rechnen. Woher die Mädels die Kräfte für die Aufholjagd nahmen, wusste in der ersten Analyse ohnehin keiner konkret zu sagen. Vielleicht war es wirklich so, dass ein böser Schlag auf die Nase von Martina Jahn das Jetzt-erst-recht-Gen freisetzte. Jedenfalls waren die Weinroten auf einmal hellwach in der Abwehr und eiskalt im Angriff. Tanja Stoll gelang der Auftakt zum sagenhaften Zehn-Minuten-Höhenflug. Es blieben noch vier Tore aufzuholen. Alena Harder traf. Noch drei. Lena Götz netzte ein. Noch zwei. Dann war Jahn an der Reihe. Gnadenlos versenkte sie ihren fünften Siebenmeter. Ein Tor Rückstand. Dann traf sie aus dem Feld. Ausgleich. Wieder Siebenmeter, wieder Jahn, wieder drin. 25:24. Der Wahnsinn nahm Formen an. Und der Spielwitz kehrte zurück. Götz veredelte einen Kempa-Trick mit dem 26:24. Und dann, noch eine Sekunde war auf der Spieluhr übrig, schlug Harder zu.

Es war Werbung für die Mädels

27:24. Das lässt hoffen für das Rückspiel am kommenden Samstag, 25. Mai. Zumal leistungsmäßig für die finalen 60 Minuten dieser Saison reichlich Luft nach oben bleibt. Ja, an der Donau darf an den Aufstieg geglaubt werden. Doch unabhängig davon, ob es für die Mission Bayernliga ein Happy-end gibt oder nicht: „Diese Schlussphase allein und diese geniale Stimmung in der Halle waren Werbung für die Mädels“, urteilte Kees.

HERZLICH WILLKOMMEN, UROS

Heute stellen wir unseren Neuzugang in einem kleinen Steckbrief vor. Wir freuen uns sehr Uros bald im VfL-Trikot anfeuern zu dürfen

Name: Uroš Krašovec

Geburtstag: 19.04.1987

Alter: 32

Geburtsort: Slovenj Gradec

Familienstand: noch ledig und einen Sohn

Beruf: Sanitätshaus Häussler in Ulm

Position: RM, RL, RR

Wie bist du zum Handballsport gekommen?: Da Handball in Slowenien sehr populär ist und in meiner Stadt ein großer Verein ist.

Und mein Onkel war im ehemaligen Jugoslawien ein sehr erfolgreicher Handballspieler.

Bisherige Vereine:

  • Slowenien: RK Gorenje Velenje, RK Sevnica
  • Italien: Cus Palermo, Gaeta Sporting Club
  • Regensburg: Saison 16/17
  • TSG Söflingen: Saison 17/18,18/19

Bisher größter sportlicher Erfolg: Slowenischer Meister mit der U21 von RK Gorenje Velenje; Aufstieg mit RK Sevnica in die 1.Liga

Bisher größter privater Erfolg: Mein Sohn und meine Familie

Ziel mit dem VfL Günzburg: Oberen Tabellenplatz

Erwartungen an den VfL: gutes Mannschaftsklima und Spielfreude der Mannschaft

Gründe warum du dich neben den vielen anderen Angeboten für den VfL Günzburg entschieden hast: wie das Projekt präsentiert wurde und da ich denke, dass ich als erfahrener Spieler der Mannschaft und dem Team etwas geben kann und da ich Gabor bereits aus Söflingen kenne

Dein größtes Vorbild bzw. Menschen die dich am meisten beeindrucken: Meine Familie

Hobbys: Serien, Pferde, Familie

DAS URALTE DERBY DER SCHWABEN

Bundesliga meets Bayernliga

Am Dienstag, 04.06.2019 empfängt der VfL Günzburg ab 19.30 Uhr den Erstligisten Frisch-Auf Göppingen.

Auch wenn heute der Unterschied zwischen beiden Vereinen riesen groß ist, hat das Spiel Tradition. In den 80er Jahren als der VfL Günzburg bis ins Halbfinale des Europapokeles vordrung, war es DAS SCHWABENDERBY in der 1. Handball-Bundesliga.. Karten orderte man damals besser im Vorverkauf. Und selbst in jüngster Zeit bei den alljährlichen JBLH-Derbys fanden einmal sage und schreibe 1000 Zuschauer den Weg in die alt-ehrwürdige Rebayhalle, 800 Fans – und das bei Jugendspielen – waren es immer.

Jahrelang bemühten sich die VfL-Verantwortlichen um ein Freundschaftsspiel der Traditionsvereine. Nun hat es endlich geklappt. Hilfreich könnte gewesen sein, dass Hartmut Mayerhoffer mittlerweile erfolgreich bei Frisch-Auf als Trainer arbeitet. Er spielte zu Zweitligazeiten nämlich in Günzburg. Einer seiner Trainer war damals Stephan Hofmeister, einer der Mitspieler Armin Spengler, heute VfL-Abteilungsleiter. Der Augsburger ist im Bezirk Schwaben ein bekannter Mann, trainierte er in der Region doch sehr erfolgreich den TSV Aichach, den TSV Friedberg und auch die HSG Langenau-Elchingen.

Das Spiel wird auch der erste Auftritt von Neuzugang Uros Krasovec und Neu-Trainer Gabor Czako werden.

Für Jugendmannschaften bietet der VfL Günzburg vergünstigte Konditionen:

10 Karten für Jugendliche mit max. 2 Betreuern zum Preis von je 5 Euro. Voranmeldungen hierzu unter [email protected] Es empfiehlt sich eine schnelle Reservierung. Die Halle wird voll.

Ab morgen beginnt der Kartenvorverkauf:

Schmuck & Style, Marktplatz 32, Tel.: 08221/2064077
Nur bis einschließlich 28.05.

körpermitte physiotherapie, Sedanstr. 10, Tel.: 08221/3688774

Auf geht’s = Machen WIR die Halle voll

BAYERNLIGA-RELEGATION DAMEN: Damen – SV München Laim

Bericht der Günzburger Zeitung

So wollen die Günzburger Handballerinnen es in die Bayernliga schaffen

Für den Landesliga-Vizemeister geht’s um den Aufstieg. Was Trainer Jürgen Kees und Torhüterin Lisa Gremmelspacher über Wege zum Erfolg und den Wert einer vollen Hütte sagen.

Die Handball-Aushängeschilder des VfL Günzburg haben, objektiv gesehen, eine erfolgreiche Saison hingelegt. Die Männer wurden Dritter in der Bayernliga (auch, wenn sie mehr erreichen wollten), die Jugend wurde Sechster in der Bundesliga (womit ein Traum in Erfüllung ging), die Frauen Zweiter in der Landesliga. Wie ist das zu bewerten, Herr Kees?

Kees: Ich würde schon auch sagen, dass es ein sehr gutes Jahr gewesen ist. Vor allem, wenn man sich an die lange Hallensperrung in der Vorbereitung erinnert. Die A-Jugend hat Platz sechs noch nie geschafft, für die Männer war es zumindest die beste Runde seit Langem und für die Mädels muss die Reise ja noch nicht zu Ende sein.

An den Zuschauerzahlen lässt sich allerdings nicht unbedingt ablesen, dass die VfL-Handballer drei so erfolgreiche Teams stellen. Während die A-Jugendlichen und die Männer häufig fantastische Zahlen melden, gibt es bei den Frauen regelmäßig viele freie Plätze in der Rebayhalle. Wie wird das innerhalb der Abteilung diskutiert?

Kees: Ja, unsere Mädels sind manchmal etwas unzufrieden mit den Zuschauerzahlen. Auf Augenhöhe mit den Männern sind die Frauen auch in der öffentlichen Wahrnehmung sicher nicht. Aber das gilt für viele Orte und für viele Sportarten. Bei uns in Günzburg erklärt sich das einfach daraus, dass Stephan Hofmeister den Aufschwung mit der A-Jugend in der Bundesliga geschafft hat. Diese Jungs sind jetzt bei den Männern und da sind die Zuschauer hängen geblieben.

Sie spüren als Torhüterin die Atmosphäre in der Halle ganz besonders, Frau Gremmelspacher. An diesem Sonntag, 19. Mai, um 17 Uhr geht das Aufstiegs-Duell los. Wie viele Zuschauer wünschen sie sich für das Heimspiel?

Gremmelspacher: Auf eine konkrete Zahl möchte ich mich nicht festlegen, aber wenn jetzt keiner kommt, bin ich mit den Günzburgern persönlich beleidigt.

Freier Eintritt für alle Frauen

Lassen Sie sich etwas Besonderes einfallen, um Zuschauer anzulocken, Herr Kees?

Kees: Es wird Aktionen geben. Zum Beispiel bekommen alle weiblichen Zuschauer freien Eintritt.

Vizemeister werden ist ein toller Erfolg, Meister werden wäre aber noch toller gewesen. Was fehlte dazu? Oder an welcher Stelle fehlte es?

Gremmelspacher: Der erste Platz wäre absolut drin gewesen. Meister TSV Winkelhaid war kein unschlagbarer Über-Gegner. Wir haben uns zum Start in die Rückrunde zu viele Fehler erlaubt.

Kees: Es war uns schon vor der Saison bewusst, dass die Kadersituation mau ist und dass es übers Jahr gesehen Probleme geben könnte. So kam es dann auch: Wir mussten ein Heimspiel absagen, letztlich wurde diese Partie nicht mehr ausgetragen, gegen uns gewertet und das gab den Ausschlag. Hätten wir nämlich gespielt und gewonnen, hätte es in der Endabrechnung zum Titel gereicht.

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Die Torhüterin: Lisa Gremmelspacher (Mitte, hier mit Martina Jahn) durfte zusammen mit ihren Teamkolleginnen schon viele Siege bejubeln. Jetzt geht’s in die Bayernliga-Relegation. Für das Heimspiel am Sonntag wünscht sich die 27-Jährige viele Zuschauer – und natürlich einen weiteren Erfolg.Bild: Bernhard Weizenegger

Um den Aufstieg geht es jetzt gegen den Vizemeister der Süd-Gruppe. In der spielten Günzburger Frauen-Teams jahrelang, ehe der VfL diesmal in die Nord-Gruppe versetzt wurde. Die ist dem Vernehmen nach etwas weniger stark besetzt. Stimmt das überhaupt – und sagt das etwas über Favoritenstellungen in der Relegation?

Kees: Das spielt jetzt keine Rolle. Ich würde die Chancen gegen Laim bei 50:50 sehen.

Gremmelspacher: Ich denke auch, dass es eine Sache auf Augenhöhe wird. Das wird ein richtiger Kampf. Wir werden es jedenfalls nicht so einfach haben, wie es in der Runde oft der Fall war. Umso wichtiger ist, dass viele Zuschauer kommen und uns anfeuern.

Kees: Mit entscheidend ist, dass es ein schnelles Spiel sein wird. Um das zu üben, dafür hatten wir im Norden zu wenige gute Gegner. Wir müssen jetzt also im Training lernen, dass wir echtes Rückzugsverhalten brauchen, weil dieser Gegner aus München Laim alle Fehler bestrafen wird.

Das erste Spiel ist ein Heimspiel

Das erste Spiel findet vor heimischer Kulisse statt – Vorteil oder Nachteil?

Kees: Generell ist das immer ein kleiner Nachteil. Ich sehe es aber nicht als schlimm. Wir sind auch auswärts in der Lage, gute Spiele abzuliefern.

Gremmelspacher: Selbst, wenn wir zu Hause mit fünf Toren Differenz verlieren sollten: Dann müssen wir sie eben auswärts mit sechs schlagen. Es kommt auf jeden einzelnen Treffer an. Für mich ist klar: Ich will das Ding unbedingt reißen, wenn ich es schon in die Relegation schaffe.

Falls es klappt mit dem Sprung nach oben: Können Sie guten Gewissens auf ihr Aufsteiger-Team bauen oder müssten Sie auf vielen Positionen personell nachlegen?

Kees: Mit Sonja Christel aus Bietigheim haben wir schon einen Neuzugang. Ein, zwei Spielerinnen hätten wir gerne noch dazu. Wenn dann der Kader unverletzt bleibt, ist er bayernligafähig. Und unsere Mädels gehören auch in diese Liga.

Kees: Wir werden auch nächste Saison Spaß haben

Wie tragisch wäre es, wenn es nicht klappt mit dem Aufstieg? Fällt dann der Laden auseinander?

Kees: Nein. Wir werden auch nächste Saison Spaß haben, ob in der Landes- oder in der Bayernliga. Genau darum geht es im Hobbysport.

Sie und Ihr Bruder Peter haben die Landesliga-Handballerinnen jetzt ein Jahr lang gecoacht und machen in der nächsten Runde auch weiter. Wie würden Sie die Arbeit dieses Trainerteams beurteilen, Herr Kees?

Kees: Es ging für Peter und mich darum, die jungen Mädels und die erfahrenen Spielerinnen zusammenzuführen. Das war ein Spagat. Aber das haben wir, denke ich, ganz gut in den Griff bekommen. Den Mädels macht’s jedenfalls Spaß und der Erfolg gibt uns ja recht.

Blicken wir in die Zukunft. In der Jugend geht der VfL Günzburg künftig ein Wegstück gemeinsam mit dem TSV Niederraunau. Sehen Sie auch im Frauenbereich einen möglichen Kooperationspartner in der Region, mit dessen Hilfe es zu einer Leistungskonzentration und damit Leistungssteigerung kommen könnte?

Kees: Wünschenswert wäre das, weil auch wir natürlich Kräfte bündeln müssen. Wir haben Gespräche geführt, bislang allerdings ergebnislos.

Herren – FRISCH AUF! Göppingen am 04.06.2019

Nach dem phänomenalen Saisonfinale hatte niemand so richtig Lust auf eine Monate-lange Handballpause bis Mitte September. Schon seit Jahren bemüht sich Abteilungsleiter Armin Spengler um ein Freundschaftsspiel gegen Frisch-Auf Göppingen. Immer wieder scheiterte es an Terminproblemen und den vielen Verpflichtungen, die der Traditionsverein Frisch Auf in seiner württembergischen Heimat hat. Freundschaftsspiele in benachbarten Bundesländern sind da eher die Ausnahme. Nun ging alles ganz schnell.

Bereits am Dienstag, den 04.06., ab 19.30 Uhr ist es nun so weit. Frisch-Auf Göppingen kommt in die Rebayhalle. In der Hochzeit des VfL-Bundesliga-Handballs war es neben den Duellen gegen den TSV Milbertshofen DAS Derby. Massen strömten damals in die Rebaystraße. Unvergessen die Auftritte des legendären Jerzy Klempel: Auch Namen wie Willi Weiß, Rolf Schlögl, Arnulf Dümmel und Rudi Molitor klingen heute noch nach. Die Göppinger Tradition wurde freilich noch früher begründet. In der Zeit von 1954 bis 1972 waren die Schwaben insgesamt insgesamt neun Mal Deutscher Meister; sowie zweimal auf dem Feld und zweimal in der Halle Europapokalsieger der Landesmeister. Mit den EHF-Pokalsiegen in den Jahren 2011, 2012, sowie 2016 und 2017 gelang in jüngster Vergangenheit der Brückenschlag zur glorreichen internationalen Vergangenheit. All diese Erinnerungen sind in der bayrischen Handballhochburg Günzburg immer wach geblieben und so war es kein Wunder, dass zu JBLH-Begegnungen zwischen Beiden die Nordtribüne, die schon so vieles erlebt hat brechend voll war. Da wurde es einfach Zeit für ein Demonstrationsspiel zwischen den Aktiventeams. Kein anderer Erstligist hätte sich aktuell besser geeignet.

Trainiert wird die Mannschaft heute erfolgreich von Hartmut Mayerhoffer, der zu Günzburger Zweitliga-Zeiten zusammen mit Armin Spengler in einer Mannschaft spielte, damals u.a. gegen Frisch-Auf Göppingen. Doch es gibt auch andere Verbindungen: Neu-Trainer Gabor Czako absolvierte mit Hartmut Mayerhoffer unlängst die Prüfung beim A-Lizenz-Lehrgang. Natürlich halfen solche Beziehungen um das Kracher-Spiel endlich unter Dach und Fach zu bringen.

Der Termin ist ungewöhnlich. Frisch-Auf befindet sich zu diesem Zeitpunkt noch im Saisonfinale. Erst am 09.06. findet das letzte Bundesligaspiel beim SC Magdeburg statt. Doch Termine sind in der Bundesligahatz eben Mangelware. Und der VfL startet Anfang Juni gerade wieder in die Saisonvorbereitung. Die einen nützen es für eine Werbetour in eigener Sachen, noch heute haben Günzburger eine Saisondauerkarte in Göppingen, weil sie der Bundesligahandball nie losgelassen hat und die anderen nützen es zum ersten Auftritt der neuen Mannschaft unter Gabor Czako. Erstmals wird also auch Neuzugang Uros Krasovec im weinroten Trikot auflaufen.

Die rührige Abteilungsleitung sieht das Handball-Highlight des Jahres 2019 vor allem als Dankeschön an die Fans für die phänomenale Unterstützung; aber auch an die Mannschaft für eine tolle jüngere Günzburger Handballgeschichte. Fans und Spieler haben die Günzburger Handballbegeisterung wieder wach geküsst. Außerdem sollte man Traditionen aufleben lassen, wenn man sie wie der VfL Günzburg im großen Stil hat.

LANDESLIGA-DAMEN: VFL GÜNZBURG – HSG MAINFRANKEN 23:24 (9:12)

Das letzte reguläre Saisonspiel der Günzburger Damenmannschaft in der Landesliga Nord bei der HSG Mainfranken war keine Werbung für den Handballsport. Die Partie zeigte sich von Beginn an sehr zerfahren, eine wilde Spielweise auf Seiten der Gastgeber und eine grausame Chancenverwertung ohne Harz auf weinroter Seite prägten die sechzig Minuten. Am Ende gewann der VfL glücklich mit 23:24 (9:12) und hat nun zwei Wochen Zeit, sich auf das Heimspiel in der Bayernligarelegation gegen München Laim vorzubereiten.

Nach Ankunft mit Privatautos und einem Kleinbus der Firma Zanker (vielen Dank hierfür!) galt es sich in der kalten Halle in Franken vernünftig aufzuwärmen. Im Tor startete Selina Schlund erneut mit guten Paraden, doch vorn mussten sich die Spielerinnen um Kreisläuferin Réka Kovàcs erstmal an das Spielgerät gewöhnen. Mainfranken erzielte die ersten Treffer und ging über 2:0, 4:2 und 5:3 in Führung. Nach dem fünften Tor von Ligatorschützenkönigin Melanie Meyer zum 8:4 stellte der VfL die defensive Deckung um, und nahm die gefährliche Rückraumspielerin in Einzelbewachung. Der Plan schien aufzugehen, allerdings wurden die weinroten Abschlüsse nicht besser, nach dem Anschlusstreffer von Alena Harder zum 10:8 ging es mit 12:9 in die Pause.

Auch wenn das Ergenis keine Rolle mehr spielen sollte, die Mädels wollten sich mit einem Sieg aus der Saison verabschieden. Doch der letzte Biss fehlte, die ständigen 1-gegen-1-Aktionen ohne vernünftigen Spielaufbau der Fränkinnen hatten immer wieder Erfolg und somit zog die HSG nach 45 Minuten auf 20:14 davon. Aber trotz der fehlenden Anspannung zeigte das Team Charakter und gab sich nicht auf, Tanja Stoll verkürzte zu 20:16 und für Meyer im HSG-Trikot war nach der dritten Zweiminutenstrafe Feierabend. Martina Jahn, Lena Götz, Nina Porkert und Alena Harder stellten den Anschluss zum 21:20 her und die Gastgeber mussten ihre Auszeit nehmen.

Als die Fränkinnen vier Minuten vor Ende mit 23:20 in Führung gingen, sah es nach einer Niederlage aus, doch es kam anders: Selina Schlund, die in der Zwischenzeit kurz für Elena Hoffmann im Tor Platz machte, lies keinen Treffer mehr zu und für den Endspurt im Angriff sorgten Tanja Stoll, Alena Harder und Lena Götz. Die erste Führung des VfL im ganzen Spiel sorgte für den Auswärtssieg, die HSG war zurecht enttäuscht.

Eine interessante Variante des Fairplay-Gedanken zeigte dann die gastgebende Trainerin. Nicht nur, dass sie den Handschlag an Spielerinnen und Trainerteam verweigerte, sie erschien auch nicht zum Abschließen des Spielberichtes und ließ die VfL Verantwortliche Renate Schildwächter und die zwei Schiedsrichter über 20 Minuten warten, bis ein Vertreter auftauchte. Eine unschöne Randnotiz.

Am 19.05. um 17 Uhr steht dann das erste Relegationsspiel in heimsicher Rebayhalle auf dem Programm. Save the date!

Es spielten: Selina Schlund und Elena Hoffmann im Tor, Lena Götz (7/4), Alena Harder (4), Patricia Kubasta (3), Antonia Leis, Tanja Stoll (4/2), Hannah Sperandio (1), Réka Kovàcs, Martina Jahn (3/1), Nina Porkert (1), Judith Deutschenbauer (1)